Mit dem Fahrrad zur Arbeit fรผr mehr Aktivitรคt im Alltag trรคgt zu mehr Gesundheit im Gastgewerbe bei. (Quelle: Visual Generation/Colourbox.de)
Quelle: Visual Generation/Colourbox.de

Gesundheit im Gastgewerbe: Teil 2

Vor einiger Zeit lasen Sie an dieser Stelle, warum das Betriebliche Gesundheitsmanagement im Gastgewerbe immer wichtiger wird, welche Vorteile der Arbeitgeber davon hat und wie man am besten anfรคngt.

Heute geht es um die Hilfestellung, die Krankenkassen leisten: Dr. Anke Siebeneich, Referentin Abteilung Gesundheitsfรถrderung beim BKK Dachverband e.V, und Thorsten Jakob, Pressesprecher Barmer, haben die wichtigsten Punkte fรผr Sie zusammengefasst.
Im Gesprรคch geht es u. a. um konkrete Handlungsempfehlungen und die Frage, wo sich im Gastgewerbe besonders groรŸe Belastungen verstecken.

In welcher Form unterstรผtzen Sie Unternehmen (bzw. Hoteliers, Gastronomen und Kรผchenleitern) bei der Umsetzung von MaรŸnahmen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement? (Fรถrderung, Aktionen, Leitfaden, etc.)

Thorsten Jakob: Unsere Berater in Sachen Betriebliches Gesundheitsmanagement unterstรผtzen die Unternehmen vor Ort, gehen auf die individuellen Bedรผrfnisse ein und erarbeiten gemeinsam Lรถsungswege. Zunรคchst wird grundsรคtzlich erstmal gemeinsam vor Ort untersucht und analysiert, wie die Situation und der mรถgliche Beratungsbedarf ist. Dazu zรคhlt beispielsweise eine Untersuchung des Arbeitsunfรคhigkeitsgeschehens oder eine Befragung der Mitarbeiter. Die daraus abgeleiteten MaรŸnahmen kรถnnen in bestehende Strukturen eines eventuell bereits vorhandenen BGM integriert werden oder wir erarbeiten gemeinsam mit dem Unternehmen ein neues Konzept.

Was empfehlen Sie Unternehmen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fรถrdern und z. B. Krankheitsausfรคlle zu minimieren?

Dr. Anke Siebeneich: Unternehmen sollten zunรคchst die physischen und psychischen Belastungen ihrer Beschรคftigten auf Grundlage der arbeitsschutzrechtlich vorgeschriebenen Gefรคhrdungsbeurteilung erheben. Sie kรถnnen sich hierzu bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) beraten lassen. Oder sie nutzen die Analyseinstrumente der Krankenkassen (Arbeitsplatzsituationsanalyse, Mitarbeiterbefragung, -workshop, etc.). Wichtig ist, dass die Beschรคftigten von Anfang an mit einbezogen werden. Das schafft Akzeptanz, Probleme kรถnnen gemeinsam ermittelt und Lรถsungen mit den Beschรคftigten zusammen erarbeitet werden.

Thorsten Jakob: Wir bieten gezielt Seminare fรผr verschiedene Spannungsfelder an, die sich in fast allen Unternehmen wiederfinden. Zudem gibt es aktive Workshops in verschiedenen Handlungsfeldern. Dazu zรคhlt der Zusammenhang zwischen Fรผhrung und Gesundheit, die Work-Life-Balance und der demografische Wandel mit all seinen Folgen. Ganzheitliche Ansรคtze sollten alle Facetten der Gesundheitsfรถrderung berรผcksichtigen: Bewegung, Ernรคhrung, Psychische Erkrankungen und Suchtverhalten. Es gehรถrt Mut dazu, auch sensible Gesundheitsthemen im Unternehmen und bei den Mitarbeitern anzusprechen und neue Ideen umzusetzen. Dies sind oft sehr persรถnliche Fragen, die nicht nur die Arbeit betreffen. Ein respektvoller Umgang geprรคgt von Rรผcksicht und Aufgeschlossenheit ist von immenser Bedeutung fรผr einen gut laufenden Betrieb und eine produktive Zusammenarbeit.

Wo sehen Sie gerade in gastronomisch arbeitenden Betrieben groรŸe Belastungen hinsichtlich der Mitarbeiter-Gesundheit? Welche Erfahrungen machen Sie: Wird dies schon ausreichend von den Betreibern wahrgenommen?

Dr. Anke Siebeneich: Laut den Daten des BKK Gesundheitsreportes dominieren in der Branche die Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen. So vielseitig wie die Branche ist, so vielfรคltig sind die Ursachen von Gesundheitsproblemen, mรถgliche sind: langes Stehen, schweres Heben und Tragen, das Arbeiten in Schichten sowie an den Wochenenden, Gewalt (verbal oder physisch) oder Beleidigungen, Fรผhrungsverhalten, Konflikte am Arbeitsplatz. Die Branche zeigt zudem einen steigenden Anteil an รคlteren Beschรคftigten.
Nach den Daten des Prรคventionsberichtes des GKV-Spitzenverbandes nutzen lediglich zwei Prozent der Unternehmen aus dem Gastgewerbe die BGF-Fรถrdermรถglichkeiten der gesetzlichen Krankenkassen. Auch das Angebot, sich รผber die BGF-Koordinierungsstellen kostenfrei zum Thema beraten zu lassen, nehmen bisher nur wenige Unternehmen dieser Branche in Anspruch.

Thorsten Jakob: Im gastronomischen Gewerbe ist die Arbeitsbelastung insbesondere in den Abendstunden und an den Wochenenden sehr hoch. Unter Berรผcksichtigung der verbreiteten Schichtarbeitsmodelle spielen vor allem Stressbewรคltigung, ausreichend Schlaf und gesunde Ernรคhrung eine groรŸe Rolle.

Herzlichen Dank fรผr das Gesprรคch!

Gesundheit im Gastgewerbe: Machen Sie den Kurzcheck!

Unter dem folgenden Link finden Sie einen Kurzcheck: Durch diesen erhalten Sie erste Hinweise, welche Themen Sie in Ihrem Betrieb zuerst angehen sollten. Der Test stellt elf Anzeigen gesunder Fรผhrung zusammen. Anhand derer kรถnnen Sie die Situation in ihrem Team analysieren und รคndern.

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Tipp

Einen weiteren Einblick in die Thematik vermittelt die Handlungshilfe โ€žKein Stress mit dem Stress. Fรผr Betriebe im Gastgewerbe. Lรถsungen und Tipps fรผr Betriebe im Gastgewerbeโ€œ aus dem Projekt โ€žPsychische Gesundheit in der Arbeitsweltโ€œ.

Quelle: B&L MedienGesellschaft, BKK Dachverband, Barmer

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