Der Arbeitskreis Versorgung im Berufsverband Oecotrophologie (VDOE) unterstützt anlässlich des Welthauswirtschaftstags das gemeinsame Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh), der International Federation for Home Economics (IFHE) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), um durch Ernährung und Verpflegung die individuelle Gesundheit und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dabei soll die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung hervorgehoben werden.
Unterstützung des Positionspapiers und zentrale Botschaft
Die Mitglieder des Arbeitskreises Versorgung im Berufsverband Oecotrophologie begrüßen und unterstützen das Anliegen des Positionspapiers „Gesund essen, nachhaltig leben: Die Zukunft auf dem Teller“, durch Ernährung und Verpflegung die individuelle Gesundheit und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Sie betonen, dass hauswirtschaftliche und haushaltswissenschaftliche Fachkompetenzen dafür notwendige Erfolgsfaktoren sind. Das Positionspapier von dgh, IFHE und DGE gibt dabei wichtige Impulse für die berufspolitische Arbeit.
Bedeutung hauswirtschaftlicher Kompetenzen für Verpflegung und Versorgung
Hauswirtschaftliche Kompetenzen können zur Lebensqualität in allen Lebensphasen beitragen. Sie werden von allen benötigt, die eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Verpflegung und Versorgung für sich oder andere Personen gewährleisten wollen, unabhängig davon, ob diese Leistungen in privaten Haushalten, Wohngruppen oder Betrieben personaler Versorgung erbracht werden. Hauswirtschaftliche Kompetenzen stehen im Mittelpunkt der Ausbildung und der beruflichen Arbeit von hauswirtschaftlich qualifizierten Fach- und Führungskräften. Dazu gehören nicht nur praktisch-hauswirtschaftliche, sondern auch planerisch-organisatorische Themen. Diese Kompetenzen sind, wie im Positionspapier ausgeführt, eine Voraussetzung, um ausgewogene und schmackhafte Ernährung und nachhaltige Verpflegung zu gewährleisten.
Rolle von Ökotrophologen
Ökotrophologen, insbesondere mit haushaltswissenschaftlichem Schwerpunkt, seien diesem Ziel verpflichtet. Sie arbeiten in verschiedenen Tätigkeitsbereichen, die einerseits Schnittmengen zu Ausbildungs- und Weiterbildungsgängen im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft aufweisen und diese andererseits durch wissenschaftliche Qualifikationen ergänzen und erweitern. In Bildungs- und Beratungseinrichtungen verschiedener Träger vermitteln sie an Zielgruppen unterschiedlichen Alters Wissen und Fähigkeiten (Alltagskompetenzen), die auf die Verbesserung von Gesundheit und Nachhaltigkeit bei Konsumentscheidungen und der Mahlzeitenzubereitung abzielen. An berufsbildenden Schulen wirken sie an der Ausbildung von hauswirtschaftlichen Fach- und Führungskräften mit, für die Ernährung und Verpflegung im Kontext von Gesundheit und Nachhaltigkeit zentrale Lernfelder sind.
Gemeinschaftsgastronomie als zentrales Berufsfeld
Der Arbeitskreis Versorgung hebt hervor, dass besonders vielfältige berufliche Chancen und Herausforderungen im Hinblick auf die Megatrends Gesundheit und Nachhaltigkeit für hauswirtschaftlich Qualifizierte und Ökotrophologen in der Gemeinschaftsgastronomie bestehen. Mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung steigt der Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften besonders in Kitas und Schulen. Ebenso werden zahlreiche Arbeitsplätze in der Betriebsgastronomie sowie in der Verpflegung in Krankenhäusern und Pflegeheimen genannt.
Unabhängig vom Setting der Ernährungsversorgung sei es erforderlich, die Qualität und Qualitätsentwicklung kontinuierlich im Blick zu behalten, um die unterschiedlichen Bedarfe der jeweiligen Zielgruppen zu decken und die vielfältigen Wünsche der Essensteilnehmer zu erfüllen.
Qualifikation durch Lehre und Forschung an Hochschulen
Als Basis für die Erfüllung der anspruchsvollen und vielfältigen Aufgaben in den Berufsfeldern Ernährung, Hauswirtschaft und Versorgung wird die inter- und transdisziplinäre haushalts- und versorgungswissenschaftliche Lehre und Forschung an Hochschulen beschrieben. Diese sichere, dass auch zukünftig Experten auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, die sich gemeinsam mit hauswirtschaftlichen Fach- und Führungskräften erfolgreich für gesunde Ernährung und nachhaltige Entwicklung einsetzen.
Kooperation der Fach- und Berufsverbände gefordert
Mangelnde Wertschätzung, Fach- und Führungskräftemangel sowie begrenzte Budgets sind hierbei limitierende Faktoren. Dies erfordere auch im Verbandswesen die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und dabei fach- und branchenübergreifende Kompetenzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Die einschlägigen Fach- und Berufsverbände vertreten komplexe und heterogene Arbeitsgebiete. Sie können nach Darstellung des Arbeitskreises Versorgung gemeinsam darauf hinwirken, dass genügend Ressourcen für die Verwirklichung einer gesunden und nachhaltigen Esswelt vorhanden sind.