Das bayerische Gastgewerbe steht weiter unter wirtschaftlichem Druck. Nach aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik ist der nominale Umsatz 2025 zwar um 2,0 Prozent gestiegen, real jedoch um 1,4 Prozent gesunken. Gleichzeitig verzeichnet die Branche einen Rückgang der Beschäftigtenzahl um 2,5 Prozent. Vor diesem Hintergrund betont die Bayerische Tourismusministerin Michaela Kaniber die Bedeutung der steuerlichen Entlastung der Gastronomie und fordert von der Bundesregierung eine rasche Flexibilisierung der Arbeitszeit.
Entwicklung von Umsatz und Beschäftigung in Beherbergung und Gastronomie
Sowohl in der Beherbergung als auch in der Gastronomie zeigt sich laut den statistischen Daten ein ähnliches Bild. In der Beherbergung steigt der nominale Umsatz um 2,1 Prozent, real sinkt er um 0,7 Prozent. Die Beschäftigtenzahl geht in diesem Segment um 2,9 Prozent zurück. In der Gastronomie wächst der nominale Umsatz um 1,9 Prozent, während der reale Umsatz um 1,9 Prozent abnimmt. Hier sinkt die Zahl der Beschäftigten um 2,3 Prozent.
Für Michaela Kaniber sind diese Zahlen ein klarer Auftrag an die Politik. Sie erklärt: „Diese Entwicklung zeigt, wie angespannt die Lage ist. Auf dem Papier steht ein Plus – in der Realität kämpfen viele Betriebe ums wirtschaftliche Überleben. Genau deshalb war die steuerliche Entlastung der Gastronomie wichtig und richtig.“ Mit Blick auf die aktuelle Diskussion fügt sie hinzu: „Wer die Entlastung der Gastronomie infrage stellt, verkennt die Realität in unseren Betrieben. Politik muss Arbeitsplätze sichern und Strukturen erhalten – nicht neue Belastungen schaffen.“
Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten im Gastgewerbe
Die Tourismusministerin fordert von der Bundesregierung rasches Handeln bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit. Michaela Kaniber betont: „Unsere Betriebe brauchen endlich mehr Spielraum statt starrer Vorgaben. Die Vorschläge der Nationalen Tourismusstrategie von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sind absolut richtig. Jetzt müssen das Bundesarbeitsministerium und die Regierungsfraktionen das rasch umsetzen. Weitere Verzögerungen zu Lasten unserer Betriebe sind absolut schädlich.“
Gerade im Gastgewerbe entscheide nach ihren Worten mehr Flexibilität darüber, ob Betriebe Dienstpläne verlässlich gestalten, Personal halten und Arbeit attraktiver machen können. Gleichzeitig eröffne sie auch für Beschäftigte neue Möglichkeiten. Kaniber erläutert: „Flexible Arbeitszeiten stärken nicht nur die Betriebe, sie verbessern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehr Flexibilität ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass unsere Wirtshäuser, Hotels und Restaurants eine Zukunft haben.“
Gesellschaftliche Bedeutung der Gastronomie und Unterstützung durch den Freistaat
Michaela Kaniber hebt in der Pressemitteilung zudem die gesellschaftliche Rolle der Gastronomie hervor. Sie sagt: „Unsere Wirtshäuser und Restaurants halten Gemeinden zusammen. Sie stiften Gemeinschaft, tragen Kultur und geben dem Ehrenamt ein Zuhause. Wenn die Gastronomie schwächelt, trifft das nicht nur die Wirtschaft, sondern unser soziales Miteinander.“
Der Freistaat Bayern setzt sich nach Angaben der Ministerin konsequent für bessere Rahmenbedingungen im Gastgewerbe ein und unterstützt die Branche weiter aktiv. Abschließend erklärt Michaela Kaniber: „Unsere Gastgeberinnen und Gastgeber leisten jeden Tag enorm viel. Sie verdienen Respekt, Planungssicherheit und politische Rückendeckung.“