Strahlende Gesichter und kulinarische Höchstleistungen prägten die 43. Baden-Württembergischen Jugendmeisterschaften der gastgewerblichen Ausbildungsberufe. In der Landesberufsschule Villingen-Schwenningen stellten sich 35 Auszubildende im dritten Lehrjahr den praktischen und theoretischen Prüfungen, die dem Niveau einer Abschlussprüfung entsprechen. Am Nachmittag des zweiten Wettkampftages standen die Siegerinnen und Sieger in fünf Berufskategorien fest.
Wettbewerb und Teilnehmerzahl
Nominiert wurden die Teilnehmenden von ihren Ausbildungsbetrieben oder Berufsschulen. Zugelassen waren Auszubildende, die höchstens 29 Jahre alt sind und sich kurz vor dem Abschluss befinden. Die Endrunde erreichten 35 Kandidatinnen und Kandidaten; zuvor hatten sich rund 60 Nachwuchskräfte im Mai in einer digitalen Theorieprüfung qualifiziert, die zeitgleich an den vier Landesberufsschulen in Bad Überkingen, Calw, Villingen-Schwenningen und Tettnang stattfand.
Ergebnisse der fünf Berufskategorien
Zum ersten Mal traten ausschließlich Auszubildende der 2022 neu geregelten Berufsbilder an. Die Ranglisten im Überblick:
Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
- Lilli Hermann, Gasthaus Rössle Elzach
- Malte Stüber, Hotel Erbprinz, Ettlingen
- Elisabeth Christ, Elztalhotel, Winden im Elztal
Köchinnen und Köche
- Simon Kotscherowski, Gasthof Adler, Ratshausen
- Simon Lott, Hotel Ritter, Durbach
- Sebastian Ruhe, Hotel Bareiss, Baiersbronn-Mitteltal
Hotelfachleute
- Carolin von Arend, Europa-Park, Rust
- Aleksandra Kulbey, Fürstliches Golf-Resort, Bad Waldsee
- Lisa Schnitzler, Maritim Hotel, Ulm
Fachleute für Systemgastronomie
- Paula Mauser, McDonald’s Michael Betzien Systemgastronomie, Stuttgart
- Moritz Kohler, Beets & Roots, Stuttgart
- Verena Müller, Sausalitos, Stuttgart
Kaufleute für Hotelmanagement
- Cedric Laarmann, Hotel Bareiss, Baiersbronn-Mitteltal
- Amélie Kalt, Der Europäische Hof, Heidelberg
- Alexander Lehmann, Der Öschberghof, Donaueschingen
Stimmen aus dem Verband
„Herzlichen Glückwunsch an die Siegerinnen und Sieger – und an alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich diesem anspruchsvollen Wettbewerb gestellt haben. Sie alle haben heute gewonnen“, sagte Fritz Engelhardt, Vorsitzender des Dehoga Baden-Württemberg. Er hob die Bedeutung des Branchennachwuchses hervor: „Die jungen Kolleginnen und Kollegen leben die Veränderungen unserer Branche, die für uns alte Hasen neu und vielleicht nicht immer ganz nachzuvollziehen sind. Sie lassen Neues zum alltäglichen Geschäft werden.“
Martin Bosch, Vorsitzender der Fachgruppe Berufsbildung beim Verband, ergänzte: „Wenn einer oder eine am Ende auch eine Nasenspitze voraus war: Ihr werdet alle euren Weg gehen, denn ihr seid mit diesem Wettbewerb die Extra-Meile gegangen.“
Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft
Für die beste Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie Lilli Hermann, den besten Koch Simon Kotscherowski sowie die beste Hotelfachfrau Carolin von Arend geht es im Herbst weiter zu den Deutschen Jugendmeisterschaften der gastgewerblichen Ausbildungsberufe im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Bonn/Königswinter. Dort treten die Besten aus 17 Dehoga-Landesverbänden gegeneinander an. In den vergangenen Jahren kamen die Bundessiegerinnen und Bundessieger regelmäßig aus Baden-Württemberg. Viele ehemalige Landesmeister führen heute renommierte Betriebe oder tragen Michelin-Sterne.
Prüfungsablauf und neue Aufgabenformate
Das Finale in Villingen-Schwenningen bestand aus praktischen Prüfungen. Die Köchinnen und Köche stellten ein viergängiges Menü – Vorspeise, Zwischengang, Hauptgang und Dessert – aus einem Warenkorb zusammen. Pflichtzutaten waren unter anderem Seesaibling, Reichenauer Salatgurke, Ziegenfrischkäse, Bio-Huhn, Wilder Brokkoli und Heidelbeere. Das Wettbewerbsthema lautete: „Zwischen See, Wald und Alb – die Genussregion nachhaltig erleben und genießen“. Juryvorsitzender Stephen Riedlinger zeigte sich beeindruckt: „Das ist ein Niveau, wie ich es sonst bei Küchenmeistern sehe. Die bringen hier alle kleine Kunstwerke auf die Teller.“
Die Fachleute für Systemgastronomie mussten neben einem vegetarischen Burger auch ein einminütiges Produktvideo für soziale Medien produzieren. Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie übernahmen den Service der Wettbewerbsmenüs vor Ehrengästen. Bestandteil der Endrunde war zudem die Warenerkennung, bei der 20 berufstypische Produkte, Werkzeuge und Lebensmittel identifiziert werden mussten – darunter Meerestiere, Parmesanbrecher, Weinhebamme, Hummergabel sowie der inzwischen selten genutzte Kreditkarten-Imprinter.
Engagement ehemaliger Meister und Jury
Die deutschen Jugendmeister 2024, Restaurantfachmann Johannes Lauth und Hotelfachmann Linus Doufrain, unterstützten die Jury. Beide nahmen dafür Urlaub. „Für mich ist es nicht weniger spannend als im vergangenen Jahr“, erklärte Lauth, der weiterhin im Hotel Bareiss tätig ist. Doufrain, inzwischen in einem Hotel in St. Moritz beschäftigt, riet einigen Teilnehmenden vorab: „Ich habe ihnen gesagt, dass sie jederzeit auf ihr Auftreten achten sollen.“
Dank an Unterstützer und aktuelle Ausbildungszahlen
Der Verband dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ihren Ausbildungsbetrieben, den Fachlehrkräften aller Landesberufsschulen, den Jurymitgliedern, dem Dehoga-Berufsbildungsteam sowie den Premiumpartnern Edeka Foodservice, Teinacher, Afri-Cola, Vaihinger und MEWA, der Hotelfachschule Heidelberg sowie der DEHOGA Akademie, die Sonderpreise zur Verfügung gestellt haben.
Zum Jahresende 2024 waren in Baden-Württemberg 6.612 Auszubildende im Hotel- und Gaststättengewerbe registriert, ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Ausbildungsjahr, das im September 2025 beginnt, sind in allen sieben gastgewerblichen Ausbildungsberufen noch freie Plätze verfügbar.