Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) startet die bundesweite Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Gastgewerbe. Ziel ist die Ablösung der starren täglichen Höchstarbeitszeit durch eine praxistaugliche Wochenarbeitszeitregelung im Einklang mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Im Mittelpunkt von „Wochenarbeitszeit jetzt“ stehen authentische Stimmen aus der Branche, in denen Unternehmer, Mitarbeiter und Teams erläutern, warum flexible Arbeitszeiten für sie wichtig sind.
Zielsetzung der Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“
Nach Angaben des Dehoga Bundesverbandes haben sich Arbeitswelt und Lebensrealitäten grundlegend verändert, das Arbeitszeitrecht jedoch nicht. Mit der Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ verfolgt der Verband das Ziel, die starre tägliche Höchstarbeitszeit durch eine Wochenarbeitszeitregelung zu ersetzen. Diese soll sich an der EU-Arbeitszeitrichtlinie orientieren und nach Verbandsangaben praxistaugliche Lösungen ermöglichen.
Im Zentrum der Kampagne stehen Aussagen von Unternehmern, Mitarbeitern und Teams aus der Branche. Diese „authentischen Stimmen“ sollen deutlich machen, weshalb sie flexible Arbeitszeiten benötigen und wie diese ihren beruflichen und privaten Alltag beeinflussen.
Kritik am bestehenden Arbeitszeitgesetz
Dehoga-Präsident Guido Zöllick wird in der Mitteilung mit deutlicher Kritik am aktuellen Rechtsrahmen zitiert. „Der Frust über das starre Arbeitszeitgesetz ist riesig“, erklärt Guido Zöllick. Er bezeichnet die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden, im Ausnahmefall zehn Stunden, als „Korsett“, das nicht zu einer Branche passe, die von Veranstaltungen und Saisonspitzen geprägt sei und in der Beschäftigte häufig lieber an einigen Tagen länger arbeiten möchten, um an anderen Tagen früher zu gehen oder frei zu haben. „Genau diese Freiheit verhindert das heutige Gesetz“, so Zöllick.
Zöllick hebt hervor, dass es aus Sicht des Verbandes nicht um mehr Arbeit gehe, sondern um eine bessere Verteilung der Arbeitszeit. Er begrüßt, dass Union und SPD im Koalitionsvertrag die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vereinbart haben, und fordert: „Den Worten müssen jetzt konkrete Schritte folgen.“
Informationsplattform und europäische Beispiele
Über die Kampagnenplattform www.wochen-arbeitszeit.de, die nach Verbandsangaben auch auf der Dehoga-Website eingebunden ist, sowie über die Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #wochenarbeitszeitjetzt informiert der Verband eigenen Angaben zufolge faktenbasiert über Vorteile flexibler Arbeitszeitmodelle, räumt mit Vorurteilen auf und stellt konkrete Praxisbeispiele vor. Diese Beispiele sollen zeigen, wie moderne Arbeitszeiten Betriebe stärken, Mitarbeiterwünsche berücksichtigen und Win-win-Situationen schaffen.
In der Mitteilung verweist der Dehoga Bundesverband darauf, dass bereits 13 EU-Staaten flexible Arbeitszeitregelungen eingeführt haben. Deutschland müsse nun nachziehen.
Beteiligung von Betrieben und Mitarbeitern
Die Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ soll nach Verbandsangaben weiter ausgebaut werden, um die Reform der Arbeitszeitregelungen voranzutreiben. Weitere Statements von Unternehmern und Mitarbeitern sind ausdrücklich erwünscht. Die Testimonial-Kacheln der Kampagne werden laut Dehoga reichweitenstark über die verbandseigenen Kanäle ausgespielt.
Betriebe und Mitarbeiter, die sich beteiligen möchten, können sich an ihren jeweiligen Landesverband oder direkt an den Bundesverband wenden. Guido Zöllick betont in diesem Zusammenhang: „Jede zusätzliche Stimme erhöht die Sichtbarkeit und den politischen Handlungsdruck. Jetzt ist die Zeit für moderne Regeln. Jetzt ist die Zeit für die Wochenarbeitszeit.“
Weitere Informationen unter: www.dehoga.de