Die aktuelle Civey-Gastronomie-Umfrage im Auftrag von VistaPrint zeigt eine deutliche Erwartungslücke zwischen vielen Betrieben und ihren Gästen: Während 65,2 Prozent der befragten Gastronominnen und Gastronomen davon ausgehen, dass ihre Gäste nach der Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Speisen niedrigere Preise erwarten, trifft dies nur auf 34,9 Prozent der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher zu. Fast die Hälfte der Gäste (48,6 Prozent) erwartet ausdrücklich keine Preissenkungen, 42,4 Prozent zeigen Verständnis dafür, wenn Preise trotz Steuersenkung stabil bleiben. Gleichzeitig schätzen Gäste kleine Cafés, Restaurants und Lokale als Orte des Genusses, der Begegnung, Geselligkeit und des kulturellen Austauschs – und sind bereit, ihre Lieblingslokale aktiv zu unterstützen.
Wahrnehmungslücke bei Preiserwartungen und wirtschaftlichem Druck
Seit der erneuten Einführung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie glauben viele Betriebe, dass die Entlastung in Form sinkender Preise bei den Gästen ankommen müsse. 65,2 Prozent der befragten Inhaberinnen und Inhaber kleiner Gastronomiebetriebe haben laut Umfrage den Eindruck, ihre Gäste erwarteten automatisch niedrigere Preise. Entsprechend haben 55,2 Prozent der Befragten die Preise komplett (3,5 Prozent) oder zum Teil (29,3 Prozent) gesenkt oder planen eine Preissenkung (22,4 Prozent). 43,3 Prozent geben an, dass sie keine Preissenkungen vorgenommen haben und dies auch nicht planen.
Auf Gästeseite stellt sich die Situation anders dar. Nur 34,9 Prozent der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten eine Weitergabe der steuerlichen Entlastung in Form niedrigerer Preise, 48,6 Prozent erwarten dies ausdrücklich nicht. 42,4 Prozent haben Verständnis, wenn Preise trotz Steuersenkung stabil bleiben. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Lage der Branche vielen Gästen bewusst: 85,6 Prozent wissen sehr genau (31,2 Prozent) oder haben davon gehört (54,4 Prozent), dass Gastronomiebetriebe in Deutschland erheblichen wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt sind.
Die befragten Betriebe benennen als größte Kostentreiber gestiegene Energiekosten (59,7 Prozent), höhere Einkaufspreise (58,7 Prozent), Personalmangel (49,2 Prozent) und weniger Gäste (42,8 Prozent). 71,1 Prozent der Gastronominnen und Gastronomen haben in den vergangenen zwölf Monaten grundlegende Veränderungen in ihrem Betrieb erwogen, 18,4 Prozent davon sogar eine Schließung oder einen Verkauf. Spitzenköchin Cornelia Poletto sagt dazu: „Gäste schauen sehr bewusst auf Preise und achten zugleich auf Qualität. Viele wissen, dass Einkauf, Energie und Personal nicht günstiger geworden sind. Wer ein Lieblingslokal hat, erwartet deshalb nicht zwingend Preissenkungen, sondern dass Handwerk und Handschrift erhalten bleiben. Diese Rückendeckung ist gerade in harten Zeiten ein starkes Signal für die Betriebe.“
Gastronomie als sozialer und kultureller Ort
Die Umfrage unter Verbraucherinnen und Verbrauchern beleuchtet auch den Stellenwert der Gastronomie im Alltag. Kleine Cafés, Restaurants und Lokale sind für viele Menschen in Deutschland weit mehr als ein Ort zum Essen. Sie stehen für Genuss (77,9 Prozent), Begegnung (57,0 Prozent), Geselligkeit (53,7 Prozent) und kulturellen Austausch (43,5 Prozent).
Erfahren Gäste, dass ein von ihnen geschätztes Lokal von einer Schließung bedroht ist, ist die Bereitschaft zum aktiven Handeln hoch. 54,2 Prozent der Befragten würden ihr Lieblingslokal an Freundinnen und Freunde weiterempfehlen, 51,0 Prozent würden dort häufiger essen und trinken. 41,7 Prozent würden eine positive Online-Bewertung hinterlassen oder das Lokal anderweitig unterstützen. Simon Wieck, Landesgeschäftsführer Dehoga Hamburg, sagt: „Hier zeigt sich viel Zusammenhalt: Gäste und Betriebe stehen nicht in zwei Lagern. Viele Menschen sind bereit, aktiv zu werden, um ihr Lieblingslokal zu erhalten. Aber damit diese Unterstützung ankommt, braucht es vor allem eines: den Mut, offen zu kommunizieren, wenn es eng wird – und die eigenen Stammgäste als Partner zu verstehen. Zeitgleich aber auch den Rückhalt einer starken Interessenvertretung zu nutzen.“
Sichtbarkeit und Kommunikation als Hebel für Unterstützung
Die Ergebnisse der VistaPrint-Gastronomie-Umfrage zeigen, dass Sichtbarkeit im Alltag kleiner Betriebe häufig zu kurz kommt. Nur 20,4 Prozent der befragten Gastronomiebetriebe setzen die Entlastung durch die Steuersenkung für Marketing und Werbung ein. Der größte Teil des finanziellen Spielraums fließt in die Deckung laufender Betriebskosten (53,2 Prozent), Personalausgaben (43,3 Prozent) sowie die Instandhaltung des Betriebs (35,3 Prozent. Die Presseinformation beschreibt dies als verständlichen Reflex in wirtschaftlich angespannten Zeiten und zugleich als Risiko, da Betriebe, die im Alltag kaum sichtbar sind, die laut Umfrage vorhandene Unterstützungsbereitschaft ihrer Gäste nicht aktivieren können.
„Lokalhelden gesucht“: Initiative für kleine Gastronomiebetriebe
Mit der Initiative „Lokalhelden gesucht: große Unterstützung für kleine Unternehmen“ will VistaPrint gemeinsam mit Cornelia Poletto gezielt kleine Gastronomiebetriebe stärken. Die Aktion findet bereits zum zweiten Mal statt. Inhaberinnen und Inhaber kleiner Gastronomiebetriebe in Deutschland mit maximal 50 Beschäftigten können sich seit 16. März bis zum 12. April 2026 online bewerben. Der Gewinnerbetrieb erhält 20.000 Euro Preisgeld, um das Geschäft weiterzuentwickeln. Zusätzlich erhalten die fünf Finalistenbetriebe jeweils 1.000 Euro VistaPrint-Guthaben für Marketingmaterialien wie neue Speisekarten, Beschilderung oder Teamwear.
Damit die Unterstützung dort ankommt, wo sie am meisten bewegt, wählen Cornelia Poletto und VistaPrint aus allen Bewerbungen fünf Finalistinnen und Finalisten aus. Anschließend entscheidet die Öffentlichkeit per Online-Voting, wer die Lokalheldin oder der Lokalheld 2026 wird. Daniel Engelhardt, Senior Country Marketing Manager bei VistaPrint, sagt: „Unsere Umfrage macht sichtbar, was wir bei VistaPrint täglich erleben: Kleine Gastronomiebetriebe leisten Außerordentliches – aber sie brauchen Unterstützung dabei, ihr Wirken nach außen zu tragen. Mit ‚Lokalhelden gesucht‘ ermöglichen wir ihnen genau das: Wir geben ihnen eine Bühne, Aufmerksamkeit und Mittel, um Sichtbarkeit in konkretes Wachstum zu verwandeln. Denn wenn Gäste wissen, wofür ein Lokal steht, kommen sie wieder – und bringen teilweise sogar neue Besucherinnen und Besucher mit.“