Das Hamburger Food-Tech-Unternehmen Goodbytz stellt mit Sam eine vollständig integrierte, transportable robotische Küche im Containerformat vor. Sam ist für die hochvolumige und gleichbleibend hochwertige Zubereitung frischer Gerichte unabhängig vom Einsatzort konzipiert und zielt auf professionelle Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung sowie Einsatzorte ohne klassische Kücheninfrastruktur.
Konzept und Einsatzszenarien von Sam
Sam ist als Plug-and-Play-Lösung ausgelegt: Der Container wird transportiert, angeschlossen und kann unmittelbar betrieben werden. Für die Inbetriebnahme sind lediglich Strom- sowie Zu- und Abwasseranschlüsse erforderlich, ein aufwendiger Aufbau oder eine klassische Kücheninstallation entfällt vollständig.
Die Lebensmittel werden vorbereitet transportiert und vor Ort lediglich in das System eingesetzt. Zutaten gelangen über sogenannte Feeder in das Kochsystem, perspektivisch direkt aus versiegelten Folien oder Beuteln aus dem Container. Während des Transports stellt ein integriertes Kühlsystem mit eigenem Generator eine kontinuierliche Kühlung sicher, vergleichbar mit einem Kühllastwagen.
Der Betrieb kann entweder über einen externen Generator oder einen festen Stromanschluss erfolgen. Die Wasserversorgung lässt sich flexibel über externe Reservoirs oder einen festen Anschluss realisieren. Dadurch kann die Roboterlösung an Orten genutzt werden, an denen klassische Kücheninfrastruktur nicht vorhanden oder nur schwer realisierbar ist. Goodbytz adressiert damit Einsatzszenarien, in denen klassische Küchen an ihre Grenzen stoßen, etwa an temporären Standorten, in der Gemeinschaftsverpflegung, bei Infrastrukturprojekten oder in Regionen mit eingeschränkter gastronomischer Versorgung. Die erste Containerlösung geht an die U.S. Army nach Südkorea und soll dort in wenigen Wochen den offiziellen Betrieb aufnehmen.
Technik und Produktionslogik des Containers
Im Inneren des Containers arbeitet ein vollständig automatisiertes Kochsystem, das speziell für sogenannte High Peak Meal Production ausgelegt ist. Das System verfügt über acht Kochfelder und kann gleichzeitig bis zu zehn Gerichte parallel im Produktionsprozess halten, während weitere Gerichte bereits im System zirkulieren. Insgesamt können bis zu 30 Gerichte vorbereitet und konditioniert, also warmgehalten, werden.
Wenn größere Gruppen eintreffen, lassen sich diese vorbereiteten Mahlzeiten innerhalb von etwa fünf bis sieben Minuten vollständig ausgeben. Die genaue Geschwindigkeit hängt vom jeweiligen Gericht und vom Ausgabeprozess ab. In der Praxis bedeutet dies, dass die Containerküche etwa 30 frisch gekochte Gerichte innerhalb weniger Minuten bereitstellen kann, sodass größere Teams oder Einheiten nahezu gleichzeitig versorgt werden, anstatt einzelne Bestellungen nacheinander zuzubereiten.
Ergänzt wird das System durch integrierte Module für Lagerung, Reinigung, Klimatisierung und Ausgabe, sodass zentrale Küchenprozesse in einem geschlossenen System abgebildet sind.
Ausgabe, Nutzerführung und Systemarchitektur
Für die Ausgabe stehen vier Ausgabefächer zur Verfügung, von denen jeweils zwei parallel genutzt werden können. Zwei Pick-up-Screens ermöglichen eine intuitive Nutzerführung und eine kontaktlose Abholung. Ein interner Zwischenpuffer hält vorbereitete Gerichte warm und sorgt dafür, dass auch bei hoher Nachfrage eine schnelle Ausgabe gewährleistet bleibt.
Sam basiert auf der seit Jahren im Einsatz erprobten Technologie von Goodbytz und wurde gezielt für besonders robuste und anspruchsvolle Einsatzumgebungen weiterentwickelt. Ziel ist es, frische und zuverlässige Verpflegung auch dort zu ermöglichen, wo klassische Kücheninfrastruktur nicht vorhanden oder nur schwer realisierbar ist.
„Mit Sam leiten wir ein neues Zeitalter der kritischen Versorgungsinfrastruktur ein und zeigen, dass unsere Technologie selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen zuverlässig funktioniert“, sagt Dr. Hendrik Susemihl von Goodbytz. „Für uns ist das der nächste Schritt, autonome Versorgungssysteme in all jene Bereiche zu bringen, in denen Essen schnell, zuverlässig und unabhängig von bestehender Infrastruktur verfügbar sein muss.“
Quelle: Goodbytz