Solo-Dining entwickelt sich in Deutschland zu einem verbreiteten Gastronomietrend. Laut einer aktuellen Studie von Lightspeed, einem der führenden Anbieter cloudbasierter Kassensysteme und Bezahlplattformen, haben 53 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal allein in einem Restaurant mit Tischservice gegessen. Besonders die Generation Z und die Millennials treiben diesen Trend voran, der zunehmend als Form von Selfcare, Effizienz und Genuss wahrgenommen wird.
Bewusste Beweggründe für Solo-Dining
Laut der Lightspeed-Studie sind die Motive für Solo-Dining vielfältig. 39 Prozent der Befragten geben an, allein essen zu gehen, „um mir etwas Gutes zu tun“. 26 Prozent nutzen Solo-Dining in der Mittagspause bei der Arbeit. 23 Prozent sagen, „ich esse gerne allein“, und ebenfalls 23 Prozent nennen Geschäftsreisen als Anlass. Weitere Gründe sind der Wunsch, neue Restaurants zu entdecken (18 Prozent) oder zwischen Meetings effizient zu essen (15 Prozent). In Zeiten hoher Lebenshaltungskosten nennen 11 Prozent der Befragten zudem den Wunsch, Freunde oder Familie nicht finanziell zu belasten, als Motiv. Die Studie zeigt, dass Solo-Dining gesellschaftlich an Akzeptanz gewinnt und sich über Generationen und Lebensstile hinweg etabliert.
Verhalten und Präferenzen allein speisender Gäste
Wer allein isst, nutzt die Zeit laut Studie bewusst. 46 Prozent der Solo-Diner möchten vor allem Ruhe finden und sich entspannen. 39 Prozent beobachten gerne andere Gäste, und 33 Prozent essen bewusst an einem normalen Tisch statt an der Bar. Digitale Begleiter wie Instagram (17 Prozent) oder Messenger-Dienste (15 Prozent) sind zwar präsent, aber nicht dominant. Nur 10 Prozent der Befragten suchen beim Solo-Dining aktiv nach neuen Kontakten. Die Studie beschreibt Solo-Dining damit in erster Linie als Raum für sich selbst.
Nicht jeder Platz im Restaurant wird von Solo-Dinern gleich empfunden. Die Studie benennt verschiedene Solo-Dining-Typen mit passenden Lieblingsplätzen. Für den „Smalltalk-Fan“ ist der Lieblingsplatz an der Bar: „Hier geht’s ums Dabeisein, statt nur ums Kulinarische. Ideal für alle, die gerne spontan ins Gespräch kommen – mit dem Barteam, mit Sitznachbarn oder einfach mit dem Drink des Tages.“ „Tagträumende“ bevorzugen den Platz am Fenster: „Sitzen gerne mit Blick nach draußen. Für alle, die beim Essen gerne die Welt vorbeiziehen lassen, das Treiben beobachten oder den Gedanken nachgehen, ohne selbst irgendwohin zu müssen.“ Der „Me-Time-Master“ fühlt sich in der Nische am wohlsten: „Brauchen keine Bühne, sondern Ruhe. Der beste Platz für alle, die zwischen Pasta und Pause einfach mal in Frieden sie selbst sein wollen (oder mit dem Buch oder Podcast).“ Die „Alltagsprofis“ wählen den klassischen Tisch: „Hier wird gegessen, gearbeitet, gelesen oder einfach in Ruhe genossen. Der ‚Einzeltisch‘ ist hier kein Notbehelf, sondern ein bewusster Platz für Unabhängigkeit.“ Für „People-Watcher“ ist der Lieblingsplatz mit Blick ins Restaurant oder in den Spiegel: „Immer mit Überblick – nie außen vor. Für alle, die gern mittendrin sind, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Der Spiegel? Nur zur Sicherheit – falls der Blickkontakt doch mal fehlt.“
Deutschland im europäischen Vergleich
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland laut Lightspeed beim Solo-Dining vorn. Mit 53 Prozent Erfahrung mit Solo-Dining führt Deutschland die Rangliste an. In den Niederlanden haben 48 Prozent der Befragten schon einmal allein im Restaurant gegessen, in Belgien 45 Prozent, im Vereinigten Königreich 38 Prozent und in Frankreich 35 Prozent. Auffällig ist, dass in Deutschland der Wunsch, sich etwas Gutes zu tun, besonders ausgeprägt ist. Die Studie zeigt zudem, dass Solo-Dining gesellschaftlich an Akzeptanz gewinnt.
Solo-Dining und die Rolle digitaler Kassensysteme
Für den Gastroalltag bedeutet die wachsende Zahl an Solo-Dinern veränderte Anforderungen an Raumplanung und Service. Laut Studie benötigen Einzelpersonen häufig kleinere Tische oder besondere Platzierungen, etwa an Fenstern oder an der Bar. Sinahn Fabian Sehk, Regional Senior Director DACH Hospitality von Lightspeed, sieht digitale Systeme als Unterstützung im Umgang mit dieser Zielgruppe. Er erklärt: „Ein gutes Kassensystem sollte es einfach ermöglichen, Tischlayouts schnell anzupassen, Einzelgäste klar zu erfassen und flexibel zu koordinieren. Mit dynamischen Tischgrößen im System lässt sich auch die Auslastung viel präziser planen“.
Sehk betont zudem die Rolle von CRM-Funktionen in Kassensystemen: „Gäste, die öfter allein kommen, können im System wiedererkannt werden: So können Kassensysteme mit CRM-Funktion (Customer Relationship Management) helfen, Vorlieben wie Lieblingsplatz, Lieblingsgericht oder Getränkewahl zu speichern. Das ermöglicht einen individuellen Service, der unserer Erfahrung nach besonders von Stammgästen geschätzt wird. Außerdem können Kassensysteme mit Analysefunktionen helfen, zu erkennen, wann Solo-Diner am häufigsten vorbeikommen, z. B. werktags mittags. Daraus lassen sich gezielte Angebote und Marketingmaßnahmen entwickeln, wie Lunch-Aktionen oder Table-for-One-Reservierungsoptionen,“ empfiehlt der Regional Senior Director weiter.
Studienmethodik und Unternehmensprofil
Die Verbraucherumfrage von Lightspeed wurde im Mai 2025 gemeinsam mit dem Marktforschungsanbieter Medallia durchgeführt. Der Bericht für Deutschland basiert auf rund 1.000 Befragten. Teilnehmende mussten über 18 Jahre alt sein und in den vergangenen sechs Monaten ein Restaurant besucht haben. Alle Antworten wurden anonym erhoben und einer Qualitätsprüfung unterzogen, um eine angemessene Fehlertoleranz sicherzustellen.
Lightspeed (TSX | NYSE: LSPD) ist laut eigenen Angaben der führende globale Anbieter einer cloudbasierten und ganzheitlichen Kassensystem- und Bezahlplattform sowie von Finanzdienstleistungen für die Gastronomie und Hotellerie in über 100 Ländern. Lightspeed wurde 2005 von CEO Dax Dasilva in Montreal gegründet. Heute servieren Lightspeed-Kunden in einem Jahr mehr als 1 Milliarde Gerichte an über 300 Millionen Gäste auf der ganzen Welt.