Miele Professional stellt in seinem Werk in Bielefeld sicher, dass gewerbliche Spülmaschinen und Zubehörteile hygienische Sauberkeit, Benutzerfreundlichkeit und Praxistauglichkeit zuverlässig erfüllen. Im anwendungstechnischen Labor werden dafür Spülprozesse, Materialien und Zubehör wie spezielle Körbe für Mehrwegbecher unter realitätsnahen Bedingungen geprüft und dokumentiert. Die Ergebnisse fließen direkt in die Produktentwicklung sowie in konkrete Lösungen für Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und andere gewerbliche Kunden ein.
Hygieneprüfungen für Mehrweggeschirr im CSA-Labor
Im anwendungstechnischen Labor des Miele-Werks Bielefeld beantwortet Diana Klapper die Frage, wie sich Becher und Bowls aus Polypropylen und anderen Kunststoffmaterialien in einer Gewerbespülmaschine zuverlässig reinigen lassen. Sie führt dazu Hygieneprüfungen und chemisch-analytische Untersuchungen durch und erarbeitet Lösungen für Endkunden sowie für verschiedene Abteilungen im Unternehmen. Die diplomierte Biotechnologin ist seit 2001 in der Business Unit Professional für die hygienische Prüfung und Bewertung von Spülmaschinen zuständig – sowohl vor der Markteinführung als auch während der gesamten Lebenszeit eines Produkts. Gemeinsam mit acht Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung CustomerSolutionApplication (CSA) bearbeitet sie regelmäßig Anfragen aus der Gastronomie, von Pflegeeinrichtungen und von anderen gewerblichen Kunden wie Kindergärten. Zu den Aufgaben des CSA-Teams gehört neben anwendungstechnischen Fragestellungen auch die Mitarbeit im Produktentwicklungsprozess, etwa bei der Beurteilung der Eignung verschiedener Materialien und Oberflächen. „Wenn sich Reste von Lebensmitteln festsetzen, können sich Keime leicht vermehren“, sagt Diana Klapper.


Neben dem Anspruch, für Endkonsumenten ein Höchstmaß an Sicherheit im Alltag zu gewährleisten, steht für Diana Klapper das Thema Benutzerfreundlichkeit im Mittelpunkt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Mathilde van Rheenen testet sie, unter welchen Bedingungen eine gewerbliche Spülmaschine Mehrwegbecher nicht nur hygienisch reinigt, sondern auch zuverlässig trocknet. Ein spezieller Korb mit passenden Halterungen, der im CSA-Labor anwendungstechnisch geprüft wurde und mittlerweile auf dem Markt ist, sorgt dabei für definierte Bedingungen. Häufig werden Becher verschiedener Hersteller eingesetzt, deren Restfeuchte unter Realbedingungen zu testen ist. Nach Programmende steht dabei jeder einzelne Mehrwegbecher auf dem Prüfstand, denn feucht gelagerte Mehrwegbecher gelten als Hygienerisiko und können Keime übertragen.
Standardisierte Prüfabläufe für verlässliche Ergebnisse
Für statistisch abgesicherte Ergebnisse führt Diana Klapper bei jedem Anwendungsfall mindestens fünf Spülversuche durch. „Um eine Fragestellung zu beantworten, kann man an verschiedenen Stellschrauben arbeiten“, sagt sie. „Dazu können auch die Dosiermengen von Klarspüler und Reiniger gehören.“ Die Ergebnisse der anwendungstechnischen Prüfungen werden im Anschluss dokumentiert, zusätzlich wird das Spülgut fotografisch festgehalten. „Die Dokumentation der Ergebnisse dauert länger als das Spülen selbst.“ Ihr akribisches Vorgehen bezeichnet sie mit einem Augenzwinkern als „professionelles Misstrauen“.
Die anspruchsvollen Prüfungen zu mikrobiologisch-hygienischen Fragestellungen werden bei Miele gründlich und normgerecht durchgeführt. Wenn es etwa darum geht, ob Teller hygienisch sauber werden, kommen Prüfkörper aus gebürstetem Edelstahl zum Einsatz. Diese Prüfkörper muss Diana Klapper zunächst manuell mit einer standardisierten Stärkelösung „anschmutzen“, die eine definierte Menge an Bakterien enthält. Die so vorbereiteten Prüfkörper befestigt sie mit speziellen Edelstahlhalterungen an Prüftellern und startet anschließend das zu testende Spülprogramm. Nach Ende des untersuchten Prozesses werden die Prüfkörper von den Halterungen genommen und mikrobiologisch auf die Anzahl der zurückbleibenden Bakterien untersucht. Diese Auswertung zeigt, ob die Keime weitestgehend entfernt werden oder ob beim Spülprozess oder bei der eingesetzten Prozesschemie nachgebessert werden muss. Bei fünf unabhängigen Spülversuchen wird das mikrobiologische Ergebnis ermittelt und danach ein Mittelwert bestimmt.
Rolle externer Labore und Tests zur Gebrauchstauglichkeit
Externe Labore sind ebenfalls in die Prüfprozesse eingebunden. „Externe Labore sind ebenfalls in unsere Prüfprozesse eingebunden“, berichtet Diana Klapper. „Aber die ersten Tests finden immer direkt bei Miele Professional in Bielefeld statt, damit wir sofort feststellen, wo es ‚hakt‘ und im Zweifelsfall für Optimierung sorgen können.“ Ob sich Spülmaschinen und Verfahren langfristig für den Alltag beim Kunden eignen, wird im Labor für Gebrauchstauglichkeit auf derselben Etage untersucht. Dort reihen sich Modelle neuester Bauart aneinander und werden in Versuchen zur Reinigungs- und Trocknungsleistung, zu Energieverbräuchen und in Dauertests geprüft. Laborleiter Ralf Voßhans betont die Bedeutung der Abstimmung zwischen Technik und Einsatzbereich: „Das muss passen. Unsere Ergebnisse kommen dem fertigen Produkt und damit Anwendern wie Endkunden zugute.“
Die Erkenntnisse aus den zahlreichen Prüfungen fließen in unterschiedliche Bereiche des Unternehmens. „Die Erkenntnisse aus den vielen Prüfungen, die wir gemeinsam durchführen, geben wir immer gern als anwendungstechnische Information weiter. Damit auch das Serviceteam und der Vertrieb von Miele Professional jederzeit auf dem neuesten Stand sind“, erklärt Diana Klapper.