Auf der Internorga in Hamburg ist das Finale des Deutschen Gastro-Gründerpreises ausgetragen worden. Fünf Gastronomie-Start-ups präsentierten ihre Konzepte vor Fachpublikum, im Voting setzte sich das Restaurant NOI aus Köln durch und gewann den Hauptpreis von 10.000 Euro.
Finale des Deutschen Gastro-Gründerpreises in Hamburg
Wenn die Internorga, Messe für Hospitality und Foodservice, in Hamburg ihre Pforten öffnet, gehört das Finale des Deutschen Gastro-Gründerpreises seit Jahren zu den Höhepunkten des ersten Messetages. In diesem Jahr erlebte das Fachpublikum bei der von Gastronomin und Ex-Finalistin Frieda Lekscha moderierten Veranstaltung fünf Akteure der Gastronomie, die traditionelle Küche modern interpretieren, Teams neu denken und auch mit Unterstützung von KI nachhaltige Gastronomiekonzepte entwickeln, mit denen sie lokale Gemeinschaften buchstäblich an einem Tisch zusammenbringen. Gewinner sind sie alle, aber nur einem Start-up winkt der Hauptpreis von 10.000 Euro. In diesem Jahr entschied sich das Publikum für das Restaurant NOI aus Köln, dessen vier Gründer ihren Lieblingsort mit hochwertigem Food und digitalen Daten vor dem Aus gerettet haben.
Der Deutsche Gastro-Gründerpreis wird seit mehr als zehn Jahren von der Internorga, dem Leaders Club Deutschland und dem Kassensystemhersteller Orderbird ausgelobt. Der Wettbewerb versteht sich als „Spiegel der Ambitionen und Schaufenster gastronomischer Innovationskraft“. Beim Finale auf der Internorga standen die Pitches der fünf Nominierten beispielhaft für das Herzblut, die Leidenschaft sowie die zahllosen schlaflosen Nächte, die notwendig sind, den Traum von der eigenen Gastronomie trotz schwieriger Rahmenbedingungen wahr werden zu lassen. Der Preis zeichnet inspirierende Persönlichkeiten, ihre einzigartigen Ideen für die Branche und ihren von großer Liebe zum Handwerk geprägten Durchhaltewillen aus.
Auffällig wichtig ist bei allen diesjährigen Finalisten Gestütsgasthof Offenhausen, NOI, Rübenrot, Schmarrnsinn sowie Cofee, Brownies & Downies der Community-Gedanke. Den Gründern geht es längst nicht mehr nur darum, leckeres Essen und Getränke zu servieren: Sie wollen Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft stiften – innerhalb ihres Teams und unter den Gästen. Das funktioniert durch ein faires Miteinander auf allen Ebenen – Gewinnstreben ist sekundär, im Fokus stehen Emotionen und Erlebnisse. Besonders deutlich wurde dies beim Gewinner NOI, der sich im Voting der rund 300 anwesenden Branchenprofis und der Social-Media-Follower gegen die starke Konkurrenz durchsetzen konnte.

NOI: Italophiles Konzept mit digitaler Steuerung
Die Geschichte des NOI beginnt im Sommer 2024: Vier Freunde – einer ist Koch, ein zweiter verfügt über viel Erfahrung im Event- und Cateringbusiness, der dritte kommt aus der datenbasierten Prozesssteuerung – genießen einen Abend in einem kleinen Restaurant im Belgischen Viertel in Köln. Der Wirt berichtet, dass er den Betrieb aufgeben muss. Milan, Bernd, Geo und David entscheiden, diesen Ort zu übernehmen. Im Herbst 2024 eröffnen sie in dem nur 45 Quadratmeter großen Gastraum ihr italophiles Konzept „NOI – Cena con Amici” mit 30 Sitzplätzen und laden ihre Gäste seither zum italienischen Abendessen mit Wir-Gefühl ein, bei dem aus Fremden Freunde werden. Das NOI bietet eine Bühne, auf der die Menschen, die hier zusammenkommen, eine besondere Stimmung kreieren.
Im Hintergrund steuern digitale Tools und KI effizient die Personal- und Speisenplanung, den Einkauf, die Tischbelegung und eine Food-Waste-Quote von unter fünf Prozent. Auch der Bestseller Pasta Tartufo auf Carpaccio ist das Ergebnis exakter Datenanalyse. „Für die Trüffelpasta auf Rindercarpaccio haben wir die beiden beliebtesten Gerichte einfach kombiniert“, erklärt Geschäftsführer Geo Sotiriou die Entstehung des Signature Dishs. Das Gericht ist eine der wenigen Konstanten im Kreis der rund 100 verschiedenen, stetig wechselnden Rezepturen, die ganz nah am Gast in der offenen Küche aus frischen und regionalen Zutaten zubereitet werden.
Die Fusion aus Tradition und moderner Interpretation ist den Gästen im Schnitt 70 Euro wert. Ihre Learnings in Sachen Ambient Dining 2.0 möchten die vier an andere Gründer mit wenig Budget weitergeben. Sie sind überzeugt, dass auch in kleinen Restaurants Großes passieren kann, wenn Gastronomie wieder näher an den Menschen rückt.
Preise, Unterstützung und Partner des Wettbewerbs
Die 10.000 Euro Preisgeld, gesponsert von der Redo Gastronomy Academy, ein Coaching in der Persönlichkeitsschmiede von Frank Simmeth sowie eine 40-stündige Beratung durch den Leaders Club Deutschland sollen helfen, das Siegerkonzept weiter am Markt zu etablieren und die zukünftige Unternehmensentwicklung zu professionalisieren.
Alle Finalisten erhalten darüber hinaus Geld-, Sach- und Coaching-Preise. Dazu zählen mediale Unterstützung, ein Orderbird-Pro-Kassensystem inklusive Jahreslizenz, Kartenleser und iPad Air sowie zwei Jahre kostenfreie Gastmitgliedschaft im Leaders Club Deutschland. Zudem steht jeweils ein Jurymitglied den Gründern als Mentor zur Seite. Unterstützt wird der Deutsche Gastro-Gründerpreis von den Unternehmen Bon Bon, Meiko, Coca-Cola Europacific Partners, CF Gastro Service und Valdo Spumanti.
Deutscher Gastro-Gründerpreis als Gradmesser für die Branche
„Für uns als Internorga ist der Deutsche Gastro‑Gründerpreis ein wichtiger Gradmesser dafür, wohin sich die Branche entwickelt. Die diesjährigen Finalist*innen beweisen, dass gute Gastronomie auf Haltung, Kreativität und einem starken Teamgeist basiert. Genau solche Konzepte braucht es, um zu zeigen, wie viele Energie und Leidenschaft in der Branche stecken”, resümiert Matthias Balz, Direktor Internorga, das Event. Vom Sommer an können sich Gründer bewerben, deren Gastronomiekonzept nicht länger als zwei Jahre am Markt ist oder sich in der Gründungsphase befindet.
Geo Sotiriou und Milan Maas vom Gewinner NOI beschrieben ihre Reaktion auf den Erfolg: „Das ist wirklich surreal. Wir haben den Preis in den vergangenen Jahren verfolgt und uns vorgestellt, einmal auf dieser Bühne zu stehen. Dafür, dass es heute Realität geworden ist und wir gewonnen haben, sind wir unglaublich dankbar. Vor allem unserem Team, denn ohne die Menschen dahinter geht es nicht!“
Quelle: Leaders Club Deutschland