Beim (Bio-)Wein denkt die Außer-Haus-Verpflegung und Eventbranche noch häufig in 0,75-Liter-Flaschengröße. Doch der Trend verschiebt sich zunehmend: (Schaum)Weine und Spritz im Keg für die Zapfanlage gewinnen an Bedeutung.
(Bio)Wein im Ausschank – groß denken und sparen
Bioweinspezialist Riegel, auf der diesjährigen ProWein mit der Auszeichnung „Bester Importeur Bio“ für 25 Jahre Qualitäten beim Wettbewerb MUNDUS VINI geehrt, setzt seit einigen Jahren gezielt auf Weine in größeren Gebinden für Gastronomie und Getränkefachhandel. Besonders nachgefragt sind Grauburgunder aus der Pfalz im leichten PET-Keg und Frizzante im 25-Liter-Edelstahl-Keg. In Kürze ergänzt ein klassischer Spritz im 20-Liter-PolyKeg das Sortiment.
Während der Wine-on-Tap-Markt in Ländern wie den USA, Australien, Neuseeland und zunehmend auch Italien wächst, besteht in Deutschland noch deutliches Potenzial. „Wir erwarten, dass sich im Bereich AHV auch hierzulande der Bedarf von größeren Behältnissen im Ausschank in den nächsten Jahren spürbar weiterentwickelt“, so Geschäftsführer Felix Riegel.
Ökonomische Vorteile
Verpackungsformate haben einen erheblichen Einfluss auf Kosten und Umweltwirkung. Verglichen mit der entsprechenden Menge (Schaum)Wein in klassischen 0,75-Liter-Einwegflaschen ermöglicht der Ausschank über Zapfanlagen mit z. B. 20/25-Liter-Kegs (entspricht ca. 27 bzw. 33 Flaschen) in Gastronomie, Hotellerie und Catering je nach Umschlag eine Reduktion der Betriebskosten.
Verbrauchskosten
· geringerer Einkaufspreis pro Liter
· keine Entsorgungskosten für Glasflaschen
· keine zusätzlichen Energiekosten für das Kühlen einzelner Flaschen
Logistikkosten
· höhere Transporteffizienz durch größere Gebinde
· geringerer Platzbedarf im Lager
· weniger Warenbewegungen
· kein Risiko von Glasbruch
· kein Handling von Altglas
Verlustkosten
· Wein im Keg bleibt unter kontrollierten Bedingungen mehrere Wochen stabil
· keine Reste in angebrochenen Flaschen
· geringere Schankverluste pro Portion
Personalkosten
· effizientere Serviceprozesse
· weniger Arbeitsaufwand durch Flaschenhandling
Ökologische Vorteile
Der größte Umweltfaktor für die Treibhausgasemissionen bei Glasflaschen liegt in der Glasschmelze für die Neuglasproduktion und im hohen Transportgewicht der Flaschen. Hohes Verpackungsgewicht gemessen am transportierten Inhalt bedeutet mehr Fahrten und damit höheren Kraftstoffverbrauch und CO₂-Ausstoß. Hier punktet das Kunststoff-Keg wegen seines geringeren Gewichts.
Müllvermeidung
· weniger Kartons, Korken und Altglas
Recycling
· Edelstahl-Kegs sind Mehrwegbehälter und halten Jahre
· PET-Kegs sind recycelbar und werden im Gelben Sack entsorgt
Transport
· Kegs reduzieren Treibstoffverbrauch und CO₂-Emissionen
Fazit und Praxishinweise
Sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte sprechen für den glasweisen Ausschank von Wein über Zapfanlagen, vorausgesetzt, der Betrieb ist entsprechend ausgestattet. Für eine Zertifizierung nach nachhaltig-ökologischen Gesichtspunkten kann das ebenfalls relevant sein.
Empfohlen wird, sich vorab beim Hersteller der Anlage über die technischen Voraussetzungen zu erkundigen und die Anlage individuell einstellen zu lassen. Temperatur, Zapfkopf und Druckverhältnis müssen zum Produkt passen. Beim (Schaum)Wein können eine schonende Entnahme, niedrigerer Druck, Oxidationsschutz und gemäßigte oder getrennte Kühlung erforderlich sein.
Auch für kleinere Betriebe (mit oder ohne Zapfanlage) gibt es Lösungen, die den Ausschank effizienter gestalten. Gemessen am Durchlauf kann sich eine einzelne Tischzapfanlage mit integrierter Kühlung anbieten. Weine in der 1-Liter-Mehrwegflasche oder in der Bag-in-Box mit Vakuumzapfverfahren (bis zu 4 Wochen im Anbruch ohne Qualitätsverlust haltbar) sind weitere Optionen, sparsamer und ressourcenschonender zu arbeiten.