Schokolade ohne Kakao ist eine preisgünstige Alternative zum teuren Original.
Quelle: amirali mirhashemian on Unsplash

Schokolade ohne Kakao – was steckt dahinter?

Immer mehr Unternehmen und Start-ups setzen auf innovative Alternativen zu herkömmlicher Schokolade – ganz ohne Kakao. TÜV SÜD beleuchtet Hintergründe, Herstellung und Kennzeichnung dieser aufstrebenden Warengruppe.

Kakaopreis auf Rekordniveau

Der Schokoladenmarkt steht vor einer tiefgreifenden Veränderung. Klimaereignisse wie Überflutungen, Starkregen und Dürreperioden verschlechtern die Erntebedingungen und treiben die Preise für Rohstoffe in die Höhe. Im Mai 2025 lag der Weltmarktpreis für Kakao mehr als 100 Prozent über dem Niveau von 2022. Gründe für die Angebotsknappheit sind neben klimatischen Extremereignissen auch anbautechnische Probleme, mangelhafter Pflanzenschutz, schlechte Infrastruktur bei der Nachernte sowie der Ausstieg von Landwirten aus dem Kakaosektor. Trotz eines leichten Preisrückgangs bei den internationalen Kakaopreisen halten sich die Verbraucherpreise in Deutschland auf Rekordniveau.

Wie werden kakaofreie Schokoladen-Alternativen hergestellt?

Als Reaktion auf die angespannte wirtschaftliche Lage in der Kakaoproduktion bringen immer mehr Start-ups und Unternehmen kakaofreie schokoladenähnliche Produkte auf den Markt. Diese Alternativen enthalten keinerlei Kakao, sind aber vom herkömmlichen Herstellungsprozess der Schokolade inspiriert:
Die verwendeten Rohstoffe wie Sonnenblumenkerne oder Hafer werden fermentiert, geröstet, conchiert und das Fett raffiniert.
So entstehen aromatische Konzentrate, die mit Zutaten wie Zucker, pflanzlichen Fetten (etwa Palmöl, Sojabohnenöl, Rapsöl oder Shea) und weiteren Geschmackszutaten wie Haselnüssen, Pfefferminze oder Marzipan gemischt werden.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Textur und dem Geschmack, die durch das Conchieren – langes Rühren und Kneten der Masse – verbessert werden.

Wie darf sich derartige “Schokolade” nennen?

Diese innovativen Produkte sind keine Schokolade im rechtlichen Sinne, da der Begriff „Schokolade“ an einen Mindestkakaogehalt gebunden ist. Deshalb müssen sie als „kakaofreie Schokoladen-Alternativen“ gekennzeichnet werden. Dr. Andreas Daxenberger, Lebensmittelexperte bei TÜV SÜD, erklärt: „Die Bezeichnung Schokolade dürfen sie nicht tragen (…) Die Kennzeichnung als kakaofreie Schokoladen-Alternative ist erforderlich.“

Die korrekte Kennzeichnung dieser kakaofreien Produkte ist zentral, um Verbraucher nicht zu täuschen. Nach der Lebensmittel-Informationsverordnung muss sichergestellt sein, dass die Produkte nicht mit Kakaoprodukten verwechselt werden können – weder durch Aufmachung noch durch Produktbeschreibung.
Die Einhaltung dieser Vorgaben wird nicht nur von der amtlichen Lebensmittelüberwachung geprüft, sondern auch im Rahmen von privatwirtschaftlichen Lebensmittel-Zertifizierungsprogrammen wie dem International Food Standard (IFS). TÜV SÜD führt solche Prüfungen bei Lebensmittelherstellern durch.

Dr. Daxenberger betont die Bedeutung der Validierung und Verifizierung: „Die Ersatzprodukte sind stark im Kommen. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Kennzeichnung stimmt. Validierungen und Verifizierungen der Hersteller durch TÜV SÜD können aber schon heute helfen, das Vertrauen der Verbraucher für diese Produkte aufzubauen.“

Quelle: B&L MedienGesellschaft/TÜV Süd

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