Blue Food, Robotics und ein wegweisendes Verpflegungskonzepte im Care-Bereich – damit überzeugten die Gewinner des diesjährigen Zukunftspreis 2026 der Internorga, der kurz nach Start der Internorga am 13. März verliehen wurde. Ausgezeichnet wurden Algenwerk c/o Puevit GmbH, GoodBytz GmbH und die Servicegesellschaft Nordbaden (SGN) mbH für Konzepte, die wirtschaftliche Relevanz, nachhaltiges Unternehmertum und praktische Umsetzbarkeit im Außer-Haus-Markt verbinden.
Internorga Zukunftspreis als Bühne für nachhaltige Innovation im AHM
Vom Potenzial der Branche hat sich Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, vor Ort ein Bild gemacht und die Preisverleihung mit einer Begrüßung eröffnet. „Der Außer-Haus-Markt steht für Innovationskraft, Unternehmergeist und enorme wirtschaftliche Bedeutung, gerade auch für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Deutschland. Die Gewinner des Internorga Zukunftspreises zeigen eindrucksvoll, wie kreative Ideen und nachhaltige Konzepte die Branche weiterentwickeln. Dass diese Impulse hier in Hamburg auf der Internorga sichtbar werden, unterstreicht die Rolle der Messe als wichtige Plattform für Austausch, Innovation und internationale Vernetzung“, so Dr. Christoph Ploß.
Die finale Auswahl der Preisträger traf eine unabhängige Jury mit Dr. J. Daniel Dahm, Carl-Otto Gensch, Rainer Roehl und Hanni Rützler. „Die Preisträger zeigen mit ihren unterschiedlichen Konzepten, von nachhaltiger Lebensmittelproduktion über neue Technologien bis hin zu zukunftsfähigen Verpflegungskonzepten, wie lösungsorientiert die Branche auf aktuelle Herausforderungen reagiert. Zukunft wird hier nicht verwaltet, sondern aktiv lebensdienlich gestaltet“, sagte Dr. J. Daniel Dahm als Wissenschaftler und Juryvorsitz.
Die Preisverleihung fand live auf der Open Stage statt, moderiert von Patrice Bouedibela.
Insgesamt gingen rund 130 Bewerbungen, verteilt auf die drei Kategorien „Nahrungsmittel & Getränke“, „Technik & Ausstattung“ sowie „Gastronomie & Hotellerie“ ein.
Die Gewinner des Zukunftspreis 2026 im Detail
Gewinner der Kategorie „Gastronomie & Hotellerie“: Servicegesellschaft Nordbaden mbH

In der Kategorie „Gastronomie & Hotellerie“ wurde die Servicegesellschaft Nordbaden mbH aus Wiesloch ausgezeichnet. Das Unternehmen zeigt nach Angaben derJury, dass auch unter finanziell anspruchsvollen Rahmenbedingungen im Care-Bereich ein vielfältiges, attraktives und nachhaltiges Verpflegungsangebot möglich ist. Mit einem ganzheitlichen Konzept erreicht die Servicegesellschaft Nordbaden Patienten, Mitarbeiter sowie öffentliche Gäste gleichermaßen.
Das Angebot umfasst Patientenversorgung, Mitarbeiterrestaurant, Hotelservice auf der Komfortstation, Konferenz- und Eventbewirtung, SB-Shop, Café und Außer-Haus-Verpflegung für Kitas und Schulen. Es entsteht ein vielseitiges Angebot, „das hohe Qualitätsstandards mit Alltagstauglichkeit verbindet“. Langjährige Bio-Zertifizierung, konsequente Qualitätsorientierung sowie der Fokus auf regionale und nachhaltige Strukturen werden als Merkmale hervorgehoben, die die Servicegesellschaft Nordbaden mbH „zu einem inspirierenden Vorbild für zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung im Care-Bereich“ machen.
Zu den weiteren Nominierten gehörten die FoundingRestaurants GmbH mit dem digitalen, pflanzenbasierten Restaurantkonzept Kaspar Schmauser mit Hauptstandort in Nürnberg sowie Impact Concepts mit Coffee, Brownies & Downies, einer inklusiven Café-Tagesbar in Oberursel.
Gewinner der Kategorie „Nahrungsmittel & Getränke“:
Algenwerk c/o Puevit GmbH

In der Kategorie „Nahrungsmittel & Getränke“ wurde Algenwerk c/o Puevit GmbH ausgezeichnet. Algenwerk bringt frische Spirulina in die professionelle Küche, eine Mikroalge, die laut Jurymitglied und Laudatorin Hanni Rützler Mikroalgen schon seit Millionen von Jahren die Basis der Nahrungsmittelkette bilden.
In diesem Fall entsteht die Mikroalge regional im selbstentwickelten Wassergewächshaus in Dresden und ist lebensmittelsicher sowie industriell skalierbar. Als funktionale Zutat schafft frische Spirulina neue Spielräume für moderne Rezepturen und kann Emulgatoren und Stabilisatoren ersetzen – und zwar Clean Label, wie Hanni Rützler betonte, die zudem die feine Textur und den milden Geschmack lobte.
Im Vergleich zu getrockneten Algen, wie man sie bislang vorrangig aus Nahrungsergänzungsmitteln kennt, bleibt bei frischer Spirulina die natürliche Funktionalität vollständig erhalten.
Ernährungsphysiologisch punktet sie durch den enorm hohen Eiweißgehalt bei kaum Fett, dafür vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Damit verbessere sie laut Hanni Rützler jeden Nutriscore.
Mit einer bis zu 100-fach höheren Flächeneffizienz als Soja wird Spirulina als wichtiger Hebel für nachhaltige Proteinproduktion dargestellt. Als Teil der Pürstinger-Gruppe verbindet Algenwerk Lebensmittelkompetenz mit über 30 Jahren Erfahrung in industrieller Skalierung und treibt nachhaltige Proteinstrategien konsequent voran.
Algenwerk sind zudem die einzigen europaweit, die es in die diesem Maßstab und der Qualität schaffen, Spirulina frisch zu produzieren.
Ebenfalls nominiert in dieser Kategorie waren Pomom GmbH mit Hotly, einem gefrorenen Fruchtpüree am Stiel, das sich in heißem Wasser in ein Heißgetränk verwandelt, sowie Reduced APS mit den Reduced Concentrates, die Bio-Reststoffe per Koji-Fermentation in intensive Geschmackskonzentrate überführen.
Gewinner der Kategorie „Technik & Ausstattung“:
Goodbytz GmbH – Autonomes Kochsystem

In der Kategorie „Technik & Ausstattung“ gewann Goodbytz mit seinen autonomen Kochsystemen. Robotik, Software und kulinarisches Know-how verschmelzen bei den Kochrobotern zu einem integrierten System, das frisches Essen zuverlässig, in konstant hoher Qualität und skalierbar produziert.
Jurymitglied Carl-Otto Gensch erläuterte in der Laudatio, dass dies das erste System sei, das in puncto automatisierter Kochprozess, die Jury überzeugen konnte. Dafür führte er vier wesentliche Punkte an:
- Erstens beeindruckte die besondere Mischung der Goodbytz-Gründer, die Wissen rund um Robotik, Softwareexpertise sowie ein tiefes Verständnis für den Nutzer vereinen.
- Zweitens punktete der Kochroboter durch seinen Fokus auf das Wesentliche
- Drittens überzeugte das Geschäftsmodell durch seine starken Partner
- Viertens erleichtere das Servicemodell den Einstieg
Die Systeme sind bereits im Einsatz und zeigen laut Jury, dass Robotik heute praxisnah und wirtschaftlich funktioniert. Sie entlasten Küchenbetriebe, reduzieren Ressourcenverbrauch und schaffen verlässliche Abläufe. Damit entstehen neue Möglichkeiten für eine stabile, zukunftsfähige Versorgung, die Antworten auf Fachkräftemangel, steigende Kosten und komplexe Prozesse gibt und die Versorgung mit frisch gekochtem Essen langfristig stabilisiert.
Nominiert in dieser Kategorie waren zudem die WeWash GmbH mit der WeWash Box/Care, einem digitalen Abrechnungssystem für Waschmaschinen in Gemeinschaftsbereichen, sowie die Schaerer Deutschland GmbH mit Schaerer Easy Access, einem barrierefreien Selbstbedienungskonzept für Kaffeevollautomaten.
Weitere Informationen unter: https://www.internorga.com
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