Quelle: Colourbox.de

Zukunft auf dem Teller

Schรคtzungen zufolge werden im Jahr 2050 etwa 10 Mrd. Menschen auf der Erde leben. Sie zu ernรคhren wird eine Herausforderung โ€“ den Planeten dabei zu erhalten, eine noch viel grรถรŸere. Eine Lรถsung hat 2019 die EAT-Lancet-Kommission mit der Planetary Health Diet vorgestellt โ€“ und damit nicht nur in Fachkreisen fรผr Furore gesorgt. Bei der wissenschaftlichen Ernรคhrungsempfehlung liegt erstmals nicht nur die Gesundheit der Menschen im Fokus, sondern auch die der Erde. Mit welchen Ansรคtzen das gelingen soll und wie realistisch diese sind, lesen Sie in unserem #spรผrbargrรผn-Artikel zur Planetary Health Diet.

Von der Theorie geht die Planetary Health Diet nun auch in der AuรŸer-Haus-Verpflegung immer mehr in die Praxis รผber. Wir haben drei Beispiele zusammengetragen.

Planetary Health Diet in der Praxis

Food Service Innovation Lab, Dussmann Service Deutschland

Im Herbst 2022 will das Food Service Innovation Lab die Planetary Health Diet erstmals auf den Teller bringen. Mit dem Plantbased Restaurant Ursprung im Berliner Dussmann-Haus wird das erste Planetary-Health-Restaurant erรถffnen. Olga Graf, Head of Sustainability im Food Service Innovation Lab, erklรคrt zum Vorhaben: โ€žAb Herbst gilt: โ€šWir bringen die Ernรคhrung der Zukunft auf den Tellerโ€˜ โ€“ und werden zeigen, wie das schmeckt. Wir machen es uns zur Aufgabe die Planetary Health Diet in Kombination mit Future Food-Komponenten und sozial-nachhaltiger Digitalisierung auf die Teller zu bringen.โ€œ

Als Future Foods definiert das Food Service Innovation Lab Lebensmittel, die besonders neuartig und Alternativen zu klassischen Agrarprodukten sind. Dazu gehรถren Algen, Lebensmittel wie Cultured Meat oder Pilzmyzel, Lebensmittel aus Hydroponik- oder Aquaponik-Anlagen und Produkte, die durch prรคzise Fermentationsprozesse hergestellt werden. โ€žIn Anbetracht planetarer Grenzen und der heutigen Herausforderungen des Klimawandels testen wir auch solche Produkte und Konzepteโ€œ, erlรคutert Olga Graf.

Doch die Vision ist nicht von heute auf morgen umsetzbar weiรŸ Olga Graf: โ€žWir sind nur ein Glied der Wertschรถpfungskette. Aber wir machen es uns zur Aufgabe auf dieser Reise so viele mitzunehmen wie mรถglich, damit wir gemeinsam einen skalierbaren Proof-of-Concept haben. Die Reise beginnt beim Ursprung des Lebensmittels. Es wird viele Dialoge brauchen mit Menschen und Unternehmen entlang der ganzen Kette, viele Experimente und viel Lernen aus Fehlversuchen. Die Zeit dafรผr kรถnnte passender gleichwohl nicht sein.โ€œ

Food Campus Berlin

Der Food Campus Berlin will โ€žTransformationsbeschleunigerโ€œ fรผr die Ernรคhrungswende hin zur Planetary Health Diet werden. Dafรผr sollen Kรถche, Foodies, Produktentwickler, Wissenschaftler, Maschinenbauer, Landwirte analog und digital an einen Tisch gebracht werden und auf innovative Weise kooperieren. Das Problem laut Lukas Dillinger, Innovation Strategist des Food Campus: die industrialisierte Lebensmittelproduktion. Um dieses Problem zu lรถsen, brauche es ein komplett neues Mindset, das gemeinschaftlich erarbeitet werden muss โ€“ dafรผr sei der Food Campus Berlin, an dem auch das Food Service Innovation Lab beteiligt ist, ein Ort der Lรถsungen. Ein Ort, an dem man Essen erforschen, produzieren, verkosten, etwas darรผber lernen und lehren, gemeinsam daran arbeiten, darรผber diskutieren, kommunizieren usw. kann. โ€žDer Food Campus Berlin wird mit einem holistischen Ansatz an Planetary Health Solutions arbeitenโ€œ, erklรคrt Jรถrg Reuter, Geschรคftsfรผhrer Artprojekt Nature & Nutrition und Konzeptionierer des Food Campus Berlin.

Direkt auf den Teller kommen sollen die Lรถsungen in der โ€žspektakulรคrsten Kantine Europasโ€œ, die parallel am Food Campus entsteht. In der Umsetzung liege der Fokus nicht nur auf Innovation, wie Jรถrg Reuter betont, vielmehr gehe es um eine ganzheitliche Betrachtung. Dabei spielt Cultivated Meat genauso eine Rolle wie Plantbased Proteine, Bio-Produkte, regenerative Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung. โ€žLetztlich geht es darum, dass das was kรผnftig aus Natur und Labor auf die Teller kommt, der breiten Masse schmecktโ€œ, hebt Jรถrg Reuter hervor. Akzeptiert der Endkonsument die Speisen nicht, ist egal, wie nachhaltig die Zutaten erzeugt und von A nach B kamen, was drin steckt oder wie schรถn es angerichtet ist. โ€žWir mรผssen auch in ein wertigeres Marketing kommen, das den Konsumenten richtig abholtโ€œ, ergรคnzt Lukas Dillinger. Begleitende Konsumentenbefragungen seien daher unerlรคsslich, um die Planetary Health Lรถsungen massentauglich zu machen.

Nach dem Spatenstich im Juli 2022 ist die Erรถffnung des Food Campus fรผr 2024 geplant. Bis dahin tauscht sich die Community mit bereits 3.000 Mitgliedern auf dem virtuellen Campus mit Akademie und Newsroom aus.

Pรคdagogische Hochschule Tirol

Planetary Health Snacks und Planetary Health To-go-Speisen sind bisher weitestgehend unerforscht. Die Pรคdagogische Hochschule Tirol (PHT) mรถchte dies mit dem Pilotprojekt โ€žDie PHT is(s)t Planetary Healthโ€œ nun รคndern und Einblicke in dieses Forschungsfeld gewinnen. Das erste Ziel bis Herbst 2022 ist es, in der extern betriebenen Mensa/Cafeteria Planetary Health Snacks/To-go-Speisen zu implementieren und die dafรผr notwendige รœberzeugungs- und Aufklรคrungsarbeit zu leisten sowie Rezepte anzupassen und neue zu entwickeln.

Wie ist das Prozedere?

  1. Im ersten Schritt wurde das Gesprรคch mit dem Kรผchenteam vor Ort sowie mit der รผbergeordneten Fรผhrungskraft gesucht und das Konzept der Planetary Health Diet erklรคrt. In sogenannten โ€žFortbildungs-Snacksโ€œ bilden die Studierenden die Kรผchenmitarbeiter bzgl. Nachhaltigkeitssiegel z. B. von Fisch, Produktionsketten, Tierwohl, vegane Ernรคhrung, regionaler und saisonaler Einkauf sowie Foodwaste weiter.
  2. Im aktuell laufenden zweiten Schritt wird eine gemeinsame Wissensbasis zwischen dem Projekt- und dem Kรผchenteam in puncto Nachhaltigkeit, Regionalitรคt, Saisonalitรคt und Bio geschaffen.

Wie geht es weiter?

In den kommenden Wochen erstellen die Studierenden eine Analyse des Ist-Zustandes der PHT-Cafeteria. Dabei werden folgende Ebenen betrachtet:

  • Ernรคhrungsphysiologie
  • Nachhaltigkeit/ร–kologie
  • Wirtschaftlichkeit
  • Geschmack/Prรคferenzen der Gรคste
  • Routine und Arbeitsablรคufe

Quelle: B&L MedienGesellschaft, Ernรคhrungs Umschau

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