Das BMLEH lässt per Marktstudie die Bedeutung von Bio im AHV untersuchen.
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Marktstudie zu Bio in der AHV – Teilnehmer gesucht!

Wie Bio kocht die Gemeinschaftsgastronomie? Das will das Bundesministerium für Ernährung (BMLEH) wissen und hat eine große Marktstudie zur Bedeutung von Bio-Lebensmitteln im Außer-Haus-Verzehr (AHV) beauftragt. Verantwortliche aus Großküchen und Catering sollen u. a. befragt werden zu ihrem Bio-Umsatz-Anteil, monetären Warenwerten und Zertifizierungen.
Freiwillig registrieren kann man sich dafür bereits jetzt auf der Homepage der AMI. Der Fragenkatalog wird dort ab Ende 2025 einsehbar sein.

Eine Markstudie im Auftrag des BMLEH will die Bedeutung von Bio im AHV erforschen.
Quelle: AMI/Ecozept

Warum wurde die Marktstudie veranlasst?

Erklärtes Ziel des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ist es, den Anteil von Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung zu erhöhen, um durch Impulse auf der Nachfrageseite den ökologischen Landbau als besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Wirtschaftsform weiter zu stärken.
Aktuell gibt es jedoch keine belastbaren Daten, welche Marktbedeutung der Vertriebsweg AHV beim Konsum von Bio-Lebensmitteln in Deutschland besitzt.

Hier setzt die von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) und dem Beratungs- und Forschungsunternehmen für nachhaltige Agrar- und Lebensmittelmärkte und biobasierte Kreislaufwirtschaft Ecozept durchgeführte Markstudie an.
Die Untersuchung wird beauftragt und finanziert vom BMLEH und den Agrarressorts der Bundesländer und läuft über mindestens drei Jahre. Sie trägt den offiziellen Titel „Analyse der Marktstrukturen und Marktbedeutung von Biolebensmitteln in der deutschen Außer-Haus-Verpflegung, und kurz: „Strukturen Bio-Außer-Haus-Verpflegung“.

Welche Daten fehlen konkret?

Wichtigste Datengrundlage ist das Großverbraucherpanel von Geo-Marketing. Dieses erhebt produktgenau Umsätze und Preise bei Vollsortimentern der AHV-Belieferung, darunter Edeka Foodservice, Intergast, Selgros, Servicebund und Transgourmet.

Nicht erfasst ist jedoch der Spezialgroßhandel, wie Obst- und Gemüse-Fachhandel, direktvermarktende Erzeugerbetriebe oder das Lebensmittelhandwerk sowie Naturkost-Großhandelsbetriebe mit AHV-Sortiment. Diese werden nun ab 2026 gesondert in einem Panel befragt, um somit ein umfassenderes Bild zu erhalten.

Zu diesem Panel können auch Verantwortliche aus Großküchen beitragen und somit helfen, ein genaueres Bild dieses wichtigen Wachstumsmarktes zu erhalten. Denn mittlerweile fallen mehr als ein Viertel der Konsumausgaben für Lebensmittel in Deutschland auf den Außer-Haus-Verzehr, Tendenz steigend. Bio-Lebensmittel spielen dabei eine immer größere Rolle.

Was wird zum Thema Bio in der AHV abgefragt?

Bei Handel, Direktlieferanten und Großverpflegern bzw. Cateringunternehmen sollen folgende Daten ergänzend erhoben werden:

  • Jahresmittel: Bio-Umsatz-Anteile (%), monetärere Warenwerte (Umsatz in €), nach Verpflegungsbereichen und nach den wichtigsten Produktgruppen
  • Aktuelle Markttrends, Bio-Sortimentsentwicklung, Zertifizierungen, etc.
  • Mittelfristig auch praktizierte Produktpreise für ausgewählte Bio-Leitprodukte.

Die Auswertung der Daten erfolgt streng anonym, es werden keine unternehmens- oder personenbezogene Daten veröffentlicht, sondern nur aggregierte Zahlen.
Die Zahl der Panelteilnehmenden soll sich in den Folgejahren schrittweise erhöhen und somit eine zusehends solidere Datenbasis ergeben.

Wann findet die Befragung statt?

Geplant ist eine alljährliche Befragung der gleichen Unternehmen zu Beginn des Jahres.
Erste Befragungswelle: 12.01.2026 bis 28.02.2026.
Gleiche Zeiträume in den darauffolgenden Jahren.

8 Gründe für eine Teilnahme für Großküchen und Handel

Neben einer besseren Transparenz für alle Beteiligten der Bio-Wertschöpfungskette ergibt sich durch die Markstudie langfristig die Chance, den Bio-Markt zielgenau zu fördern. Durch diese Skalierung könnten sich die Kosten für eine konsequent nachhaltige Bio-Zutatenbeschaffung in Großküchen verringern.

1. Bessere Marktübersicht:
Eine regelmäßige Preis- und Markterfassung schafft mehr Transparenz über Preisentwicklungen und Marktdynamiken in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV). Großküchen können Bio-Produkte strategischer beschaffen, Großhändler können ihre Preisstrategie und Geschäftsentscheidungen fundierter gestalten.

2. Unterstützung politischer Entscheidungen:
Daten liefern Argumente für Förderprogramme oder politische Maßnahmen zur Stärkung von Bio-Lebensmitteln in der AHV.

3. Neue Kundensegmente identifizieren:
Die Analyse der Umsatzentwicklung im Bio-Außer-Haus-Verpflegungsmarkt ermöglicht die gezielte Erkennung umsatzstarker Bereiche und offenbart zugleich Potenziale in bislang weniger erschlossenen Segmenten.

4. Bessere Preisgestaltung:
Teilnehmer erhalten regelmäßige Berichte über Durchschnittspreise, Preisschwankungen und Trends. Dies hilft ihnen, ihre Preisstrategien wettbewerbsfähig auszurichten.

5. Überblick über Wettbewerb und Benchmarking:
Durch eine Analyse des Bio-AHV Marktes können Marktteilnehmende ihre eigene Preisstruktur besser vergleichen und andere konkurrierende Akteure erkennen und ihre Unternehmensstrategie sowie ihr Sortiment/ Dienstleistungsangebt dementsprechend anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

6. Mitgestaltung der Berichterstattung:
Wer sich beteiligt, kann mitentscheiden, welche Daten erhoben und wie sie genutzt werden. Das sichert eine faire und praxisnahe Darstellung der Marktverhältnisse.

7. Repräsentanz nach außen / Marketing:
Die erhobenen Daten können für Präsentationen des Unternehmens genutzt werden, um die eigene Stellung /Position im Markt anhand solider und unabhängiger Daten zu bewerben.

7. Investitionssicherheit:
Eine Abschätzung über die zukünftige Angebots-, Preis- und Nachfrageentwicklung ermöglicht eine gesicherte Planung von Umgestaltungen oder Investitionen und vermeidet Fehlinvestitionen.

Quelle: AMI/Ecozept

info

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Bild von Claudia Kirchner

Claudia Kirchner

Die Branche der Gemeinschaftsgastronomie begleitet Claudia Kirchner nun schon seit fast 20 Jahren, gestartet als journalistische Quereinsteigerin, wie im Fachjournalismus nicht selten. Dafür ist sie als Dipl.-Oecotrophologin quasi vom „Fach“. Und obwohl ihre Leidenschaft zu Studienzeiten eher der Ernährungsphysiologie und Mikrobiologie, denn der Haushalts- und Großküchentechnik galt, machte sie die redaktionelle Arbeit zu einer ausgewiesenen Technikexpertin. Als einstige FÖJ-lerin sensibilisiert für „Ökologie“, hat sie zudem deren „große Schwester“ – Nachhaltigkeit – frühzeitig in der Münchner Zentralredaktion zum Thema gemacht. Ihr Antrieb als Chefredakteurin des GVMANAGER, Redakteurin des Fachmagazins und Impulsgeberin der Zentralredaktion ist es, den Lesern praxistaugliche Tipps für den Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen des Großküchenalltags an die Hand zu geben und spannende Einblicke in Erfolgsrezepte von Kollegen zu geben.

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