Visualisierung des geplanten Neubaus der Mensa Erfurt
Quelle: ATP architekten ingenieure

Mensa-Neubau in Erfurt – was ist geplant?

Der Neubau der Mensa auf dem Campus der Universität Erfurt soll als zentraler Ort für Versorgung, Austausch und studentisches Leben dienen.
Das Studierendenwerk Thüringen hat gemeinsam mit dem Planungsteam von ATP architekten ingenieure den aktuellen Planungsstand und das Nutzungskonzept vorgestellt und stieß dabei auf großes Interesse seitens der Studierenden.

Alles in einem Gebäude gebündelt

Der Mensa-Neubau des Studierendenwerks Thüringen entsteht auf dem Campus in der Max-Weber-Allee zwischen Bibliothek und Forschungsbau. Geplant ist ein zweigeschossiges, teilunterkellertes Gebäude mit Mensa, Cafeteria, Produktionsküche, Servicestellen und Verwaltungsbereichen, die allesamt barrierefrei zugänglich gemacht werden.
Die Gäste sollen sich schnell im Gebäude zurechtfinden. Die ebenerdige Anordnung der Küchenlager fördert die soziale Nachhaltigkeit, da kurze Wege zwischen Lagerung, Speisezubereitung und Ausgabetheken gewährleistet sind. Dies ermöglicht schnelle und effiziente Abläufe bei der Essensausgabe und trägt zugleich zu guten Arbeitsbedingungen für das Küchenpersonal bei.

Vier Jahre für Mensa-Neubau veranschlagt

Die Grundlage für den Mensaneubau wurde im Sommer 2024 mit der Übergabe eines Zuwendungsbescheids des Freistaats Thüringen über knapp 24,7 Millionen Euro gelegt. Studierende wurden während eines Thementags im Mai 2024 frühzeitig in die Planungen einbezogen und konnten ihre Wünsche und Anregungen einbringen. Diese fließen seitdem in den laufenden Planungsprozess ein. Die Entwurfsplanung liegt vor und die Baumaßnahmen sollen noch im laufenden Jahr beginnen. Die Inbetriebnahme der neuen Mensa ist für 2028 vorgesehen.

Lern-, Arbeits- und Begegnungsort

Visualisierung des geplanten Neubaus der Mensa Erfurt, hier die Cafeteria
Blick in die integrierte Cafeteria des geplanten Mensa-Neubaus in Erfurt. (Quelle: ATP architekten ingenieure)

Ein zentrales Element der Planung ist die Nutzung der Mensa als Lern-, Arbeits- und Begegnungsort. Dafür werden verschiedene Sitz- und Aufenthaltsbereiche geschaffen.
Außerdem können die Gasträume mehrfach genutzt werden: Flexible Möglichkeiten zur thermischen Trennung erlauben es, einzelne Bereiche unabhängig voneinander zu nutzen. Damit soll der Mensaneubau nicht nur eine moderne Hochschulgastronomie bieten, sondern auch Räume für Austausch, Lernen und Beteiligung.

Die Raumnutzung soll zudem differenziert nach Vorlesungs- und Tageszeit möglich sein. So lasse sich die untere Etage einzeln betreiben, um Betriebskosten zu sparen. Die Cafeteria könne mit einem warmen Angebot in Randzeiten einspringen.

Geschäftsführer Torsten Schubert betont: „Mit dem Mensaneubau schaffen wir nicht nur eine moderne Hochschulgastronomie, sondern auch Räume für Austausch, Lernen und Beteiligung. Die Mensa soll ein Ort sein, an dem Studierende zusammenkommen, sich organisieren und Campusleben aktiv gestalten können“.

Wärmerückgewinnung, begrüntes Dach und PV

Das Konzept unterstützt den Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen sowie eines intelligenten Energiemanagements. Nachhaltigkeit wird jedoch nicht nur beim Beheizen der Räume berücksichtigt, sondern spielt bei sehr vielen Überlegungen zum Mensaneubau eine wesentliche Rolle. Unter anderem soll die begrünte Dachfläche maximal mit Photovoltaikelementen ausgelegt werden. Oberlichter im Speisesaal sollen nutzbar werden für eine natürliche Be- und Entlüftung.
Es kommt Recyclingbeton zum Einsatz sowie Industrieparkett, das aus Industrieabfall hergestellt wird und nach einer entsprechenden Nutzungsdauer wieder aufbereitet werden kann. Das Gebäude erhält eine langlebige Aluminiumfassade, die zu mindestens 80 % aus nachhaltigen Materialien besteht.

In der Großküche wird Wert gelegt auf kurze Wege, höhenverstellbare und energieeffiziente Technik sowie ergonomische Ausgabesysteme. Multifunktionale Garsysteme sollen u. a. Fritteusen ersetzen. „Die moderne, energieeffiziente Küchentechnik wird einen Quantensprung bedeuten und z. B. auf den Einsatz klassischer Frittierfette verzichten“, erklärt Torsten Schubert.

Pflanzliche Speisen, autonome Versorgung

Visualisierung des geplanten Neubaus der Mensa Erfurt, hier die Cafeteria
Raumeindruck der der geplanten Mensa Erfurt. (Quelle: ATP architekten ingenieure)

Das gastronomische Konzept des Studierendenwerks Thüringen setzt auf eine zeitgemäße Versorgung, die flexibel den Wünschen angepasst werden kann. Die Mittagsversorgung wird unter anderem aus einem vielfältigen veganen und vegetarischen Angebot, einer Pasta- sowie einer Salattheke bestehen.

Eine Öffnung der Mensa ist ebenso am Abend denkbar. Für eine ergänzende Versorgung außerhalb dieser Öffnungszeiten, auch am Wochenende, wird die Einführung autonomer Systeme mit Getränken, Snacks und Backwaren geprüft.
Der Sozialauftrag, Studierende mit einem warmen Essen ab 2 Euro zu versorgen, soll dabei weiterhin nicht beeinträchtigt werden.

Protest der Studierenden gegen Schließung der Cafeteria

Räume zum Austausch auf dem Campus werden von den Studierenden gefordert. Rund um die Informationsveranstaltung zum Mensaneubau machten sie ihr großes Interesse an der zukünftigen Gestaltung der Campusinfrastruktur bei einer Protestaktion deutlich und brachten zum Ausdruck, dass sie die voraussichtliche Schließung der Cafeteria Hörsaal 7 stört.
Der Wunsch nach Aufenthaltsorten, an denen Lernen, Austausch und Begegnung möglich sind, ist dabei ein zentrales Anliegen. „Wir verbringen gern Zeit auf dem Campus. Aber wenn uns dafür keine Räume mehr offenstehen, wird uns das nicht mehr möglich sein“, sagt der Student Benjamin Schick. „Für uns ist die Cafeteria Hörsaal 7 ein wichtiger Treffpunkt. Hier können wir uns austauschen, Referate vorbereiten, das Café International besuchen, einfach zusammen sein. Dafür gibt es kaum einen anderen Ort auf dem Campus. Deshalb sollte die Cafeteria kein Bonus sein, sondern eine Selbstverständlichkeit – ebenso der Kaffee zu günstigen Preisen“, so Schick weiter.

Vertreter der Studierendenschaft betonten, dass sich ihr Protest nicht gegen das Studierendenwerk Thüringen richte, sondern auf den Erhalt und die Weiterentwicklung studentischer Aufenthaltsorte ziele. Franziska Schmitt sagte im Gespräch mit Jens Winkler, Leiter Hochschulgastronomie im Studierendenwerk Thüringen: „Wir wissen, dass Sie unter hohem finanziellen Druck arbeiten, weil das Land Ihnen die finanziellen Mittel gestrichen hat. Es ist für uns ein positives Zeichen, dass Sie mit uns ins Gespräch kommen, dass Sie unsere Wünsche verstehen und teilen und nach gemeinsamen Lösungen suchen“.

Geschäftsführer Torsten Schubert begrüßt die Aktion der Studierenden ausdrücklich: „Wir danken den Studierenden für den offenen Austausch. Der Dialog bestärkt uns darin, den Campus nicht nur als Ort der Versorgung, sondern auch als sozialen Raum weiterzuentwickeln.“
Aufgrund der gekürzten Landesmittel und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Zwänge können jedoch thüringenweit nicht alle bestehenden Cafeterien dauerhaft aufrechterhalten werden. Umso wichtiger ist es für das Studierendenwerk Thüringen, mit dem Mensa-Neubau den Forderungen der Studierenden entgegenzukommen und langfristig einen zentralen Ort für Begegnung, Aufenthalt und studentisches Leben zu sichern.

Quelle: Studierendenwerk Thüringen

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