Das Riedenburger Brauhaus zeigt eine fossilfreie Bierproduktion und rückt den Fokus auf die technische Umsetzung. In der neuen Produktionsstätte entsteht ein Energiekonzept, das die Herstellung von Bier ohne fossile Energieträger ermöglichen soll und auf mehreren miteinander verknüpften Technologien basiert.
Energiespeicher als Kernstück des neuen Konzepts
Ein zentraler Baustein des zukünftigen Energiesystems im Riedenburger Brauhaus sind großdimensionierte Energiespeicher. Drei Speicher wurden angeliefert und installiert: zwei Pufferspeicher der Firma Huber Wärmetechnik sowie ein Brauwasser-Energiespeicher. Der größte Speicher ist rund zwölf Meter hoch, fasst etwa 55.000 Liter Wasser und kann rund 5.000 Kilowattstunden thermische Energie aufnehmen. Damit lässt sich Wärme in einer Größenordnung speichern, die die Versorgung eines kompletten Produktionstages abbilden kann.
Die Speicher werden vor allem dann beladen, wenn ausreichend Strom zur Verfügung steht, der größtenteils aus eigener Photovoltaik stammt. Die gespeicherte Energie wird zeitversetzt im Brauprozess wieder abgegeben. Auf diese Weise lassen sich Lastspitzen reduzieren und Energieflüsse flexibel steuern.
Energiebedarf und Effizienzsteigerung in der Bierproduktion
Für die Herstellung eines Hektoliters Bier werden im neuen Konzept rund 20 Kilowattstunden Wärme benötigt. In der Praxis ergibt sich daraus ein Wärmebedarf im Bereich mehrerer Tausend Kilowattstunden pro Produktionstag, was mit der Energiemenge von etwa 500 Litern Heizöl vergleichbar ist.
Die Reduktion des Energiebedarfs um bis zu zwei Drittel entsteht im Zusammenspiel mehrerer Technologien. Abwärme wird konsequent zurückgeführt, Wärmepumpen heben Temperaturniveaus an, und spezielle Vakuum-Brüdenverdichter werden zur Dampferzeugung genutzt. Die Energiespeicher ermöglichen es, Energieerzeugung und -nutzung zeitlich zu entkoppeln und Wärme bedarfsgerecht bereitzustellen. Dadurch entsteht über die gesamte Kette eine fossilfreie Bierproduktion.
Demonstrationsvorhaben mit Modellcharakter
Das Projekt im Riedenburger Brauhaus wird wissenschaftlich vom Institut für Energietechnik (IfE) begleitet und durch das Bayerische Energieforschungsprogramm gefördert. Es versteht sich als Demonstrationsvorhaben mit Modellcharakter für andere energieintensive Betriebe der Lebensmittelindustrie. Das zugrunde liegende Energiesystem verbindet mehrere Technologien in einer Kombination, die nach aktuellem Stand erstmals in dieser Form umgesetzt wird.
„Die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern ist für uns ein klares Unternehmensziel. Dass uns die aktuelle geopolitische Lage in dieser Entscheidung bestätigt, zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig unabhängige Lösungen zu entwickeln“, sagt Geschäftsführer Maximilian Krieger.
Quelle: Riedenburger Brauhaus