BalanDeli
Quelle: Allgemeine Südboden

Inklusionsbetrieb BalanDeli stärkt Mittagspause im Campus

Das BalanDeli auf dem Campus Neue Balan in München beschäftigt seit 2017 Menschen mit Handicap in regulären, fair entlohnten Jobs und ist damit in Bayern Teil einer noch seltenen Gruppe von Inklusionsbetrieben. Als Campus Caterer übernimmt das Restaurant zugleich eine besondere Rolle im hybriden Arbeitsalltag und holt Mitarbeiter mit subventionierten Lunch-Angeboten zurück an den gemeinsamen Mittagstisch.

BalanDeli als Integrationsbetrieb auf dem Campus Neue Balan

Das BalanDeli ist seit 2017 fester Bestandteil des Campus Neue Balan. Entstanden ist es aus einem inklusiven Umfeld heraus, das den Gedanken des „miteinander Lernens“ in ein „miteinander Arbeiten“ weiterentwickelt hat. „Inklusion ist hier kein Label, sondern Kern des täglichen Betriebs“, sagt Geschäftsführerin Verena Henschen.

Eine Besonderheit des BalanDeli: Die Mitarbeiter arbeiten nicht im Rahmen eines Projekts zusammen, sondern im regulären Betrieb – mit qualifizierten und fair entlohnten Arbeitsplätzen, die auf ihre individuellen Stärken zugeschnitten sind. Ziel ist echte Teilhabe am Arbeitsleben, Existenzsicherung und Unabhängigkeit.

Für die Gäste am Campus, viele davon Mitarbeiter der umliegenden Unternehmen, ist dies nicht immer sofort sichtbar. Nach Meinung von Maximilian von der Leyen, Vorstand der Allgemeinen Südboden, die die Neue Balan konzipiert hat, liegt darin ein Teil der Wirkung. „Wer im Deli zu Mittag isst, unterstützt einen funktionierenden inklusiven Arbeitsprozess im eigenen Arbeitsumfeld. Die Mitarbeitenden auf dem Campus schätzen das Konzept, das vorhandene Gastronomieangebote vom Food-Truck bis zum Thai-Food im Supermarkt um eine weitere Facette ergänzt.“

Verbreitung von Inklusionsbetrieben

Integrations- und Inklusionsbetriebe sind in Deutschland gesetzlich geregelt. Sie eröffnen Menschen mit erschwertem Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt Chancen zur Beschäftigung. Nach der jüngsten Zählung gibt es bundesweit rund 945 Inklusionsunternehmen, -betriebe und -abteilungen, die zusammen etwa 13.600 Menschen mit Behinderung beschäftigen.

In ganz Bayern gibt es derzeit rund 100 Inklusionsbetriebe mit insgesamt etwa 3.900 Arbeitsplätzen, davon rund 1.850 Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap. Damit bleiben Integrationsbetriebe die Ausnahme, wie ein Vergleich zeigt. Allein in München arbeiten laut Angaben des DEHOGA Bayern in rund 3.700 Gastronomiebetrieben mehr als 30.000 Menschen.

Besondere Eignung der Gastronomie für Inklusionsbetriebe

Dass Integrationsbetriebe trotz ihrer Seltenheit überdurchschnittlich häufig in der Gastronomie zu finden sind, wird auf branchenspezifische Strukturen zurückgeführt. „Die Arbeitsprozesse sind modular, Service, Küche, Vorbereitung, Logistik oder Catering bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Aufgaben lassen sich gut aufteilen und an unterschiedliche Stärkeprofile anpassen. Zudem schafft der Personalmangel in der Branche Chancen für Menschen, die im klassischen Arbeitsmarkt benachteiligt sind“, sagt Verena Henschen. Hinzu kommt ein hohes Maß an sozialer Interaktion: Die Arbeit wird unmittelbar sichtbar, Rückmeldungen kommen direkt von den Gästen.

Eine Herausforderung liegt darin, strukturelle Unterstützung, sinnvolle Arbeitsorganisation und betriebliche Professionalität so zu verbinden, dass Inklusion nachhaltig wirkt. „Klare Abläufe, eine strukturierte Wochenkarte und unterschiedliche Tätigkeitsbereiche schaffen Orientierung und Stabilität im BalanDeli“, sagt Henschen.

BalanDeli als sozialer Anker im hybriden Arbeitsalltag

Neben seiner sozialen Funktion spielt das BalanDeli als besonderer Campus Caterer eine weitere Rolle, die in Zeiten hybrider Arbeitsmodelle an Bedeutung gewinnt. Unternehmen auf dem Campus stehen vor der Herausforderung, Mitarbeiter wieder häufiger ins Büro zu holen. „Essen wird zum verbindenden Faktor. Das BalanDeli arbeitet mit mehreren am Campus ansässigen Unternehmen zusammen, etwa über subventionierte Lunch-Angebote, regelmäßige Team-Lunches oder Catering für Meetings und Veranstaltungen“, sagt Maximilian von der Leyen.

Mitarbeiter müssen nicht selbst vorkochen und essen nicht allein am Laptop, sondern erleben die Mittagspause wieder als gemeinschaftlichen Moment. Für Unternehmen entsteht ein niedrigschwelliges Angebot, das Präsenz ohne zusätzlichen organisatorischen Aufwand fördert. Zwischen Homeoffice und Großraumbüro entsteht so ein dritter Ort: der Mittagstisch.

Quelle: Allgemeine Südboden

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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