Was erwarten Millenials und die Gen-Z von der Wellness-Branche? Michael Altewischer über die Wellness-Trends 2023.
Quelle: Colourbox.de/Pressmaster

Attraktivität von Wellness-Hotels für junge Zielgruppe steigern

Wellness-Hotels & Resorts erheben seit 2004 jährlich gemeinsam mit beauty24 die Wellness-Trends im deutschsprachigen Markt. Grundlage der Wellness-Trends 2023 ist eine Gästeumfrage mit 2.265 Teilnehmern sowie eine Expertenbefragung von 123 Wellness-Hoteliers. Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels & Resorts, gibt einen Einblick in die Ergebnisse.

Herr Altewischer, wie geht es der Wellness-Branche?

Wellness-Reisen befinden sich nach Corona und trotz Inflation sowie der Energiekrise nach den uns derzeit vorliegenden Zahlen im Aufwind. Urlaub im Wellness-Hotel gehört zu den Reise-Must-haves im Jahreskalender aller Altersgruppen. Wellness-Hoteliers blicken trotz aller Unwägbarkeiten positiv in die Zukunft: 65 % erwarten eine steigende Nachfrage. Auch die Investitionsfreude ist – unter den von uns befragten Hoteliers – nach wie vor groß: 87 % der Wellness-Hoteliers planen Investitionen für 2023.

In diesem Jahr haben Sie ein besonderes Augenmerk auf die jungen Gästegruppen gesetzt. Warum?

Wir sind gefordert, den Blick in die Zukunft zu richten, denn schon bald werden Millennials und die Generation Z die einflussreichsten Gästegruppen weltweit sein. Für die deutschsprachige Wellness-Branche bedeutet dies gewaltige Umstellungen in den kommenden Jahren. Die von mir gerade angeführte Investitionsfreude muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Wer als Hotelier schon heute die junge Zielgruppe für einen Wellness-Urlaub in seinem Haus begeistern möchte, sollte ihre Wünsche und Bedürfnisse kennen und entsprechend agieren.

Was erwarten die jungen Wellness-Gäste von einer Auszeit?

Die junge Generation sucht im Wellness-Urlaub das ganz besondere Wellness-Erlebnis. Sie wollen keine 08/15-Standards, sondern inspirierende Erlebnisse wie Retreats, Coachings oder Workshops zu Trendthemen. Anschalten statt abschalten, ist ihre Devise. Sie möchten nicht einfach nur entspannen, vielmehr sind sie auf der Suche nach Impulsen, die ihren Lebensstil nachhaltig verbessern. Außerdem ist für die Jungen Quality-Time mit Partnern oder Freunden wichtig. Ganz im Gegensatz zu den älteren Wellness-Gästen, die zwar gemeinsam verreisen, bei denen der Fokus aber mehr auf einer persönlichen Auszeit liegt.

Michael Altewischer, Geschäftsführender Gesellschafter der Wellness-Hotels & Resorts
(Quelle: first class)

„Je mehr ein Hotelier die jüngeren Gästegruppen ansprechen möchte, desto sinnvoller ist es, nicht nur selbst Inhalte zu veröffentlichen, sondern die eigenen Hotel-Gäste gezielt zu animieren auf Social Media Fotos und Videos zu posten.“

Michael Altewischer

Was wünschen sich die älteren Gäste von einem Wellness-Urlaub?

Bei der Zielgruppe ab 30 Jahren – also in der klassischen Zeit der Doppelbelastung durch Kinder und Beruf – wird die stressbedingte Auszeit zum Hauptmotivator für einen Urlaub. Abseits des beruflichen Alltags fällt es leichter, aus dem Hamsterrad heraus zu treten. Im Wellness-Hotel finden sie neben Ruhe und Entspannung den nötigen Abstand zum alltäglichen Leben.

Mehr als jeder zweite Gast ab 60 Jahren hingegen legt ein besonderes Augenmerk auf Gesundheitsangebote.

Wie können Hoteliers die junge Zielgruppe für ihr Wellness-Hotel begeistern?

Wir wissen alle, dass die junge Generation quasi am Smartphone klebt und viel Zeit auf Social Media verbringt. Bei den 25- bis 29-Jährigen ist daher der Einfluss von Social Media auf die Reiseentscheidung mit bereits guten 90 % am höchsten und somit auch der wichtigste Einflussfaktor. Am meisten lassen sich die jungen Gäste von Reisebeiträgen anderer User und Influencer beeinflussen.

Je mehr ein Hotelier die jüngeren Gästegruppen ansprechen möchte, desto sinnvoller ist es, nicht nur selbst Inhalte zu veröffentlichen, sondern die eigenen Hotel-Gäste gezielt zu animieren auf Social Media Fotos und Videos zu posten. Zusätzlich kann man darüber nachdenken, auch kostenpflichtige Kooperationen einzugehen.

Was spricht die jungen Gäste sonst noch an?

Ein wichtiger Einfluss für die Jungen sind auch Streaming und Videoformate. Beliebt sind besonders kürzere Videos wie sie auf Social Media-Plattformen wie TikTok und Instagram zu finden sind.

Welche Rolle spielt denn die Anreise bei der jungen Zielgruppe?

Die Erreichbarkeit des Wellness-Hotels ist buchungsentscheidend bei der jungen Gästegruppe. Für sie ist es relevant, dass eine Anreise auch ohne Auto möglich ist und dass zum Beispiel ein Fahrservice vom Bahnhof zum Hotel angeboten wird.

Wie lassen sich junge Gäste gastronomisch überzeugen?

Vor allem die junge Generation der bis 24-Jährigen definiert sich über das Thema Ernährung. Vegetarische und vegane Ernährung sowie andere Ernährungsangebote, wie Low Carb, spielen für sie eine sehr große Rolle. Hier sehe ich eine echte Aufgabe, für Hoteliers und Reiseveranstalter die Jungen abzuholen und die traditionelle Wellness-Gäste ebenfalls zu begeistern. Auch Verkostungen regionaler Produkte sind für Millennials und Gen-Z interessant. Sie sehen eben beim Thema Food nicht nur den Genuss, sondern auch das besondere Erlebnis.

Zudem wird die Auswahl auf der Getränkekarte immer wichtiger: Genuss ohne Alkohol ist ein Trend über alle Altersklassen hinweg. Alkoholfreies Craftbier, leckere Cocktails ohne Prozente sind bei allen angesagt. Bei den Gästen bis 29 Jahre zeigt sich die Tendenz, dass diese Nachfrage sogar noch steigen wird.

Welchen Buchungseinfluss hat das Hotel-Ambiente bei der jungen Zielgruppe?

Wellness-Gäste aller Altersgruppen sind beim Thema Architektur und Einrichtung anspruchsvoll und legen Wert auf ein optisch ansprechendes Ambiente und eine besondere Ausstattung. Aber vor allem junge Gäste wünschen sich ein Design und Interieur, das dem ersehnten Lifestyle entspricht. Foto-Hotspots für Instagram & Co. gehören dazu – der Infinity-Pool vor schöner Landschaft oder das Fotografieren von Speisen sind bereits Klassiker. Hier liegt eine enorme Herausforderung für die Hoteliers bei der Umstellung auf junge Gäste.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Quelle: Wellness-Hotels & Resorts

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