Bundesernährungsminister Cem Özdemir äußerte sich annlässlich des Tages der Kitaverpflegung zu seiner Ernährungsstrategie.
Quelle: BMEL/Janine Schmitz/Photothek

Özdemir äußert sich zur Kitaverpflegung

Welche Maßnahmen der Ernährungsstrategie der Bundesregierung will Minister Cem Özdemir im Bereich Kita- und Schulverpflegung noch in dieser Legislaturperiode umsetzen? Diese und viele weitere Fragen adressierte das Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) an den Bundesernährungsminister.

„Ich will, dass jedes Kind und jeder Jugendliche einmal am Tag eine gute, gesunde und schmackhafte Mahlzeit erhält, aus saisonal, regional erzeugten Lebensmitteln – und gerne auch Bio. Ich will mich damit nicht zufriedengeben, dass das in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt nicht möglich sein soll. (…) Dennoch können wir die geschätzten zusätzlichen Kosten von etwa 6 Mrd. Euro für ein kostenfreies Mittagessen für alle Kinder und Schüler in der aktuellen Lage leider nicht mobilisieren.“

Cem Özdemir

„Ich will, dass jedes Kind und jeder Jugendliche einmal am Tag eine gute, gesunde und schmackhafte Mahlzeit erhält, aus saisonal, regional erzeugten Lebensmitteln – und gerne auch Bio. Ich will mich damit nicht zufriedengeben, dass das in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt nicht möglich sein soll“, so die Antwort von Cem Özdemir. Besonders wichtig ist dem Bundesernährungsminister die Verbesserung der Qualität: „Das beste Angebot nützt ja nichts, wenn es den Kindern und Jugendlichen nicht schmeckt und sie es nicht essen. Deshalb arbeiten wir daran mit den Bundesländern, die ja für die Verpflegung zuständig sind, entsprechende Strukturen zur Qualitätsentwicklung dauerhaft zu etablieren.“

QM-Tool und verpflichtende Qualitätsstandards

Geplant sei zudem ein digitales Qualitätsmanagement-Tool namens „Unser Schulessen“. Dieses will die Bundesregierung den Schulen zusammen mit den Bundesländern zur Verfügung stellen, damit diese vor Ort die Qualität des Verpflegungsangebots überprüfen können.

Als wichtige Säule für ein vielseitiges Essen in Schulen und Kitas sieht Cem Özdemir zudem die Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wie er diese verpflichtend umsetzen will, darauf geht er in dem Gespräch jedoch nicht weiter ein. Er verweist nur darauf, dass diese bereits in manchen Bundesländern zum Einsatz kämen, etwa in Bayern – wobei hinzuzufügen ist, dass sie auch dort nicht verpflichtend sind. Zudem arbeite das BMEL bei ernährungspolitischen Maßnahmen seit vielen Jahren erfolgreich mit den Ländern zusammen, und diese Vernetzung solle gestärkt werden.

Was sagt Özdemir zum kostenlosen Essen für Kinder und Schüler?

Welche Rolle spielt die Kitaverpflegung in der Ernährungsstragie von Cem Özdemir und welche Maßnahmen plant er?
Quelle: Oksana Kuzmina – stock.adobe.com

Was hält Cem Özdemir von der Forderung Nummer 1 des Bürgerrats für Ernährung, dass alle Kinder Zugang zu einem kostenfreien Mittagessen bekommen müssen? „Die geschätzten zusätzlichen Kosten von etwa 6 Mrd. Euro können wir in der aktuellen Lage leider nicht dafür mobilisieren“, so Özdemir, der die Empfehlungen des Bürgerrates dennoch begrüßt.

Welche Möglichkeiten sieht der Ernährungsminister auf Bundesebene, Kita- und Schulmahlzeiten direkt zu subventionieren? In diesem Zusammenhang verweist er das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Damit haben Kinder, deren Eltern sogenannte Transferleistungen beziehen, die Möglichkeit kostenfrei am gemeinschaftlichen Mittagessen teilzunehmen. „Mit der Kindergrundsicherung möchte der Bund nun die Inanspruchnahme der Leistungen für Bildung und Teilhabe erhöhen, was ich ausdrücklich begrüße. Und für weitere Gespräche mit den Ländern, wie wir die Verpflegung in Kindergärten und Schulen weiter verbessern können, bin ich immer offen“, ergänzt Cem Özdemir.

Stellenwert der Kitaverpflegung in Deutschland

Mehr Kinder als je zuvor werden in Kindertageseinrichtungen betreut. Über 90 Prozent der 3 bis 6-Jährigen und mehr als jedes dritte Kind unter drei Jahren besuchen eine professionelle Kindertagesbetreuung. Das Aufwachsen in der Gemeinschaft heißt auch gemeinsames Essen und Trinken.

So essen weit mehr als 2,6 Mio. Kinder täglich in ihrer Kita zu Mittag. Bundesweit engagieren sich Träger, Pädagogen und Pädagoginnen, Kitaleitung und viele mehr für eine qualitätsgesicherte, gesunde und nachhaltige Verpflegung.

Die Ernährungsstrategie der Bundesregierung unterstreicht unter anderem, wie wichtig eine gesundheitsförderliche Ernährung von Anfang an ist. Mit dem Fokus auf Maßnahmen zur Kita- und Schulverpflegung will die Bundesregierung eine gesunde Ernährung besonders für Kinder und Jugendliche einfacher machen.

Dieses Ziel verfolgt auch der Tag der Kitaverpflegung, veranstaltet vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und den Vernetzungsstellen Kitaverpflegung der Länder. Eine Vielzahl von Aktivitäten vor Ort zeigt, wie gesundes Essen und Trinken zum Kinderspiel wird. Unterstützung finden Fachkräfte beispielsweise dabei, wie sie mit Ess-Auffälligkeiten umgehen können, wie der Speiseplan bei unterschiedlichen Ernährungserfordernissen umgesetzt oder wie die Mahlzeit als Bildungsort gestaltet werden kann. Viele der Angebote richten sich ausdrücklich auch an Akteure in der Kindertagespflege.

Alle Aktionen rund um den 9. Mai 2024, das gesamte Interview mit Bundesminister Özdemir sowie aktuelle Zahlen, Hintergrundinformationen und Unterstützungsangebote des NQZ gibt es auf der Homepage.

Quelle: NQZ

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Politischer Hintergrund

Wie lauteten die konkreten Forderungen des Bürgerrates Ernährung? Was sind die Ziele der Ernährungsstrategie der Bundesregierung?

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