Pflanzliche Bratwurst von RedefineMeat
Quelle: Denise Kelm

Redefine Meat: Plant Based and Printed

Das Oktoberfest ist ein Hotspot deutscher Traditionskost mit viel, viel Fleisch. Redefine Meat mischt diesen Markt nun mit seiner neuen Bratwurst auf. Der Anspruch des Unternehmens: Eine ganz neue Fleischart entwickeln, nur ebenโ€ฆ ohne Fleisch!

Die Herausforderung: Fleisch am Stรผck

Das Unternehmen Redefine Meat ist bekannt fรผr seine NewMeat-Produkte. Dabei geht es nicht einfach darum, einen Fleischersatz zu entwickeln, sondern ganz neue MaรŸstรคbe in Sachen Genuss zu setzen. Das Flaggschiff sind die Flanksteaks nach Rinderart, die im 3D-Druck hergestellt werden. Dazu werden drei Grundstoffe verwendet, die den natรผrlichen Bestandteilen von Fleisch nachempfunden sind: Muskelfleisch, bestehend aus Soja- und Erbsenprotein, Fett auf Kokosbasis und Blut aus Rote Bete und Cranberrysaft. Der 3D-Drucker trรคgt diese drei Grundstoffe schichtweise auf, sodass sie wie am Tier gewachsenes Fleischgewebe miteinander verwoben sind. Das Ergebnis ist eine entsprechende Textur: Der feste Biss des Muskelfleischs ist unterlegt mit zwischen den Fasern liegendem, weichen Fett. Fรผr eine authentische rote Farbe und einen saftig-sรผรŸen Geschmack sorgt die โ€žblutigeโ€œ Komponente. Umhรผllt ist das Ganze von einer knusprigen Kruste.

Edwin Bark, Senior Vize-Prรคsident und General Manager bei Redefine Meat
Edwin Bark, Senior Vize-Prรคsident und General Manager (Quelle: Redefine Meat)

Das Flanksteak von Redefine Meat will sich so geschmacklich und auch in der Textur von gรคngigen Produkten abgrenzen, die oft etwas trocken sind oder aus einer einheitlichen Masse bestehen. Entsprechend aufwendig ist auch die Produktion: โ€žDerzeit liegt die Kapazitรคt eines Druckers bei 10 kg Flanksteak in der Stunde. Das ist nicht schlecht, aber fรผr die industrielle Produktion mรผssen wir uns noch steigernโ€œ, sagt Edwin Bark, Senior Vize-Prรคsident und General Manager bei Redefine Meat.

Zielgruppe: Fleischliebhaber

Rund 500 Restaurants in Europa und Israel bieten das neue Fleisch bereits an. Der Preis liegt derzeit zwischen 26 und 40 Euro pro Portion. โ€žUnser erklรคrtes Ziel ist es, nicht teurer zu sein als tierisches Fleisch. Dabei kommt es uns entgegen, dass die Fleischpreise steigen. Wir mรถchten mit unseren Produkten Fleischliebhabern eine schmackhafte Alternative bieten, die der Umwelt und der Gesundheit guttutโ€œ, erklรคrt Edwin Bark. Denn die Zielgruppe von Redefine Meat sind ausdrรผcklich Mischkรถstler, nicht nur Veganer und Vegetarier. Die breite Masse der Menschen liebt den Geschmack von Fleisch โ€“ aber da die industrielle Zรผchtung von Schlachtvieh umstritten ist, sucht man nach Alternativen. โ€žWir wollen die Viehzucht nicht abschaffen โ€“ im Gegenteil, eine mรครŸige Beweidung durch Kรผhe tut den Wiesen gut. Aber es geht nicht, dass ein kleines Land wie die Niederlande das Vierfache seiner Flรคche an Ackerland benรถtigt, um die eigene Bevรถlkerung zu sรคttigenโ€œ, erlรคutert Edwin Bark die Herausforderung.

Redefine Meat: Das neue Schwein

Den deutschen Markt will Redefine Meat nun pรผnktlich zum Oktoberfest mit seiner ersten Schweinefleisch-Variante erobern: Neugierige kรถnnen sie bis zum 3. Oktober im Tegernseer Tal Brรคuhaus in Mรผnchen fรผr knapp 15 Euro probieren. Entwickelt wurde das Produkt von Spitzenkรถchen, ausgerichtet auf die Bedรผrfnisse der gehobenen Gastronomie. Im Biss ist die Bratwurst etwas fester als eine Wurst aus Fleisch โ€“ das liegt auch daran, dass die Entwickler das Verhรคltnis von Proteinen und Fett optimiert haben. Denn viele Gรคste entscheiden sich fรผr pflanzliche Produkte, weil sie weniger gesรคttigte Fette und mehr Proteine zu sich nehmen mรถchten. Diesem gesundheitlichen Anspruch kommt die neue Wurst entgegen, die mit ihrer leicht rรถtlichen Farbe รผbrigens eher an eine Currywurst erinnert.

Das Geschmackserlebnis ist bemerkenswert: Ein intensiver Umami-Geschmack mit ausgewogenen salzigen und leicht sรผรŸlichen Komponenten. Durch den hohen Proteingehalt muss man schon ordentlich kauen, aber im Gegensatz zu vielen herkรถmmlichen Ersatzprodukten ist die Wurst zwar bissfest, aber nicht trocken. Am besten lรคsst sich das Verhรคltnis Fleischwurst zu Redefine Meat-Wurst vielleicht mit dem Unterschied zwischen weich gekochten Nudeln zur italienischen Zubereitungsart โ€žal denteโ€œ vergleichen. Ein weiterer positiver Effekt zeigt sich erst im Nachgang. Die kompakte Konsistenz fรผllt den Bauch, sodass man schnell gesรคttigt ist, liegt aber wider Erwarten nicht schwer im Magen. Stattdessen ergibt sich ein langanhaltendes Sรคttigungsgefรผhl. Fรผr alle Gastronomen, die ihren neugierigen Kunden das neue Produkt nicht vorenthalten wollen: Ab November wird die Wurst fรผr Gastronomen in Deutschland, den Niederlanden und GroรŸbritannien erhรคltlich sein.

Beliebt bei Kunden und Kรถchen

Bereits etabliert ist das Hackpatty von Redefine Meat im Tegernseer Tal Brรคuhaus. Restaurantleiter Julian Kinner berichtet: โ€žWir verkaufen die NewMeat-Burger von Redefine Meat nun schon seit einigen Monaten und ich kann bestรคtigen, dass sie bei unseren Kunden genauso beliebt sind wie bei unseren Kรถchen.โ€œ Das klingt, als stรผnde der groรŸen Ambition des Unternehmens, der grรถรŸte Fleischproduzent der Welt zu werden, nicht mehr viel entgegen.

Die Bratwurst nach Schweinefleisch-Art (Quelle: Kelm)

Das “Flanksteak” (Quelle: Kelm)

Burger mit pflanzlichem Hack-Patty von Redefine Meat (Quelle: Kelm)

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