Um Kartoffeln vor der Tonne zu retten, haben sich rund 30 Studierendenwerke zur Initiative "Rettet die Knolle" zusammengeschlossen.
Quelle: Studierendenwerk Frankfurt am Main

Studierendenwerke starten Initiative „Rettet die Knolle“

Mit der Initiative „Rettet die Knolle! – Die Studierenden essen die Kartoffeln!“ setzen rund 30 Studierendenwerke bundesweit ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für die regionale Landwirtschaft. Ziel der Aktion ist es, überschüssige Kartoffeln verstärkt dem Verzehr zuzuführen, die Lebensmittelwertschätzung zu erhöhen und Studierende für eine nachhaltige Ernährung zu gewinnen.

Hintergrund der Initiative „Rettet die Knolle!“

Ausgangspunkt von „Rettet die Knolle!“ ist die besonders gute Kartoffelernte des Jahres 2025 in vielen Regionen. Nach Angaben der Studierendenwerke konnten Markt und Nachfrage die großen Mengen nicht vollständig aufnehmen, wodurch Lager schnell gefüllt waren, Preise unter Druck gerieten und nicht alle Kartoffeln als Lebensmittel verkauft werden konnten. Die Folge: Überschüssige Mengen werden teilweise energetisch verwertet oder bleiben unverkäuflich, obwohl sie grundsätzlich verzehrfähig wären. Die Initiative setzt hier an, indem sie die Kartoffel als Lebensmittel wieder sichtbarer macht, bestehende Potenziale nutzt und die Studierendenwerke gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Studierendenwerke als großer Hebel

Die Studierendenwerke verstehen sich als Teil der sozialen Infrastruktur an Hochschulen. Sie versorgen Studierende tagtäglich bezahlbar und verlässlich und übernehmen Verantwortung für Ressourcen, Qualität und Nachhaltigkeit. Mit „Rettet die Knolle!“ machen sie sichtbar, „wofür Studierendenwerke stehen: nicht nur wirtschaften, sondern wertschätzen. Nicht nur versorgen, sondern gestalten.“ Die Studierendenwerke betonen damit ihren Anspruch, über die reine Versorgung hinaus aktiv Impulse für eine nachhaltige Verpflegung zu setzen.

Ablauf der bundesweiten Aktion in Mensen und Cafeterien

Die Aktion „Rettet die Knolle!“ startet im ersten Halbjahr 2026, bevor Lagerbestände kritisch werden können.
Ein gemeinsames Logo und Design sowie digitale Vorlagen erleichtern die Umsetzung vor Ort und sorgen für einen konsistenten Auftritt.
Geplant sind unter anderem: Kartoffel-Aktionsgerichte und Kartoffelwochen in Mensen und Cafeterien, eine bundesweite Rezept-Reihe mit praxistauglichen und budgetfreundlichen Kartoffelgerichten. Hintergrundberichte und Impulse zu Erzeugerbetrieben und regionaler Landwirtschaft, Informationen zur Vielfalt der Kartoffel sowie Tipps zur Resteverwertung und begleitende Inhalte für digitale Kanäle, um die Aktion kontinuierlich sichtbar zu machen.

Messbare Effekte ohne hohen Verwaltungsaufwand

Zur Dokumentation der Wirkung von „Rettet die Knolle!“ wird pro Studierendenwerk eine zentrale Kennzahl erhoben, die das Potenzial der Kartoffelverwertung in den Mensen abbilden soll. Die Datengrundlage ermöglicht einzelne Auswertungen pro Studierendenwerk und zeigt auf, wie viel zusätzliches Kartoffelpotenzial durch die Aktion erschlossen wurde. Dabei soll die Erhebung so gestaltet sein, dass die Umsetzung nicht in Detailarbeit ausartet und ohne übermäßige Bürokratie möglich ist.

Breite Beteiligung der Studierendenwerke

An „Rettet die Knolle!“ beteiligen sich bislang 31 Studierendenwerke aus unterschiedlichen Regionen. Genannt werden unter anderem die Studierendenwerke Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Erlangen-Nürnberg, Essen-Duisburg, Frankfurt am Main, Freiberg, Freiburg, Gießen, Hannover, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kassel, Koblenz, Köln, Mainz, Mannheim, Marburg, Münster, Osnabrück, OstNiedersachsen, Paderborn, Rostock-Wismar, Saarland, Schleswig-Holstein, Ulm, Vorderpfalz, West:Brandenburg und Wuppertal.

„Rettet die Knolle!“ zeigt, wie frische Ideen aus den Studierendenwerken zu konkretem Nutzen für Erzeugerbetriebe, Studierende und Umwelt führen können. Partnerinnen und Partner aus Hochschule, Politik und Gesellschaft sind eingeladen, die Initiative zu unterstützen – für eine nachhaltige Zukunft auf dem Teller.

Zeichen für regionale Landwirtschaft

Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung unterstreicht die Bedeutung der Initiative für die Landwirtschaft: „Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten tagtäglich harte Arbeit, um hochwertige regionale Produkte für uns zu erzeugen. Es darf nicht sein, dass ihre Kartoffeln in Biogasanlagen landen und nicht auf unseren Tellern. Die Aktion ‘Rettet die Knolle’ macht den Wert unserer heimischen Lebensmittel deutlich und sichert regionale Wertschöpfung. Gerne habe ich dafür die Schirmherrschaft übernommen.“

Clemens Metz, Geschäftsführer des Studierendenwerk Freiburg und Vorsitzender des Ausschusses Hochschulgastronomie des Deutschen Studierendenwerks (DSW), beschreibt den Ansatz der Studierendenwerke so: „Mit der Aktion „Rettet die Knolle!“ zeigen die Studierendenwerke, wie Gemeinschaftsverpflegung ganz konkret Verantwortung übernehmen kann: für Lebensmittelwertschätzung, für regionale Landwirtschaft und für nachhaltige Ernährung. Unsere Mensen erreichen täglich hunderttausende Studierende – und genau dort können wir mit einfachen, wirksamen Maßnahmen sichtbar etwas bewegen. Die Kartoffel ist dafür ein idealer Botschafter: vielseitig, beliebt und regional verankert.“

Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, betont die Rolle der Studierendenwerke im Hochschulkontext: „Die Studierendenwerke stehen für soziale Verantwortung und für verlässliche Versorgung im Hochschulalltag. Sie setzen mit „Rettet die Knolle!“ ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für Nachhaltigkeit.“

Quelle: Studierendenwerk Frankfurt am Main

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Hochschulgastronomie trägt Titel GV-Team des Jahres

 Das „Projektteam Miteinander“ der Hochschulgastronomie des Studierendenwerks Frankfurt/M. überzeugte 2023 als GV-Team des Jahres. Mehr zu dem internen Coaching-Projekt, von Mitarbeitenden für Mitarbeitende, lesen Sie hier.

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