Seit Anfang 2026 startet die Rainforest Alliance mit einem neuen Standard für regenerativen Kaffee, der weit über klassischen Nachhaltigkeitsschutz hinausgeht. Böden sollen gestärkt, Biodiversität erhalten und Pestizide reduziert werden – für widerstandsfähige Farmen im Globalen Süden und verlässliche Lieferketten. Weitere Akteure wie GEPA, Julius Meinl, Lavazza und Lebensbaum setzen ebenfalls auf hochwertige Bio-Qualität, Transparenz und soziale Verantwortung. Kaffee mit Mehrwert – für Umwelt, Anbau und Genuss.
Neuer Standard für regenerativen Kaffee
Die internationale Organisation Rainforest Alliance stellt einen neuen Zertifizierungsstandard für regenerative Landwirtschaft vor. Seit Anfang 2026 werden erste zertifizierte Kaffees mit dem neuen Rainforest-Alliance-Siegel für regenerative Landwirtschaft im Handel erhältlich sein. Der Standard ergänzt zunächst den bestehenden Nachhaltigkeitsstandard und fokussiert sich auf Maßnahmen wie reduzierten Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, Agroforstwirtschaft, Biodiversitätsschutz, verbessertes Wassermanagement und Bodengesundheit. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit von Kaffeefarmen im Globalen Süden zu stärken und transparente, belastbare Lieferketten für Unternehmen zu fördern. Die Zertifizierung ist zunächst ausschließlich für Kaffee vorgesehen.

Helle Röstung ergänzt Organico-Reihe
Zum 40-jährigen Organico-Jubiläum erweitert das Fair-Handelsunternehmen GEPA die Linie um den neuen Kaffee „organico blonde fairness“. Die helle Röstung basiert auf einer Arabica-Mischung aus Ostafrika und bietet ein frisches, lebendiges Aromaprofil mit Noten von Zitrusfrüchten und roten Beeren. Durch die schonende Röstung bleiben die sortentypischen Eigenschaften besonders erhalten, was den Kaffee ideal für den puren Ausschank macht. Wie alle GEPA-Kaffees steht auch dieser Neuzugang für transparente Lieferketten, fairen Handel und Bio-Qualität – von der Bohne bis in die Tasse.
Lebensgrundlagen
Julius Meinl intensiviert den Aufbau einer nachhaltigen Kaffee-Lieferkette und verankert verantwortungsvolle Beschaffung strategisch im Unternehmen. Ziel ist es, entlang der gesamten Wertschöpfungskette widerstandsfähige Lebensgrundlagen zu schaffen, gute landwirtschaftliche Praktiken zu fördern und die Biodiversität zu erhalten. Zu den zentralen Handlungsfeldern zählen die Initiative „Responsibly Selected Coffee“, das Generations-Programm, ein Bio- und Fairtrade-zertifiziertes Kaffee-Portfolio sowie ein zertifiziertes Tee-Sortiment mit nachhaltigen Verpackungslösungen. Ab 2026 wird der gesamte in Wien und Vicenza geröstete Rohkaffee die Kriterien des Coffee Sustainability Reference Code erfüllen. Das Generations-Programm stärkt Produzenten durch Maßnahmen zur Einkommensstabilität, Effizienzsteigerung und Diversifizierung.

For Cuba
Mit Lavazza ¡Tierra! For Cuba ergänzt der italienische Kaffeeröster seine nachhaltige Range um einen weiteren hochwertigen Bio-Kaffee. Nuancen von Mandeln, Gewürzen, Schokolade und Nüssen treffen auf einen Hauch tropischer Früchte und Blumen, die aufeinander abgestimmt sind. Das Verpackungsdesign mit leuchtenden Farben fängt das pulsierende Lebensgefühl Kubas ein und spiegelt zudem die Stärke der Frauen wider, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum kubanischen Kaffeeanbau leisten. Lavazza ¡Tierra! For Cuba ist sowohl als Ganze Bohne (1 kg und 500 g) als auch gemahlen (180 g) verfügbar.
We Care
Lebensbaum ist seit 2021 We-Care-zertifiziert und war der erste Bio-Hersteller, der diese Zertifizierung erhalten hat. We Care ist ein nachhaltiger Unternehmensstandard, mit dem dem Unternehmen von unabhängiger Stelle ganzheitlich nachhaltiges Handeln entlang der gesamten Lieferkette und in allen Unternehmensbereichen bestätigt wird – nicht nur auf ein einzelnes Produkt bezogen, sondern auf das gesamte Sortiment. Der Managementstandard überprüft über 150 Kriterien in den vier Handlungsfeldern Unternehmensführung, Lieferkettenmanagement, Umweltmanagement und Mitarbeiterverantwortung. Eine Zertifizierung wird nur erteilt, wenn Prozesse ganzheitlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. In jährlichen Audits wird durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle geprüft, ob diese Anforderungen erfüllt werden und ob eine kontinuierliche Weiterentwicklung stattfindet. Hinter We Care steht mit dem FiBL (Forschungsinstitut für den biologischen Landbau) eine unabhängige und international arbeitende Non-Profit-Organisation. Konkret bezogen auf das Kaffeesortiment bedeutet das z. B., dass man bei Lebensbaum weiß, woher die Rohwaren kommen.

Grown by women
Arvid Nordquist HAB ist der erste Anbieter in nordischen Ländern mit 100 Prozent nachhaltig zertifizierten Kaffeebohnen, der sich nicht nur für ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch für faire Arbeitsbedingungen einsetzt. Mit der Amigas-Initiative „Coffee grown by women“ stärkt die schwedische Kaffeemarke die Position von Frauen in kaffeeanbauenden Ländern und unterstützt den Fairtrade Sektor. Das Unternehmen engagiert sich durch langjährige Partnerschaften mit derzeit sieben Kooperativen in Peru und Honduras für die Stärkung der Frauen im Kaffeeanbau vor Ort und in der Gesellschaft. Im Rahmen dieser Partnerschaften wird mit umfassenden Schulungsprogrammen die Gleichstellung der Geschlechter gefördert.
Kaffeeindustrie vs. Kaffeebauern
Steigende Arbeits- und Betriebskosten treffen die verwundbarsten Kaffeebauern besonders hart. Eine benachteiligte Position der Bauern stellt ein langfristiges Risiko für den gesamten Sektor dar. Mehr dazu in unserem Beitrag Neue Studie zeigt: Wirtschaftsmodell der Kaffeeindustrie nicht zukunftsfähig.