Zwei Dresdner Schulküchen haben im Rahmen des Beratungsprogramms von Stadt-Land-Küche ihre Speisepläne überarbeitet und setzen stärker auf frische, regionale und biologische Lebensmittel. Die Freie Montessorischule Huckepack und die Neue Waldorfschule Dresden haben das sechsmonatige Programm abgeschlossen, ihren Bio-Anteil deutlich gesteigert und den Einsatz hochverarbeiteter Produkte reduziert.
Beratungsprogramm für mehr Bio und Regionalität
Die Freie Montessorischule Huckepack und die Neue Waldorfschule Dresden haben das sechsmonatige Beratungsprogramm von Stadt-Land-Küche erfolgreich abgeschlossen. Beide Schulen haben neue Gerichte in ihre Speiseplanung aufgenommen und kochen frischer, regionaler und mit einem Fokus auf Bio-Lebensmittel. Unterstützung erhielten die Küchenteams durch Stadt-Land-Küche-Küchentrainer Falco Rösner, der gemeinsam mit den Teams Produkte und Einkaufsdaten auswertete, Speisepläne analysierte und neue Rezepte testete.
14% mehr Bio belohnt mit steigenden Essenszahlen
Küchenleiterin Silke Krems von der Montessorischule Huckepack berichtet: „Die neuen Rezepturen von Stadt-Land-Küche kommen bei unseren Kindern super an und sind schon fest im Speiseplan verankert.“ Seit der individuellen Beratung werden täglich 40 bis 50 Portionen zusätzlich ausgegeben. Das ist ein klarer Beleg für die positive Weiterentwicklung des Speiseangebots, obwohl der finanzielle Spielraum der Schule nicht groß war.
In sechs Monaten gelang es dem Küchenteam, den Bio-Anteil von einem Prozent auf durchschnittlich 14 Prozent zu steigern. Rund 22 Prozent der eingesetzten Produkte stammen nun aus der Region. Gleichzeitig reduzierte das Team den Anteil hochverarbeiteter Produkte und setzt stärker auf frische Grundzutaten, mehr Gemüse und neue pflanzenbasierte Gerichte im Speiseplan. Die gestiegene Nachfrage und Rückmeldungen der Schüler an das Küchenteam zeigen, dass das Angebot angenommen wird.
Das Zertifikat zur erfolgreichen Teilnahme ist nicht das Einzige, das die Montessorischule Huckepack ziert. Erst im November 2025 wurde dem Küchenteam vom Deutschen Netzwerk Schulverpflegung e.V. (DNSV) der renommierte „Goldene Teller 2025“ verliehen. Die Auszeichnung würdigte das herausragende Engagement und das innovative Verpflegungskonzept der Mensa, das weit über die Bereitstellung optimaler Mahlzeiten hinausgeht. Mehr dazu lesen Sie hier.
Neue Waldorfschule Dresden reduzierte Fertigprodukte
Das Küchenteam der Neuen Waldorfschule Dresden hat seine Arbeit ebenfalls grundlegend weiterentwickelt. Zum Start der Zusammenarbeit mit Stadt-Land-Küche lag der Bio-Anteil bereits bei 89 Prozent. Das Team um Küchenleiter Matthias Wolf wollte jedoch weniger Fertigprodukte einsetzen und das Angebot stärker an die Saison anlehnen. Versorgt werden rund 550 Kinder und 100 Mitarbeitende. Die Wünsche der Schüler werden aktiv in die Speiseplanung einbezogen, sodass ein Angebot entsteht, das auf die Vielfalt der Wünsche eingeht. Küchentrainer Falco Rösner sagt dazu: „Die Schülerinnen und Schüler bekommen hier täglich richtig leckeres Essen auf die Teller.“
Gemeinsam mit Stadt-Land-Küche entstand in sechs Monaten ein Speiseangebot, das stärker auf frische, pflanzliche und biologische Zutaten setzt. Der Bio-Anteil liegt inzwischen bei nahezu 100 Prozent, rund zwölf Prozent der Produkte stammen – selbst in den Wintermonaten – aus der Region. Auch der Einsatz hochverarbeiteter Produkte wurde deutlich reduziert. Matthias Wolf resümiert: „Wir haben nicht nur unseren Speiseplan neu aufgebaut, sondern auch unsere Herangehensweise an die Küchenarbeit verändert. Die Zusammenarbeit war offen, dynamisch und ist am Ende sogar zu einer Freundschaft geworden.“
71 Küchen von Stadt-Land-Küche betreut
Beide Dresdner Küchen zeigen, wie engagierte Teams mit fachlicher Begleitung ihre Verpflegung Schritt für Schritt nachhaltiger und regionaler gestalten können, wirtschaftlich und mit Blick auf die Bedürfnisse und Wünsche der Schüler. Stadt-Land-Küche begleitet derzeit 71 Küchen in Sachsen – von Schulen über Kitas bis hin zu Seniorenheimen und Studierendenwerken. Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Lösungen für mehr bio-regionale Produkte, attraktive Speisepläne und effiziente Abläufe im Küchenalltag. Die Beratung erfolgt direkt vor Ort und wird individuell auf die jeweilige Einrichtung zugeschnitten.
Speiseräume als Projektträger
Mit der Umsetzung von Stadt-Land-Küche wurde Speiseräume – Urban Food Concepts vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) im Zeitraum von September 2024 bis September 2027 beauftragt. Die Maßnahmen werden finanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Speiseräume ist ein Forschungs- und Beratungsunternehmen, das zukunftsfähige Ernährungssysteme gestaltet. Die erfolgreiche Umsetzung der Kantine Zukunft, Kantine Zukunft Brandenburg sowie die Beratung von Kantinen in Sachsen zeigen, dass eine nachhaltige Transformation in der Gastronomie möglich ist. In Zusammenarbeit mit Institutionen, Städten, Regionen und insbesondere deren Küchenakteurinnen und -akteuren arbeitet das Unternehmen interdisziplinär und verbindet Expertise aus Beratung, Wissenschaft, Gastronomie und Gestaltung.
Quelle: Stadt-Land-Küche
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