Fรผnf Jahre ist es her, dass Andrew Fordyce fรผr Streetfood Business die erste Kolumne schrieb. Klar, dass er dafรผr sein Herzensthema โDie High Five des Streetfoodsโ wรคhlte und die Leser mit der Genialitรคt seiner Einfachheit bekannt machte. Corona zeigt, dass sich dieses Konzept nicht nur zur Krisenbewรคltigung eignet, sondern auch ein gutes Fundament fรผr den Neuanfang danach bildet.
Rรผckzug und Ruhe sind nicht synonym fรผr Stillstand. Vielmehr bieten sie die Chance, sich zu besinnen und neu zu justieren. Das ist fรผr die Gastronomie โ vor allem vor dem Hintergrund eines tiefgreifendes Wertewandels und der einhergehenden Diversitรคt und Fรผlle neuer Trends โ essenziell. Es geht nicht darum, allen Trends hinterherzuhecheln, sondern darum zu filtern, was das jeweilige Streetfood-Angebot besonders macht, sich nicht mit anderen zu vergleichen und fokussiert und ergonomisch unvergleichlich zu machen.
1. Weniger als fรผnf Mitarbeiter
Nichts ist so wichtig wie das Personal. Dabei ist nicht allein die Qualifikation ausschlaggebend, sondern dass die Mitarbeiter voll hinter dem stehen, was Ihr Geschรคft ausmacht: das Storytelling. Nichts ist lohnender als das Investment in eine aufeinander eingeschliffene Crew, die ihren Zusammenhalt kundtut vielleicht sogar durch einen Ritus vor Arbeitsbeginn in Anwesenheit erster Gรคste. Investment beinhaltet ein wertschรคtzendes Miteinander โ im Umgang wie in der Bezahlung. Zufriedene Mitarbeiter bleiben in harten Zeiten loyal. In guten Zeiten vermitteln sie nach auรen Kontinuitรคt und Verbindlichkeit in gleichbleibender Qualitรคt, was bei Kunden in der Werteskala hรถher denn je steht.

2. Der Preis
Nicht nur neuartige Angebote wurden von Kunden akzeptiert, sondern auch deutlich hรถhere Preise. Auch ich korrigiere den Preis von ca. 6,50 Euro den ich vor ca. zehn Jahren ansetzte nach oben โ auf 15 Euro. Die Personalkosten sind der Hauptkostenpunkt und bleiben es. Dazu fordert das neue Selbstbewusstsein der Gastro-Branche endlich: โNicht nur (be-)dienen, sondern verdienenโ. Parallel steigt der Kundenanspruch bei der Qualitรคt. Wenn soziales Engagement Bestandteil ihres Storytellings ist, kรถnnten sie etwa mit einem รผber Karte oder soziale Medien kommunizierten Obulus pro Gericht lokale Hilfsprojekte unterstรผtzen. Alles das lรคsst sich nur รผber hรถhere Preise finanzieren.
3. Weniger als fรผnf Produkte
Weniger ist trendiger denn je. Spรคtestens seit das Wort โnachhaltigโ in aller Munde ist. Weniger Gerichte auf der Karte bedeuten weniger Zeit fรผr Einkauf und weniger Geld fรผr รberhangprodukte, die im Mรผll landen. Stecken sie das, was sie an Zeit und Geld gewonnen haben, in die Qualitรคt ihrer Produkte. Etwa, indem sie bei einer saisonal definierten kleinen Karte ernteorientiert das jeweilige Angebot umliegender Lieferanten nutzen und es vielleicht per Rad abholen.
4. Weniger als fรผnf Zutaten und Handgriffe pro Gericht
Mit weniger Produkten und einer entsprechenden Reduzierung der Zutaten gibt es ein Plus on top beim Zeitfaktor: Weniger Zutaten erfordern weniger Handgriffe. Das Gericht kommt schneller รผber die Theke. Zudem steht Transparenz beim Kunden hoch im Kurs. Er will genau wissen, was er isst. Das muss man nicht einmal in die Karte schreiben. Via QR-Code gibt es nicht nur die Zutaten pro Produkt auf einen Blick, sondern auch die Herkunftsnachweise dazu.
5. In weniger als 50 Sekunden beim Gast
Vor wie nach Corona: Der Kunde will nicht auf sein Essen warten. Streetfood ist eben Super Fast Food. Doch nun muss es nicht nur flink, sondern auch verbindlich zugehen. Ja, soviel Zeit muss sein โ fรผr direkten Augenkontakt und ein Lรคcheln. Mit Corona haben sich verschiedene grundsรคtzliche, nicht mehr umkehrbare Wertewandel vollzogen. Social Distancing brachte die Sehnsucht nach Social Smiling. Hospitality 2.0 gehรถrt auch in den Streetfood-Truck und MUSS Teil ihrer DNA sein.
Mehr รผber Andrew Fordyce und seine Touren zu den Streetfood-Hotspots: www.foodtrendtours.de
Quelle: Fordyce