Ausgewählte kreative Rezepte zum Veganuary
Quelle: B&L MedienGesellschaft/Midjourney

Rezepttipps zum Veganuary

Im Jahr 2025 beteiligten sich rund 26 Millionen Menschen weltweit am Veganuary, was zeigt, wie stark das Interesse an pflanzenbasierter Ernährung wächst.
Gerade für Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie ist der Veganuary zudem ein guter Anlass die vegane Küche gezielt in Aktion zu setzen und vor allem Flexitariern schmackhaft zu machen – von der Redaktion GVMANAGER ausgewählte Rezepte liefern dafür passende Inspirationen (durch Anklicken gelangen Sie zum konkreten Rezept).

Vegane Küche bedeutet heute nicht Verzicht, sondern Vielfalt: Sie kann rustikal sein, wie eine herzhafte Linsen-Bolognese mit Wurzelgemüse und veganem, krossen Bacon-Topping – vertraut im Geschmack, aber pflanzlich neu gedacht. Sie kann aber auch überraschend raffiniert sein, wie eine Dinkel-Taboulé mit einer zitronigen Rote Bete-Sauce an gerösteten Blumenkohl-Steaks – farbenfroh, aromatisch und sättigend.

3 Strategien, um Berührungsängste abzubauen

Um Gäste zu inspirieren und Berührungsängste abzubauen, bietet der Veganuary die perfekte Steilvorlage. Ökoring hat passend dazu drei verschiedene Konzepte entwickelt, mit denen sich wirklich jede Klientel abholen lässt:

Plant-Forward Menüs

Plant-Forward Menüs rücken das Bio-Gemüse ins Zentrum und nutzen tierische Produkte höchstens als feinen Akzent. So wird der Geschmack der Jahreszeit ganz ohne Dogma gefeiert. Etwa mit einem cremigen Sellerie-Apfel-Püree, getoppt mit gerösteten Pilzen und einem Hauch Haselnussöl. Wer möchte, kann das Gericht mit einem Klecks Sauerrahm abrunden – nach Geschmack, nicht aus Prinzip.

Halb-Halb

50/50 Specials geben Gästen die Wahl: Klassiker wie Chili, Burger oder Curry erscheinen parallel in einer veganen und einer traditionellen Variante. So entsteht Offenheit und oft greifen selbst überzeugte Fleischliebhaber neugierig zur pflanzlichen Alternative.

Probierportionen

Taste & Try Optionen schaffen Raum zum Entdecken und es können neue pflanzliche Rezepte unkompliziert ausprobiert werden – oft mit großem Aha-Effekt. Zum Beispiel kann durch Probierportionen veganer Gerichte die vegane Küche als genussvolle Bereicherung, nicht als Einschränkung erlebt werden.

Was haben Großverpfleger zum Veganuary geplant?

Aktionswoche bei L & D

Unter dem Motto „New Year, Same You“ steht eine Aktionswoche des Caterers L & D, die im Rahmen des Veganuary vo 12. bis 16. Januar 2026 geplant ist. Während der Aktionswoche erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Angebot an veganen Gerichten und pflanzlichen Menüs. Damit möchte L & D zeigen, wie einfach und genussvoll eine Ernährung auf pflanzlicher Basis sein kann.
Doch der Caterer betont, dass der Veganuary längst mehr sei als eine temporäre Aktion. Das Unternehmen versteht die Teilnahme als Teil seiner ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie, die ökologische Verantwortung und genussvolle Ernährung miteinander verbindet. „Mit dem Veganuary möchten wir Bewusstsein schaffen und Lust machen, Neues auszuprobieren. Pflanzliche Ernährung ist nicht nur gesund und vielseitig, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz“, erklärt Barbara Schütgens, ESG-Expertin bei L & D.

Gebratener Spitzkohl auf Selleriepüree, ein Aktionsgericht des Veganuary
Gebratener Spitzkohl auf Selleriepüree, ein veganes Gericht von L & D. (Quelle: L & D GmbH)

Mehr Fleischersatz und Stempelkartenaktion bei Medac

Beim Pharmaunternehmen Medac ist die Nachfrage und Akzeptanz von veganen Speisen stark standortgetrieben. Während in der Hauptzentrale in Wedel bei Hamburg vegane Speisen gut angenommen werden, sodass der Anteil bei im Schnitt 40-50 Prozent liegt, sind die Mitarbeiter am Standort Tornesch deutlich zurückhaltender – hier liegt der Anteil bei rund 10-15 Prozent.
Die beliebtesten Gerichte sind Currys und Pastagerichte, also gelernte Gerichte, bei denen eine vegane Zusammenstellung oft bereits Standard ist.
Allerdings will Jan Philipp Woldmann, Kitchen Coordinator bei Medac, künftig kulinarisch mehr experimentieren. Der Veganuary wird als Anlass genommen, um die Resonanz auf Plant-based Ersatzprodukte, die bisher wenig eingesetzt wurden, zu testen. Ins Rennen gehen werden Produkte von Endori, welche das Küchenteam vorab verkostete. „Wir waren begeistert von Geschmack und Qualität und freuen uns, unseren Gästen eine Alternative zu Fleischprodukten vorzustellen, die der Umwelt und Tierwelt zugutekommt“, resümiert Jan Philipp Woldmann, der mit seinem Team in Eigenregie rund 200 Gäste täglich versorgt. Um diesen Lust auf mehr Veganes zu machen, sind verschiedene Aktionsgerichte und eine Stempelkartenaktion geplant.
Letztere wird angeboten von Endori und ist mit einem Gewinnspiel gekoppelt. Wer seine Stempelkarte einlösen möchte, muss während des Veganuary vier Endori-Aktionsgerichte bestellen und die Stempel dafür kassieren. Als Gewinn werden zehn Genusspakete von Endori – inklusive Kochbuch für pflanzlichen Genuss zu Hause – ausgelobt sowie 25 Schlüsselanhänger der Marke Nici aus recycelten PET-Flaschen in Form des Endori-Maskottchens „Peater“.

Bei MVV Energie ist Akzeptanz gestiegen

Mehr Mut in puncto Fleisch- und Fischalternativen ist auch das Motto bei MVV Energie: „Alternativen werden nachgefragt und auch gerne gegessen. Im Einkauf suchen wir daher immer nach neuen Kreationen und wir sind sehr offen“, berichtet Küchenleiter Marc Bonaventura. Er erkennt zudem eine gewisse Skalierung in die Breite: „Vor einigen Jahren konnten wir tatsächlich klare Zielgruppen erkennen. Heute ist dies zwar auch noch erkennbar, aber nicht mehr in dem Ausmaß. Vegan ist kein Fremdwort mehr, sondern fester Bestandteil des Speiseplans und wird von jedem Gast gerne gegessen.“

Im Studentenwerk Magdeburg ist vegan Standard

Trotz täglichem veganen Angebot bewirbt das Studentenwerk Magdeburg den Veganuary.
Studentenwerk Magedeburg

Das Studentenwerk Magdeburg hat bereits täglich vegane Gerichte auf dem Speiseplan. „Den Veganuary nutzen wir, um die Gerichte nochmal hervorzuheben“, berichtet Enrico Möhler, Sachgebietsleiter Hochschulgastronomie im Studentenwerk Magdeburg.
Gerichte wie die High Protein Bowl mit Veggie Beef, Bohnen, Quinoa und Kichererbsen oder Plant-based Nuggets mit Pfirsich-Chilisauce, dazu Möhren-Erbsen-Maisgemüse und Bio-Langkornreis werden im Speiseplan mit „Veganuary“ gekennzeichnet und zusätzlich auf Instagram bzw. der Homepage beworben.
Interessanterweise rangieren unter den Studierenden vegane Gerichte mit Fleischersatzprodukten durchweg unter den Rennern. „Besonders beliebt sind veganes Gyros, veganes Schnitzel, veganes Frikassee und vegane Moussaka“, erzählt Enrico Möhler.

Verkostung von Mungobohnenprodukten im Studierendenwerk Gießen

Das Studierendenwerk Gießen baut für den Veganuary sein veganes Speisenangebot in den Mensen an den Hochschulstandorten Gießen, Friedberg und Fulda aus.
Im gesamten Januar erwartet die Gäste täglich ein veganes Hauptgericht sowie ein zusätzliches veganes Aktionsgericht. Ergänzt wird das Angebot durch mindestens eine rein pflanzliche Suppe, eine wechselnde vegane Pastasauce sowie die vegane Bolognese, einen veganen Beilagensalat sowie saisonales beziehungsweise tagesaktuelles Gemüse. Mindestens zwei verschiedene vegane Desserts runden das vielfältige Angebot ab.

Gleichzeitig bleibt für Gäste, die weiterhin Fleisch oder Fisch bevorzugen, täglich mindestens ein entsprechendes Gericht, zusätzlich zur Rinderbolognese mit Nudeln, auf dem Speiseplan. „Wir sind offen für neue Ideen und möchten Studierenden Impulse für eine pflanzenbetonte Ernährung geben – ohne auf Vielfalt für alle zu verzichten“, erklärt Guido Wolf, Leiter der Hochschulgastronomie.

Ein besonderes Highlight im Veganuary 2026 ist eine Verkostungsaktion mit den veganen Produkten von „Oh Mungood“. Die innovative Fleischalternative auf Basis der Mungobohne überzeugte die Hochschulgastronomie durch ihren authentischen Geschmack und wird bereits jetzt vereinzelt für vegane Gerichte genutzt.

Quelle: B&L MedienGesellschaft

info

Von Hafermilch bis Sonnenblumenkernpatty

Warum setzt Bio-Caterer Rebional auf selbstgemachte Ersatzprodukte wie Hafermilch und Sonnenblumenkernpatty? Wie wirkt sich das finanziell und personell aus? Mehr dazu.

Bild von Claudia Kirchner

Claudia Kirchner

Die Branche der Gemeinschaftsgastronomie begleitet Claudia Kirchner nun schon seit fast 20 Jahren, gestartet als journalistische Quereinsteigerin, wie im Fachjournalismus nicht selten. Dafür ist sie als Dipl.-Oecotrophologin quasi vom „Fach“. Und obwohl ihre Leidenschaft zu Studienzeiten eher der Ernährungsphysiologie und Mikrobiologie, denn der Haushalts- und Großküchentechnik galt, machte sie die redaktionelle Arbeit zu einer ausgewiesenen Technikexpertin. Als einstige FÖJ-lerin sensibilisiert für „Ökologie“, hat sie zudem deren „große Schwester“ – Nachhaltigkeit – frühzeitig in der Münchner Zentralredaktion zum Thema gemacht. Ihr Antrieb als Chefredakteurin des GVMANAGER, Redakteurin des Fachmagazins und Impulsgeberin der Zentralredaktion ist es, den Lesern praxistaugliche Tipps für den Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen des Großküchenalltags an die Hand zu geben und spannende Einblicke in Erfolgsrezepte von Kollegen zu geben.

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