
Hunde sind „der beste Freund des Menschen“ und deswegen oft auch unentbehrlicher Begleiter von Restaurant- und Hotelgästen. Das Unternehmen Königshappen stellt dafür ein Servicekonzept vor, das sich gezielt an die Hotellerie und Gastronomie richtet.
Kernprodukt sind 100 Prozent biologische Premium-Leckerlis, die als Begrüßung für Hunde eingesetzt werden können. Sie sind gluten- und laktosefrei sowie für allergieempfindliche Tiere geeignet. Betriebe erhalten damit eine integrierbare Lösung, um ihr Serviceangebot auszubauen und zusätzliche Aufmerksamkeit bei Gästen zu erzielen.
Markus Steinberger, Geschäftsführer von Königshappen, erklärt im Interview, warum diese Nische gar nicht so nebensächlich ist.
firstclass: Herr Steinberger, beobachten Sie von Gästen mit Hund eine veränderte Erwartungshaltung gegenüber Gastronomie und Hotellerie?
Definitiv. Vor zehn Jahren war es schon nett, wenn ein Hund einfach eine Schüssel Wasser bekommen hat. Heute beschäftigen sich immer mehr Betriebe aktiv mit dem Thema. Als wir vor acht Jahren gestartet sind, wurden wir noch gefragt: „Warum sollte ich dem Hund etwas schenken?“ Diese Frage kommt inzwischen kaum noch.
Natürlich gibt es nach wie vor Häuser, die grundsätzlich keine Hunde erlauben. Aber alle, die Hunde zulassen, haben erkannt, welche Rolle sie für ihre Gäste spielen. Der Hund ist für viele der beste Freund – und den kann man nicht ignorieren. Entsprechend sieht man heute Näpfe, Decken auf dem Zimmer, Türschilder oder kleine Willkommensgesten. Das Thema ist deutlich professioneller geworden.
Wie stark beeinflusst Hundefreundlichkeit tatsächlich die Wahl eines Restaurants oder Hotels?
Aus meiner Sicht sehr stark. Die Idee zu Königshappen ist ja aus unserer eigenen Gastronomie entstanden. Wir haben gemerkt, welchen „Wow-Effekt“ – im wahrsten Sinne des Wortes – so eine kleine Geste auslösen kann. Wenn die Servicekraft dem Hund ein hochwertiges Leckerli bringt, entsteht ein echter Magic Moment. Der Gast rechnet nicht damit – und genau das macht den Unterschied.
Es geht dabei nicht um Größe oder Menge, sondern um das Signal: „Dein Hund ist bei uns willkommen.“ Das wirkt emotional. Gäste erzählen es weiter, kommen wieder, empfehlen den Betrieb. Und umgekehrt ist es genauso: Wenn Hunde ausgeschlossen oder ignoriert werden, spricht sich das ebenfalls herum.
In Hotels kommt noch hinzu: Viele verlangen 20 oder 25 Euro pro Nacht für den Hund. Dann erwarten Gäste auch eine entsprechende Leistung. Nur kassieren und sonst nichts anbieten – das reicht heute oft nicht mehr.
Welche wirtschaftlichen Effekte beobachten Sie bei hundefreundlichen Betrieben?
Viele berichten von mehr positiven Bewertungen und höherer Weiterempfehlung. Gäste fühlen sich wertgeschätzt und bringen das auch online zum Ausdruck. Zudem kommen sie wieder – oft ganz bewusst.
Ein weiterer Aspekt: Das Servicepersonal kommt leichter ins Gespräch. Wenn der Hund zuerst ein Leckerli bekommt und die Bedienung sagt „Ich komme gleich zu Ihnen“, entsteht sofort eine positive Gesprächssituation am Tisch. Das lockert die Atmosphäre – und ja, es wirkt sich durchaus auch auf das Trinkgeld aus.
Welche Rolle spielen Online-Bewertungen und Social Media in diesem Zusammenhang?
Eine große. Heute ist das Smartphone immer griffbereit. Wenn Gäste eine besondere Aufmerksamkeit erleben, wird das schnell fotografiert, gepostet und bewertet. Wir werden selbst häufig in Beiträgen verlinkt.
Gerade weil Hundefreundlichkeit noch nicht überall Standard ist, sticht sie hervor. Und positive Überraschungen verbreiten sich online besonders schnell.
Warum wirken kleine Aufmerksamkeiten gegenüber Hunden oft stärker als klassische Serviceangebote?
Weil viele klassische Serviceleistungen selbstverständlich geworden sind. Eine kleine, unerwartete Geste dagegen bleibt im Kopf. Sie schafft Emotion.
Wenn etwa vier Personen im Biergarten sitzen und der Hund zuerst ein Leckerli bekommt, sorgt das sofort für Gesprächsstoff am Tisch. „Wie aufmerksam ist das denn?“ – solche Reaktionen hören wir häufig.

Für welche Betriebstypen ist das Thema besonders relevant?
Man kann das nicht in eine Schublade stecken. Wir arbeiten mit sehr unterschiedlichen Betrieben – vom Landgasthof bis zum Fünf-Sterne-Hotel. Auch im gehobenen Segment ist das Thema präsent. Gerade dort wird Service sehr bewusst inszeniert, und eine stimmige, hochwertige Aufmerksamkeit für Hunde passt durchaus ins Konzept.
Natürlich investieren wirtschaftlich stabile Häuser leichter in zusätzliche Serviceangebote. Aber wir erleben auch Betriebe, die anfangs skeptisch waren und später sehr überzeugt nachbestellt haben, weil sie die Resonanz der Gäste gesehen haben. Oft muss man es einfach ausprobieren.
Was hat Sie persönlich motiviert, sich auf dieses Segment zu spezialisieren?
Das war weniger eine strategische Marktanalyse als eine praktische Erfahrung. In unserem eigenen Lokal in Glonn haben wir schon immer versucht, neue Ideen umzusetzen und uns weiterzuentwickeln. Die Hundeleckerlis haben wir anfangs tatsächlich selbst abgepackt – mit Unterstützung unserer Kinder.
Wir haben schnell gemerkt, wie sehr sich die Gäste darüber freuen. Und wenn die Leckerlis einmal ausgegangen sind, war das fast ein Notfall. Da wurde uns klar: Wenn das für unsere Gäste so wichtig ist, dann könnte das auch für andere Betriebe interessant sein. Also haben wir den Schritt gewagt und Königshappen gegründet.
Sie sind erstmals auf der Independent Hotel Show vertreten. Warum ist dieses Format für Sie interessant?
Anfangs hatte ich ehrlich gesagt etwas Respekt. Der Name klingt sehr international, sehr gehoben – da fragt man sich schon, ob man mit einem Produkt wie unserem dort richtig ist. Aber genau der Fokus auf inhabergeführte Hotels reizt mich.
Uns ist der persönliche Kontakt wichtig. Wir möchten mit Hoteliers und Gastronomen zusammenarbeiten, die das Produkt bewusst einsetzen, Feedback geben und es als Teil ihres Servicegedankens verstehen. Große, anonyme Palettenlieferungen ohne Bezug zum Betrieb sind nicht unser Ziel. Deshalb passt ein Format, das sich an individuelle Häuser richtet, sehr gut zu uns.
Was zeichnet Ihr Produkt aus?
Unsere Leckerlis werden bei uns vor Ort hergestellt. Die Hauptsorte besteht aus Bio-Huhn und Innereien, ohne Zucker, ohne Getreide und ist auch für allergieempfindliche Hunde geeignet. Wir bieten bewusst keine Vielzahl an Geschmacksrichtungen an, sondern konzentrieren uns auf Qualität.
Wichtig ist uns auch die saubere, hygienische Verpackung – offenes Hundefutter in der Gastronomie halte ich für problematisch. Zusätzlich gibt es ergänzende Produkte wie Näpfe, Decken oder Türschilder. Immer stärker nachgefragt werden auch 100-Gramm-Packungen zum Wiederverkauf an der Rezeption.
Im Kern geht es uns aber um eine Haltung: Der Gast ist König – und wenn er mit Hund reist, dann gehört dieser für uns selbstverständlich dazu.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Michael Teodorescu
Independent Hotel Show
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