Kollex Bier-Monitor 2026
Quelle: B&L MedienGesellschaft/Flux (KI)

Kollex Bier-Monitor 2026: Jeder achte Liter Bier in der Gastro wird alkoholfrei

Der Kollex Bier-Monitor 2026 erscheint auch dieses Jahr wieder zum internationalen Tag des Bieres und wertet aus, wie sich die Biergeschmäcker in den Regionen verändern. Er basiert auf den Bestelldaten der digitalen Bestellplattform Kollex und gibt Aufschluss über Konsumtrends, regionale Vorlieben und die Entwicklung des Biermarktes in der Gastronomie.

Alkoholfreies Bier: vor allem Weizen und Pils

Alkoholfreies Bier etabliert sich in der deutschen Gastronomie zunehmend als fester Bestandteil des Angebots. Der Kollex Bier-Monitor 2026, der auf den Bestellungen von mehr als 20.000 Gastronomiebetrieben bei über 175 Getränkefachgroßhändlern basiert, zeigt, dass deutschlandweit bereits zwölf Prozent der von Gastronomiebetrieben bestellten Biermenge alkoholfrei sind. Alkoholfreie Biervarianten legten damit im Vergleich zum Vorjahr um nahezu zwei Prozentpunkte zu.

Quelle: Kollex

Laut dem Bier-Monitor handelt es sich bei alkoholfreien Bieren in Deutschland am häufigsten um Weizenbier. Auf alkoholfreies Weizen entfallen 45 Prozent des Segments, gefolgt von Pils mit 26 Prozent und Biermischgetränken mit 11 Prozent. Fassbrause und Malzbiere sowie 0,00-Prozent-Varianten und weitere Sorten kommen jeweils auf sechs Prozent. Bundesweit bleibt Pils bei den alkoholhaltigen Bieren die unangefochtene Nummer eins.

Quelle: Kollex

Regionale Präferenzen im Süden und Südwesten

Im Süden Deutschlands profitieren insbesondere bayrische Brauereien von der wachsenden Nachfrage nach alkoholfreiem Bier, da sie bereits in der alkoholhaltigen Variante beliebte Weizenbiere im Sortiment führen und entsprechend stark im alkoholfreien Segment vertreten sind. In Bayern werden bei den alkoholhaltigen Bieren im Ländervergleich am meisten Helles, Weizenbier und Lager bestellt. Helles kommt dort auf einen Anteil von 32 Prozent, Weizenbier auf 18 Prozent und Lager auf 15 Prozent. Deutschlandweit erreichen diese Sorten bei alkoholhaltigem Bier lediglich Anteile von neun beziehungsweise acht Prozent. Zu den beliebtesten Marken bei den alkoholhaltigen Bieren zählen in Bayern Augustiner und Flötzinger aus Rosenheim. Bei Radlern mit und ohne Alkohol greifen Gastronomiebetriebe in Bayern am häufigsten zu Mönchshof.

Auch in Baden-Württemberg zählt Weizen zu den beliebtesten Biersorten. Gleichzeitig bleibt Pils mit rund der Hälfte aller Bestellungen die klare Nummer eins, wie auch bundesweit. In Baden liegt sowohl bei alkoholhaltigen als auch bei alkoholfreien Varianten Rothaus vorne.

In Bayern sowie in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist bereits mehr als jeder siebte bestellte Liter Bier alkoholfrei. In Rheinland-Pfalz führen die Bitburger 0,0-Varianten, das Benediktiner Weißbier Alkoholfrei und das Erdinger Alkoholfrei das Ranking an. Im Saarland dominieren mit Karlsberg und Bitburger zwei regional verwurzelte Brauereien sowohl bei alkoholhaltigen als auch bei alkoholfreien Bieren. Bitburger behauptet zudem in Rheinland-Pfalz Platz eins und in Nordrhein-Westfalen Platz zwei der beliebtesten Biermarken mit Alkohol.

Markenfavoriten von der Mitte in den Norden

Krombacher verteidigt im Kollex Bier-Monitor 2026 seine Position als bundesweit meistbestellte Biermarke der Gastronomie. Besonders stark ist die Marke in Nordrhein-Westfalen sowie in Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt vertreten, jeweils sowohl als alkoholhaltiges Bier als auch mit alkoholfreien Produkten. Die zweitbeliebteste alkoholfreie Marke ist bundesweit Benediktiner. In Hessen und Sachsen-Anhalt teilt sie sich Spitzenplätze mit Krombacher, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusätzlich mit Erdinger.

In den Stadtstaaten treten lokale Marken neben überregional bekannten Marken an. In Hamburg liefern sich Krombacher, Astra und Holsten traditionell ein enges Rennen, 2026 liegt Krombacher knapp vorne. In Berlin bestellen Gastronomiebetriebe inzwischen häufiger Krombacher als die traditionsreichen Biere aus der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei. Bei alkoholfreiem Bier gehören neben Krombacher Weizen Alkoholfrei und Krombacher 0,0 Pils auch Erdinger Alkoholfrei zu den favorisierten Produkten.

In Bremen liegen Haake-Beck und Franziskaner inzwischen vor Beck’s. Haake-Beck und Franziskaner überzeugen dort auch mit ihren alkoholfreien Varianten, was im kleinsten Bundesland den Anteil an bestelltem alkoholfreien Bier erhöht.

Ostdeutsche Schwerpunkte: Schwarzbier und regionale Spezialitäten

Im Osten Deutschlands behaupten regionale Spezialitäten ihren Platz. Köstritzer ist die beliebteste Biermarke in Sachsen und Thüringen sowie die zweitbeliebteste in Sachsen-Anhalt. Besonders gefragt sind Pils und Schwarzbier dieser Marke, während beim Weizen mit oder ohne Alkohol eher Benediktiner gewählt wird. Den niedrigsten Anteil an bestellten alkoholfreien Bieren verzeichnet der Bier-Monitor in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In Mecklenburg-Vorpommern erreicht Schwarzbier mit knapp sechs Prozent den höchsten Anteil bundesweit. Deutschlandweit entfallen lediglich 0,6 Prozent aller Bierbestellungen auf dunkle Biere. Im alkoholfreien Segment spielt Schwarzbier dagegen kaum eine Rolle. Beim Pils stammen die beliebtesten Biere in Brandenburg von Radeberger, in Mecklenburg-Vorpommern von Lübzer und Störtebeker. Im alkoholfreien Bereich dominieren auch in diesen Bundesländern Weizenbiere. In Brandenburg führen Erdinger, Barre und Schöfferhofer, in Mecklenburg-Vorpommern Störtebeker, Erdinger und Lübzer.

Alkoholfreie Biere als fester Bestandteil der Getränkekarten

Der Bier-Monitor hält fest, dass sich die deutsche Bierkultur vielfältiger entwickelt. Pils bleibt die beliebteste Biersorte, gleichzeitig entfällt inzwischen bei jedem achten Liter die Entscheidung der Gastronomie auf alkoholfreie Varianten.

„Alkoholfreie Biere sind damit längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Ob Weizen, Radler oder 0,0-Prozent-Variante – sie gehören heute in den meisten Gastronomiebetrieben selbstverständlich zur Getränkekarte. Für die Gäste bedeutet das vor allem mehr Auswahl und die Möglichkeit zum bewussteren Genuss“, sagt Stefan Kellner, CEO von Kollex und Herausgeber des Bier-Monitors.

Kollex als Datengrundlage

Der Bier-Monitor erscheint jährlich zum Internationalen Tag des Bieres und wertet aus, wie sich die Biergeschmäcker in den Regionen verändern. Er basiert auf den Bestelldaten der digitalen Bestellplattform Kollex und gibt Aufschluss über Konsumtrends, regionale Vorlieben und die Entwicklung des Biermarktes in der Gastronomie.

Quelle: Kollex

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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