Bio Hotels
Quelle: Biohotel Bacherhof

Bio Hotels begrüßt strengere Regeln und Standards gegen Greenwashing

Die europäischen Vorgaben gegen Greenwashing bringen neue Anforderungen an Umweltwerbung und Nachhaltigkeitssiegel in der Hotellerie. Die Hotelvereinigung Bio Hotels, die seit 25 Jahren auf überprüfbare Bio-Qualität und transparente Standards setzt, begrüßt die Neuregelungen und sieht darin eine Stärkung konsequent nachhaltig wirtschaftender Betriebe.

Strengere Regeln für Umweltwerbung und Nachhaltigkeitssiegel

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln gegen Greenwashing. Die europäische EmpCo-Richtlinie wird in Deutschland durch neue Bestimmungen im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb umgesetzt. Die neuen Vorschriften sollen Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor pauschalen oder irreführenden Umweltaussagen schützen. Wer künftig mit allgemeinen Umweltversprechen wirbt, muss die zugrunde liegende Umweltleistung nachvollziehbar belegen können. Aussagen dürfen zudem nicht den Eindruck erwecken, ein gesamtes Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen sei besonders umweltfreundlich, wenn sich der beworbene Vorteil tatsächlich nur auf einen einzelnen Teilbereich bezieht.

Für Nachhaltigkeitssiegel gelten künftig klare Anforderungen. Sie müssen entweder von staatlichen Stellen festgesetzt sein oder auf einem transparenten Zertifizierungssystem beruhen. Dessen Kriterien müssen öffentlich einsehbar sein, die Einhaltung muss objektiv durch unabhängige Dritte kontrolliert werden und bei Verstößen müssen nachvollziehbare Konsequenzen bis hin zum Entzug des Siegels vorgesehen sein.

Konsequenzen für die Hotellerie und Position der Bio Hotels

Mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ werben inzwischen zahlreiche Unternehmen, auch in der Hotellerie. Für Gäste bleibt jedoch häufig schwer nachvollziehbar, was genau dahintersteht. Für die Tourismusbranche bedeutet die Neuregelung einen Schritt hin zu mehr Transparenz, da für Reisende bisher nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist, wie umfassend ein Hotel sein ökologisches Versprechen tatsächlich umsetzt. Ein Bio-Frühstück oder einzelne regionale Produkte allein machen noch kein ganzheitlich nachhaltig wirtschaftendes Hotel. Ebenso wenig genügt es, Bio-Produkte anzubieten, während in anderen Bereichen weiterhin konventionelle Lebensmittel, herkömmliche Reinigungsmittel oder wenig nachhaltige Verbrauchsprodukte eingesetzt werden.

Die Hotelvereinigung Bio Hotels begrüßt die neuen Regeln ausdrücklich. „Wo Bio-Hotel draufsteht, sollten Gäste auch nachvollziehen können, was dieses Versprechen im gesamten Hotelalltag bedeutet“, sagt Olaf Blumenkamp, Obmann der Bio Hotels und Gastgeber im Biohotel Rupertus in Leogang. „Wir begrüßen die neuen Regeln, weil sie Orientierung schaffen und diejenigen Betriebe stärken, die ihre ökologischen Leistungen transparent machen, regelmäßig überprüfen lassen und Bio nicht nur als Werbebegriff verstehen.“

Ganzheitliche Standards in den Bio Hotels

Die Bio Hotels verfolgen seit ihrer Gründung im Jahr 2001 einen konsequenten, ganzheitlichen Ansatz. Alle Mitgliedsbetriebe verpflichten sich zu gemeinsamen, öffentlich einsehbaren Standards. Dazu gehören Bio-Qualität im gesamten Lebensmittel- und Getränkebereich, zertifizierte Bio-Kosmetik in den Gästezimmern und im Spa, ökologische und biologisch abbaubare Reinigungsmittel, Ökostrom sowie regelmäßige CO₂-Bilanzierungen. Auch Ressourcenschonung, Abfalltrennung, nachhaltige Ausstattung und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sind Bestandteil des Kriterienkatalogs.

Die Einhaltung der Standards wird regelmäßig durch unabhängige Kontrollstellen überprüft; das Zertifizierungssystem der Bio Hotels ist entsprechend den Anforderungen der EmpCo-Richtlinie auf der Website der Gruppe offengelegt. Teilnahmebedingungen, Kriterien, Kontrollverfahren und Konsequenzen bei Nichteinhaltung sind öffentlich einsehbar. Damit erfüllt die Vereinigung zentrale Voraussetzungen, die künftig an glaubwürdige Nachhaltigkeitssiegel gestellt werden.

„Die neue Gesetzgebung ist kein Hindernis für glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation – im Gegenteil“, so Olaf Blumenkamp. „Sie ist eine Chance für mehr Ehrlichkeit im Markt. Wer konsequent handelt und seine Leistungen belegen kann, darf und soll darüber sprechen. Für unsere Gäste bedeutet das: Sie können sich darauf verlassen, dass hinter dem Bio Hotels Siegel verbindliche Standards und unabhängige Kontrollen stehen.“

Quelle: Bio Hotels

beenhere

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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