Die Blanc & Fischer Group hat im Jubiläumsjahr einen Konzernumsatz von 1,11 Milliarden Euro erzielt und richtet ihren Fokus verstärkt auf Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und die Transformation ihres Kerngeschäfts in der Küchen- und Hausgeräteindustrie.
Geschäftsentwicklung und Marktumfeld
Die Blanc & Fischer Group erzielte im 100. Jahr der Unternehmensgeschichte einen Jahresumsatz von 1,11 Milliarden Euro und lag damit knapp unter dem Vorjahr mit 1,13 Milliarden Euro (minus 1,5 Prozent). Frank Gfrörer, Sprecher des Vorstands der Blanc & Fischer Group, sagt: „Die große Unsicherheit angesichts der vielfältigen globalen Krisen wirkt sich insbesondere in der schwachen Bautätigkeit aus. Im laufenden Jahr wird der Tiefpunkt bei den Wohnungsfertigstellungen in Deutschland erwartet. Als in der Küchen- und Hausgeräteindustrie tätiges Unternehmen ist diese Marktsituation eine große Herausforderung. Gleichzeitig steigen in der Industrie die Kosten für Arbeit und Material weiter an. Es geht daher nun darum, den Konzern nachhaltig auf Wettbewerbsfähigkeit und damit Zukunftsfähigkeit auszurichten.“
Mit 615 Millionen Euro (minus drei Prozent) leistete die E.G.O.-Gruppe den größten Beitrag zum Konzernumsatz. Blanco erzielte erstmals seit 2022 wieder ein Umsatzplus von zwei Prozent und erreichte 392 Millionen Euro – rund ein Drittel des Konzernumsatzes. B.Pro unterschritt den Vorjahresumsatz um fünf Prozent und erreichte rund 81 Millionen Euro. Bei der regionalen Verteilung der Umsätze zeigt sich die starke Bedeutung der Märkte in Deutschland mit 27 Prozent als stärkstem Einzelmarkt und im restlichen Europa mit 44 Prozent. Finanzvorstand Heiko Pott erklärt: „Beim Umsatz sind wir unter dem Niveau, das wir vor der pandemiebedingten Sonderkonjunktur hatten. Gleichzeitig sind jedoch Kosten dauerhaft gestiegen und die Wettbewerbsintensität in unseren Branchen hat zugenommen. Trotz umfangreicher Maßnahmen sehen wir daher erheblichen Druck auf unser Ergebnis.“

Vorstandssprecher Frank Gfrörer betont vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit einer noch tiefer greifenden Transformation, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen muss und das Unternehmen für die Zukunft aufstellt: „Deswegen setzen wir die klare strategische Vorgabe mit Blick auf unsere Märkte, auf die Chancen im Kerngeschäft und auf die Wirtschaftlichkeit unserer Aktivitäten.“
Chancen im Kerngeschäft Küche
Blanc & Fischer sieht trotz Marktschwäche weiterhin Potenzial im Kerngeschäft Küche. Frank Gfrörer sagt: „Bei aller Marktschwäche: Die Küche bleibt als Geschäftsfeld attraktiv. Wir haben großes Potenzial in verschiedenen Bereichen unseres Kerngeschäfts, beispielsweise in der Aufwertung des Küchenwasserplatzes. Das sieht man etwa bei den Trinksystemen von Blanco, wo wir unsere Umsätze letztes Jahr mehr als verdoppeln konnten.“ Um zusätzliche Nachfrageimpulse zu setzen, hat Blanco im vergangenen Jahr den neuen Markenauftritt realisiert und damit im Handel und bei den Endverbrauchern für Aufsehen gesorgt. Inzwischen wurde dieser mehrfach ausgezeichnet.
Im Geschäft mit der Hausgeräteindustrie stärkt E.G.O. nach Unternehmensangaben die Induktionstechnik im Einstiegssegment und reagiert damit auf die Budgetlage der Haushalte. Potenzial bietet außerdem das Geschäft mit der Kleingeräteindustrie. Die Technologie „Ki“ zur kabellosen Stromversorgung von Kleinelektrogeräten über Induktionstechnologie erhält große Aufmerksamkeit in der Branche. E.G.O. ist hier nach Unternehmensangaben der erste zertifizierte Anbieter eines Transmitters, der die Energie nach einem bestimmten Standard überträgt. Über das Wireless Power Consortium arbeitet E.G.O. mit namhaften Herstellern von elektrischen Kleingeräten daran, diese Technologie in die Küchen zu bringen.
Automatisierung und Speisenlogistik in Krankenhausküchen
Mit der zunehmenden Zentralisierung von Kliniken und dem steigenden Sparzwang wächst laut Blanc & Fischer der Druck auf Krankenhausküchen, was großes Potenzial für Automatisierungslösungen bietet. Die Konzerntochter B.Pro realisiert derzeit ihr erstes software-gestütztes Automatisierungsprojekt für die Großküche eines Universitätsklinikums. Dazu gehören unter anderem das automatische Auflegen von Besteck und Geschirr sowie das Anbringen eines wasserlöslichen QR-Code-Etiketts, das entlang des Küchenbands ausgelesen wird. CEO Frank Gfrörer sagt: „Dieses smarte Projekt hat Vorzeigecharakter, weil es die Herausforderungen der Klinikküchen adressiert und den Mehrwert durchdachter Automatisierung deutlich macht. Mit der Fokussierung von B.Pro auf Speisenlogistik wollen wir dieses Potenzial gezielt nutzen.“
Investitionen, Standorte und Wirtschaftlichkeit
Die derzeit entwickelte Konzernstrategie von Blanc & Fischer stellt nach Unternehmensangaben sowohl die Wettbewerbsfähigkeit des Produktportfolios als auch die Wirtschaftlichkeit in den Mittelpunkt. Frank Gfrörer betont: „Unsere Geschäftsmodelle müssen nachhaltig wirtschaftlich sein. Dieses Transformationsziel erreichen wir nur mit Mut zur nüchternen Betrachtung, klaren Entscheidungen und konsequenter Umsetzung.“
Den Fokus auf Wirtschaftlichkeit unterstreichen die im vergangenen Jahr eröffneten Neubauten in Mexiko und Polen. Die Erweiterung für die dort bislang betriebenen Standorte steht laut Unternehmen für zukunftsgerichtete Investitionen mit zeitgemäßer Großvolumenproduktion anstelle historisch gewachsener Fertigungsstrukturen in kleinem Umfang. So hat die Konzerntochter E.G.O. die nicht profitable Fertigung in Newnan, USA, in das neue mexikanische Werk integriert. Weltweit investierte Blanc & Fischer rund 65 Millionen Euro und hielt damit das bisherige Investitionsniveau stabil.
Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte Blanc & Fischer weltweit 7.380 Menschen (31.12.2024: 7.656). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus marktbedingten Anpassungen und strukturellen Maßnahmen im Zuge der Transformation.
Digitalstrategie und Qualifizierung der Mitarbeiter
Um das Unternehmen in die Zukunft zu führen, wurden bei Blanc & Fischer wesentliche übergreifende Zukunftsfähigkeiten für die Mitarbeiter definiert, die mit einem individuellen Lernzeitkontingent gezielt gestärkt werden. Für die Pilotumsetzung hat dieser intern als „Skill Booster“ bezeichnete Ansatz den HR Excellence Award gewonnen.
„Insbesondere Digitalkompetenzen sind wichtige Treiber für die noch konsequentere Nutzung von künstlicher Intelligenz“, sagt Frank Gfrörer und betont gleichzeitig: „Keine KI ohne zuvor digitalisierte Prozesse und belastbare Daten“. Deshalb hat Blanc & Fischer eine Digitalstrategie initiiert, die konsequent die Voraussetzungen für nachhaltige KI-Nutzung schaffen und damit bessere Marktbearbeitung und geringere Kosten ermöglichen soll.
Quelle: Blanc & Fischer