Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht rechtlich gegen McDonald’s Deutschland LLC vor. Vor dem Landgericht München I klagt der Umweltverband wegen aus seiner Sicht „dreistem Greenwashing und irreführenden Zukunftsversprechen“, nachdem McDonald’s auf seiner Webseite mit einem weltweiten Ziel der „Klimaneutralität“ ab 2050 geworben hatte, einschließlich der Lieferkette, ohne nach Auffassung der DUH ausreichend konkrete Maßnahmen und Zwischenziele zu benennen.
Gegenstand der Klage der Deutschen Umwelthilfe
Die Deutsche Umwelthilfe richtet ihre Klage gegen die Kommunikation von McDonald’s, die sich auf ein Klimaziel „klimaneutral“ ab 2050 bezieht. Laut DUH wurde auf der Webseite von McDonald’s ein entsprechendes Zukunftsversprechen dargestellt, ohne dass klar ersichtlich war, wie dieses Ziel insbesondere über das Jahr 2030 hinaus konkret erreicht werden soll. Nach Auffassung der DUH bleiben die dargestellten Maßnahmen vage und unzureichend. Es fehlten konkrete, überprüfbare Angaben zu Emissionsreduktionen, Zwischenzielen und einem belastbaren Umsetzungsplan. Genannte Beispiele wie Ökostrom, Verpackungsoptimierung oder Fahrradlieferungen seien nicht quantifiziert und aus Sicht der DUH nicht geeignet, das Klimaversprechen umfänglich zu tragen. Damit wirbt der Fast-Food-Anbieter zwar mit einem Plan für Nachhalitgkeit und umweltschonendem Wirtschaften, bietet aber keine nachvollziehbaren Praktiken als Beweis. Eine Definition von Greenwashing.
McDonald’s hat nach einer schriftlichen Aufforderung der DUH zur Unterlassung die entsprechende Werbung zwar geändert, bislang jedoch keine Erklärung abgegeben, mit der sich das Unternehmen verpflichtet, die aus Sicht der DUH irreführende Darstellung nicht wieder aufzugreifen.
Kritik der DUH an Klimaneutralitätsversprechen
Die DUH bemängelt, dass McDonald’s mit einem Versprechen zur „Klimaneutralität“ ab 2050 geworben habe, ohne ausreichend geeignete Maßnahmen und Zwischenziele anzugeben. Aus Sicht des Verbandes müssen Zukunftsversprechen transparent und stichhaltig sein, punktuelle Maßnahmenbeispiele seien dafür nicht ausreichend. Nach Auffassung der DUH suggerieren Unternehmen mit solchen Versprechen, klimabewusst und verantwortungsvoll für eine lebenswerte Zukunft zu wirtschaften, ohne die dahinterliegenden Strategien ausreichend offenzulegen.
Die DUH verweist zudem darauf, dass 90 Prozent der CO2-Emissionen des Unternehmens in der vorgelagerten Wertschöpfungskette anfallen und nach Einschätzung des Verbandes dringend reduziert werden müssen. In diesem Zusammenhang kritisiert die DUH den Einsatz von großen Mengen an Rindfleisch und Geflügel sowie die Verwendung von treibhausgasintensivem, fossilem Flüssig-Erdgas im Transport.
Forderung nach echter Veränderung
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, kommentiert die Klage und die Kritik an McDonald’s ausführlich. Er sagt: „Der Global Player McDonald’s will viel erreichen, doch der Weg in die grüne Zukunft bleibt für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nachvollziehbar. Damit will McDonald’s vor allem von einem grünen Image profitieren, statt wirklich nachhaltig zu wirtschaften.“
„Der weltweit umsatzstärkste Fast-Food-Anbieter nutzt im Zusammenhang mit seinem Klimaneutralitätsziel geschönte Aussagen wie ‚verantwortungsvoller Rohwarenbezug‘ und ‚verantwortungsvoller Transport‘. Tonnenweise Rindfleisch und Geflügel sowie die Verwendung von treibhausgasintensivem, fossilem Flüssig-Erdgas im Transport, passen da jedoch nicht ins Bild“, führt Resch weiter aus. „90 Prozent der CO2-Emissionen des Unternehmens fallen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette an und müssen dringend reduziert werden. Die Klimakrise ist jetzt und verschärft sich stetig, deshalb ziehen wir mit unseren Verfahren Großkonzerne zur Verantwortung. Wir brauchen transparente und nachvollziehbare Transformationspläne, statt Schönfärberei und leerer Worte.“
Agnes Sauter, Bereichsleiterin Ökologischer Verbrauchschutz und Marktüberwachung der DUH, äußert sich zu den Anforderungen an die Kommunikation von Zukunftsversprechen. Sie erklärt: „Unternehmen, die mit Zukunftsversprechen schöne Bilder zeichnen, vermitteln den Eindruck, klimabewusst und verantwortungsvoll für eine lebenswerte Zukunft zu wirtschaften. Wer sich mit einem Schlagwort wie ‚klimaneutral‘ für die Zukunft brüstet, darf das allerdings nur auf ehrliche, eindeutige und klare Weise tun. Das bedeutet, es müssen Weichenstellungen, Zwischenziele wie auch Maßnahmen transparent offengelegt und regelmäßig unabhängig geprüft werden.“
Quelle: Deutsche Umwelthilfe