Der Genuss-Michel 2026 ist in der Hamburger Fischauktionshalle verliehen worden. Restaurant des Jahres ist das Fischereihafen Restaurant, der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an Sansibar-Gründer Herbert Seckler. Zum besten Newcomer wurde das Restaurant Ugly Duckling gekürt, Bar des Jahres ist das Le Lion. Insgesamt wurden 24 Testsieger sowie Preisträger in den Hauptkategorien Restaurant des Jahres, Bester Newcomer, Bar des Jahres, HaspaJoker-Award, Nachhaltigkeit, Soziales Engagement und Lebenswerk ausgezeichnet.
Genuss-Michel 2026: Verleihung in der Fischauktionshalle
Norddeutschlands nach Angaben der Veranstalter wichtigster Gastropreis wurde in der Hamburger Fischauktionshalle vor rund 1.000 Gästen aus Gastronomie, Wirtschaft, Kultur und Politik verliehen. Bereits ab 17.30 Uhr öffnete die Fischauktionshalle ihre Türen, unter den Gästen waren unter anderem Christian Rach, Karlheinz Hauser, Sandra Quadflieg, Inka Schneider, Christoph Rüffer und André Stolle. Pünktlich um 19 Uhr startete die festliche Verleihung, den musikalischen Auftakt gab Michel-Türmer Josef Thöne von der Empore der Fischauktionshalle.
Hauptpreise für Fischereihafen Restaurant, Ugly Duckling und Le Lion
Zum Restaurant des Jahres wurde das Fischereihafen Restaurant gekürt. Gastronom Dirk Kowalke und sein Team nahmen den Preis entgegen. Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb würdigte in ihrer Rede das Traditionshaus und die Rolle der Gastronomie. In der ausführlichen Begründung heißt es, das alteingesessene Fischereihafen Restaurant am Fischmarkt sei eine echte Institution. Der Name des Restaurants stehe auch über die Stadtgrenzen hinweg für Qualität. Susanne, Dirk und Benny Kowalke führten den Familienbetrieb und sorgten dafür, dass Kulinarik und Service stets exzellent bleiben. Viele prominente Gäste und auch den Guide Michelin überzeuge das Kultlokal immer wieder mit meisterhaft zubereiteten Fischgerichten und Meeresfrüchten. Das Fischereihafen Restaurant ist untrennbar mit Hamburg verknüpft – und wird deshalb mit dem wichtigsten Gastropreis der Stadt ausgezeichnet.
Die Auszeichnung für den besten Newcomer ging an das Ugly Duckling, die Laudatio hielt Sternekoch Christoph Rüffer. Im Ugly Duckling haben nach der Beschreibung der Veranstalter Lenja Bahlburg und Clément Noel ihr eigenes kleines gastronomisches Reich geschaffen – und das Restaurant ist definitiv nicht so unscheinbar, wie der Name zunächst vermuten lässt. Eine großzügige, sorgfältig kuratierte Naturweinkarte sowie ein ständig wechselndes Menü mit frankophiler Produktküche erwarteten jeden Gast. Das Restaurant werde als nicht nur der spannendste, sondern auch insgesamt beste Newcomer bezeichnet.
Zur Bar des Jahres wurde das Le Lion gekürt, Patron Jörg Meyer war per Videocall zugeschaltet. Sponsor Vilsa und Laudator Michel Abdollahi würdigten den Sieger. „The cradle of the Gin Basil Smash“ steht in goldener Schrift über der zunächst wenig ins Auge stechenden Bar gegenüber dem legendären Café Paris. Drinnen herrsche weniger Understatement. Hinter der Bar thront eine pompöse Löwenbronze und die servierten Cocktails sind alles andere als Standard – schließlich wurde das Le Lion schon mehrfach zu einer der weltbesten Bars gekürt. Neben Eigenkreationen würden Cocktails gemixt, die nicht auf der Karte stünden. Patron Jörg Meyer sei auch noch Erfinder des Kultdrinks Gin Basil Smash.
Ehrenpreis Lebenswerk für Herbert Seckler
Den Höhepunkt des Abends bildete der Ehrenpreis für das Lebenswerk. Herbert Seckler, Gründer der Sansibar, wurde für vier Jahrzehnte Gastronomiegeschichte ausgezeichnet. Die Sportmoderatorin Laura Wontorra hielt die Laudatio. Als Überraschungsgast kam Winzer Markus Schneider vom Weingut Schneider auf die Bühne.
Zur Begründung des Ehrenpreises heißt es: „Alles begann mit einem kleinen Kiosk zwischen Rantum und Hörnum. Stück für Stück entstand daraus ein gastronomisches Lebenswerk, das einen Ehrenpreis verdient.“ Herbert Secklers kleine Imbissbude mit dem Namen Sansibar habe sich „über die Jahrzehnte zu einem echten Gastroriesen“ entwickelt, „der zu Sylt gehört wie das Wattenmeer – und mittlerweile weit über die Grenzen der nordfriesischen Insel hinaus bekannt ist.“
Auszeichnungen für Nachhaltigkeit, Soziales Engagement und HaspaJoker-Award
Den ersten Preis des Abends, den HaspaJoker-Award für Mut und Innovation, überreichte Haspa-Vorständin Birte Quitt an Hannes Schröder und Niklas Nordmann für die geplante Wiedereröffnung des Alsterpavillons als hanseatische Brasserie. Der mit 3.000 Euro dotierte HaspaJoker-Award wurde zum zweiten Mal verliehen. Die diesjährigen Gewinner, Gastronom Hannes Schröder und Niklas Nordmann von der Ratsherrn Brauerei, hätten sich in Teamarbeit vorgenommen, den Alsterpavillon am Jungfernstieg in eine hanseatische Brasserie zu verwandeln. Bereits ab Mitte des Jahres sollten Gäste in dem traditionsreichen Gebäude den ganzen Tag über versorgt werden – egal ob mit Kaffee und Kuchen aus der eigenen Konditorei, Cocktails oder mit einem ganzen Menü zum Abendessen.
Die Auszeichnung für Soziales Engagement ging an Mehmet Dagci von der Ottenser Foodkitchen. Nach Darstellung der Veranstalter versorgt Mehmet Dagci mit seiner Ottenser Foodkitchen nicht nur Gäste aus Ottensen und Umgebung mit leckerem Streetfood, sondern auch Bedürftige. Bereits sechsmal habe Dagci seinen Imbiss geschlossen, um etwas zurückzugeben und gemeinsam mit Spendern und helfenden Händen auf Spenden angewiesene Menschen mit Burgern und Co. zu versorgen. Dies wird als „ein ausgezeichnetes soziales Engagement – im wahrsten Sinne des Wortes“ beschrieben.
Der Genuss-Michel in der Kategorie Nachhaltigkeit ging an Thomas Effenberger von der Effenberger Vollkornbäckerei. Seit 40 Jahren backt Thomas Effenberger in Hamburg Vollkornbrote. Gemeinsam mit seiner Frau Anne Effenberger achte er an jedem Punkt der Wertschöpfungskette auf Nachhaltigkeit. Chemische Hilfsstoffe kämen in der Handwerksbäckerei nicht zum Einsatz, hier wird ganz nach alter Tradition gebacken. Zum Gesamtkonzept gehörten auch moderne Lösungen wie Solarstrom in der Produktion und mit Ökostrom betriebene Fahrzeuge. Alles, damit auch die kommenden Generationen noch fantastisches Brot genießen können.
Quelle: Szene Hamburg