Südback 2026
Quelle: Frank Eppler/Messe Stuttgart

Kaffeehandwerk auf der Südback 2026: Barista School und Rösterdorf

Kaffee ist längst mehr als ein begleitendes Getränk zu Kuchen und Gebäck. Die Qualität der Bohne, die fachgerechte Zubereitung und eine kompetente Beratung prägen das Geschmackserlebnis und eröffnen Bäckereien, Konditoreien, Cafés und gastronomischen Betrieben zusätzliche Möglichkeiten. Auf der Südback 2026, die vom 24. bis 27. Oktober auf der Messe Stuttgart stattfindet, stehen zwei besondere Veranstaltungsformate im Zeichen des Kaffeehandwerks: In der Barista School vermitteln erfahrene Kaffeeprofis praxisnahes Wissen für die tägliche Arbeit. Im Rösterdorf zeigen rund 15 Micro-Röstereien die Vielfalt handwerklich gerösteter Kaffees.

Barista School: Praxisnahe Crashkurse für professionelle Kaffeequalität

Auf der Südback 2026 richtet sich die Barista School bereits zum vierten Mal in Halle 5 Stand 5E67 an Gastronomen, Hoteliers, Cafébetreibende sowie Auszubildende, die die Qualität ihres Kaffees gezielt verbessern möchten. In kostenlosen, 90-minütigen Crashkursen lernen die Teilnehmer, wie sich aus guten Rohstoffen und der richtigen Technik zuverlässig hochwertige Kaffeespezialitäten zubereiten lassen.

„Für die Südback-Besucherinnen und -Besucher steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie man mit Hilfe technischer Lösungen auch bei wechselndem Personal exzellente Kaffeequalität anbieten kann“, sagt Johannes Hannig, Geschäftsführer von Espresso Pool und Organisator der Barista School sowie des Rösterdorfs. Viele Betriebe hätten Respekt vor Siebträgermaschinen und wichen lieber auf Vollautomaten aus. Ein Ansatz der Barista School ist es deshalb, zu zeigen, dass die Bedienung einer Siebträgermaschine nach entsprechender Einweisung absolut beherrschbar ist.

Die Nachfrage nach den Kursen ist erfahrungsgemäß hoch, eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Im Mittelpunkt der Kurse steht der professionelle Umgang mit Kaffeemühle und Siebträgermaschine als entscheidende Stellschrauben für eine gelungene Extraktion. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie den Mahlgrad passend einstellen, Dosierung und Durchlaufzeit kontrollieren und die Maschine sicher bedienen. Nur ein exakter Mahlgrad schafft die Grundlage für eine ausgewogene Extraktion und eine haselnussbraune Crema. Auch die Milch gehört zum Handwerk: Die Kaffeeprofis zeigen, wie feinporiger Mikromilchschaum gelingt und welche Technik für Cappuccino und Latte Art erforderlich ist.

Darüber hinaus geht es in der Barista School um Sensorik und Qualitätsbewusstsein. Wer Aromen beurteilen, geschmackliche Abweichungen erkennen und die Parameter schnell nachjustieren kann, hält die Qualität über den gesamten Arbeitstag konstant. Ebenso wichtig sind ein hygienischer Arbeitsplatz, gepflegte Geräte und ein serviceorientierter Auftritt. Freundlichkeit, Empathie und eine kompetente Beratung machen aus der Kaffeezubereitung ein ganzheitliches Gästeerlebnis.

Rösterdorf: Micro-Röstereien, Röstkunst und Equipment im Fokus

Im Rösterdorf in Halle 8, Stand 8B71, dreht sich alles um traditionelle Röstkunst, besondere Bohnen und charakterstarke Kaffees. Das von Espresso Pool unterstützte Format ist als lebendiger Dorfplatz gestaltet: Marktstände, Sitzgelegenheiten und Möglichkeiten zum Probieren schaffen Raum für Begegnung und persönlichen Austausch. Rund 15 Micro-Röstereien stellen ihre Kaffeemischungen vor und geben Einblicke in ihre Arbeit – von der Auswahl und Herkunft der Bohnen über unterschiedliche Röstverfahren bis zur Zubereitung in der Tasse.

„Im Rösterdorf dreht sich alles um die Vielfalt der Bohnen und die Geschichten hinter den Kaffees. Als Equipment-Partner wollen wir aufzeigen, welche Rolle die richtigen Maschinen und Kaffeemühlen dabei spielen, qualitativ hochwertige Kaffeespezialitäten anbieten zu können. Unser Ziel ist es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur neue Aromen entdecken, sondern konkrete Ideen für ihren Arbeitsalltag und ihr eigenes Kaffeeangebot mitnehmen“, erklärt Johannes Hannig.

Die Besonderheit der Micro-Röstereien liegt in ihrer Nähe zum Produkt und zu den Produzentinnen und Produzenten. Häufig beziehen sie ihre Bohnen direkt von einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben oder arbeiten mit ausgewählten Partnerinnen und Partnern zusammen. So entstehen Spezialitätenkaffees mit eigenständigen Profilen: klassisch und kräftig, ausgewogen und schokoladig oder fruchtig und säurebetont. Vor Ort können Fachbesucherinnen und Fachbesucher die Unterschiede unmittelbar erschmecken, Fragen stellen und sich über passende Konzepte für das eigene Angebot informieren.

Jede teilnehmende Rösterei arbeitet im Rösterdorf mit einer eigenen Kaffeemühle und Siebträgermaschine. Dadurch lässt sich anschaulich erleben, wie stark der Mahlgrad die Qualität des Ergebnisses beeinflusst. Die Mühle ist dabei das wichtigste Werkzeug: Die beste Maschine kann keinen optimalen Kaffee zubereiten, wenn der Mahlgrad nicht zur Bohne, zur Dosierung und zur gewünschten Extraktionszeit passt. Zugleich zeigt das Rösterdorf, dass für einen aromatischen Kaffee nicht zwingend eine große Menge Kaffeemehl erforderlich ist. Bei hochwertigen Kaffeesorten können oft bereits rund sieben Gramm pro Tasse ausreichen, vorausgesetzt, Bohne, Mahlgrad und Zubereitung sind aufeinander abgestimmt.

Kaffee als Qualitätsbaustein

Das Rösterdorf und die Barista School greifen eine Entwicklung auf, die in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt: weg vom beliebigen Kaffee aus dem Vollautomaten, hin zu bewusst ausgewählten Bohnen und handwerklicher Zubereitung. Für Bäckereien und Konditoreien bietet hochwertiger Kaffee die Möglichkeit, das eigene Sortiment sinnvoll zu ergänzen und das Profil als Genussort zu schärfen. Wer mit Sorgfalt hergestellte Back- und Konditoreiwaren anbietet, kann diese Qualität auch im Heißgetränkebereich fortführen.

Auf der Südback 2026 finden Fachbesucher dafür sowohl Inspiration als auch konkrete Lösungen. Neben den Röstereien präsentieren auch ausstellende Unternehmen hochwertige Siebträgermaschinen, Kaffeemühlen und weitere Ausstattung für die professionelle Kaffeezubereitung. Die Fachmesse verbindet Produktneuheiten mit praktischem Know-how und dem direkten Austausch mit Fachleuten.

Quelle: Messe Stuttgart

beenhere

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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