KulinAWO
Quelle: AWO

AWO und Apetito bündeln mit KulinAWO die Versorgung im GenussWerk Braunschweig

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat in Braunschweig-Wenden einen neuen Produktions- und Logistikstandort eröffnet. Das sogenannte GenussWerk der KulinAWO soll künftig die Versorgung von Wohn- und Pflegeheimen sowie Kindertagesstätten der AWO in der Region absichern. An dem Standort werden die Mahlzeiten vorbereitet, für die jeweiligen Einrichtungen zusammengestellt und für den Transport bereitgestellt.

Die KulinAWO GmbH, an der der AWO-Bezirksverband Braunschweig sowie Apetito catering Anteile halten, steht vor großen Herausforderungen, reagiert damit auf mehrere Entwicklungen, die ihre Verpflegungsangebote in den kommenden Jahren prägen werden. Dazu zählen der zunehmende Fach- und Arbeitskräftemangel, steigende Anforderungen an Qualität, Hygiene und Nachhaltigkeit sowie veränderte Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeeinrichtungen und der betreuten Kinder in den Kindertagesstätten.
„Unsere bestehende Küchenstruktur konnte diesen Anforderungen nicht mehr in vollem Umfang gerecht werden“, so Maic Lindner, Geschäftsführer der KulinAWO. 

Zentrale Vorbereitung für unterschiedliche Einrichtungen

Das GenussWerk übernimmt zentrale Produktions-, Koordinations- und Logistikaufgaben. Die Speisen werden dort vorbereitet und entsprechend den Anforderungen der einzelnen Einrichtungen zusammengestellt. Dabei muss der Standort unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigen: In den Wohn- und Pflegeheimen sind individuelle Ernährungsbedürfnisse, verschiedene Kostformen und medizinisch oder gesundheitlich begründete Einschränkungen relevant. In den Kindertagesstätten stehen dagegen ausgewogene und altersgerechte Speiseangebote im Mittelpunkt.

Nach Angaben der KulinAWO orientieren sich Planung und Herstellung an den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ziel ist eine ausgewogene, abwechslungsreiche und bedarfsgerechte Verpflegung. Für die Pflegeeinrichtungen sollen unter anderem Diäten, Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigt werden. Zum Angebot gehören außerdem pürierte und passierte Speisen.

Für die Kindertagesstätten sollen Speisepläne entstehen, die den Bedarf verschiedener Altersgruppen berücksichtigen. Neben ernährungsphysiologischen Anforderungen nennt die AWO auch die Freude am gemeinsamen Essen als Ziel. Damit verbindet der Betreiber den Versorgungsauftrag mit dem Anspruch, Mahlzeiten in den Einrichtungen als Teil des gemeinschaftlichen Alltags zu gestalten.

Tablettierte Ausgabe ermöglicht individuelle Zusammenstellung

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Versorgungskonzepts ist die tablettierte Speisenausgabe in den Wohn- und Pflegeheimen. Die einzelnen Mahlzeiten werden bereits vor der Ausgabe bewohnerbezogen zusammengestellt. Dadurch lassen sich Komponenten, Portionsgrößen und Kostformen genauer auf individuelle Anforderungen abstimmen.

„Mit dem GenussWerk investieren wir gezielt in die Versorgungssicherheit und die Qualität unserer Einrichtungen. Wir schaffen moderne Strukturen, mit denen wir auch unter den Bedingungen des zunehmenden Personalmangels dauerhaft verlässlich arbeiten können. Zugleich gewinnen wir neue Möglichkeiten, mit der tablettierten Versorgung Mahlzeiten noch individueller auf die Bedürfnisse der Menschen abzustimmen, für die wir Verantwortung tragen“, erklärt Maic Lindner, Geschäftsführer der KulinAWO.

Die zentrale Zusammenstellung soll zudem die Beschäftigten in den Einrichtungen entlasten. Wenn ein größerer Teil der Vorbereitung und Portionierung im GenussWerk erfolgt, reduziert sich der Aufwand an den jeweiligen Ausgabestellen. Die dortigen Mitarbeitenden können sich dadurch stärker auf die persönliche Begleitung, Betreuung und Zuwendung konzentrieren.

Fertigstellung der Speisen erfolgt in den Einrichtungen

Nach der Vorbereitung und Zusammenstellung im GenussWerk werden die Speisen unter kontrollierten Bedingungen zu den Einrichtungen transportiert. Dort erfolgt die schonende Fertigstellung kurz vor der Ausgabe. Mit diesem Ablauf sollen Geschmack, Konsistenz, Aussehen und Nährstoffe möglichst gut erhalten bleiben.

Für eine gleichbleibende Qualität setzt KulinAWO auf moderne Technik, festgelegte Arbeitsabläufe sowie definierte Hygiene- und Sicherheitsstandards. Die Bündelung soll eine einheitliche Steuerung der Prozesse ermöglichen – von der Speisenplanung und Vorbereitung über die individuelle Zusammenstellung bis zur Logistik und Ausgabe.

Die zentralisierte Organisation soll außerdem einen bedarfsgerechteren Einsatz von Lebensmitteln, Energie und weiteren Ressourcen unterstützen. Durch eine genauere Planung und die einrichtungs- beziehungsweise personenbezogene Portionierung können Mengen gezielter auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden. Die AWO verbindet mit dem Konzept daher auch Erwartungen an einen nachhaltigeren Ressourceneinsatz.

Zusammenarbeit mit Apetito catering wird fortgeführt

Beim Betrieb des GenussWerks setzt die AWO ihre langjährige Zusammenarbeit mit Apetito catering fort. Die Partnerschaft besteht seit rund drei Jahrzehnten. Der neue Standort führt diese Kooperation unter veränderten technischen und organisatorischen Bedingungen weiter.

„Mit apetito catering haben wir einen erfahrenen und starken Partner an unserer Seite, der unsere Anforderungen und unsere Einrichtungen seit vielen Jahren kennt“, sagt Maic Lindner. Sein Pendant auf Seite von apetito catering, Prokurist Andre Eppe, ergänzt: „Die Verbindung aus langjähriger Erfahrung, moderner Technik und gemeinsamer Qualitätsorientierung schafft eine tragfähige Grundlage für die zukünftige Speisenversorgung. In den Wohn- und Pflegeheimen werden unterschiedliche Kostformen, Diäten, Allergien, Unverträglichkeiten sowie pürierte oder passierte Speisen berücksichtigt. Für die Kindertagesstätten entstehen ausgewogene, altersgerechte Speiseangebote, die eine gesunde Entwicklung unterstützen und zugleich die Freude am gemeinsamen Essen fördern.“

Die Partnerschaft umfasst dabei nicht nur die Bereitstellung von Mahlzeiten. Das Versorgungskonzept muss unterschiedliche ernährungsbezogene Anforderungen abbilden und zugleich stabile Abläufe für eine größere Zahl von Einrichtungen gewährleisten. Besondere Bedeutung haben die sichere Kennzeichnung und Zuordnung individueller Kostformen sowie die Einhaltung der vorgesehenen Hygiene- und Qualitätsstandards während Vorbereitung, Transport, Fertigstellung und Ausgabe.

Rund 120 Beschäftigte am Standort

Mit rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das GenussWerk zugleich ein größerer Arbeitsstandort in Braunschweig. Neben der Vorbereitung und Zusammenstellung der Mahlzeiten werden dort Logistik, Qualitätssicherung und weitere Aufgaben rund um die Versorgung gebündelt.

Die Zahl der Beschäftigten verdeutlicht, dass der Standort über eine reine Produktionsküche hinausgeht. Zum Aufgabenspektrum gehören die Koordination unterschiedlicher Speiseanforderungen, die Zusammenstellung der Lieferungen für die Einrichtungen, die Organisation der Transportabläufe und die Kontrolle der Qualitätsvorgaben. Das GenussWerk übernimmt damit eine zentrale Funktion innerhalb der regionalen Versorgungsstruktur der AWO.

Versorgungssicherheit als Teil der Zukunftsstrategie

Die AWO ordnet die Eröffnung in ihre längerfristige Strategie für die Gemeinschaftsverpflegung ein. Angesichts des Arbeitskräftemangels sollen zentrale und technisch unterstützte Abläufe dazu beitragen, die Versorgung auch dann verlässlich aufrechtzuerhalten, wenn in einzelnen Einrichtungen weniger Personal zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden, indem Aufgaben anders verteilt und lokale Teams von Teilen der Speisenvorbereitung entlastet werden.

„Das GenussWerk ist weit mehr als ein neuer Produktions- und Logistikstandort. Es ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Zukunftsstrategie. Wir übernehmen Verantwortung für Versorgungssicherheit, Qualität und gute Arbeitsbedingungen – und stellen die Bedürfnisse der Menschen in unseren Einrichtungen konsequent in den Mittelpunkt“, fasst Maic Lindner zusammen.

Quelle: AWO-Bezirksverband Braunschweig

beenhere

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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