Das Küchenteam des Seniorenzentrums Martineum in Essen-Steele ist am 6. Oktober vom Fachmagazin GVMANAGER als „GV-Team des Jahres 2026“ ausgezeichnet worden. Mit viel Leidenschaft, kreativen Küchenpartys und einem besonderen Gespür für die Bedürfnisse älterer Menschen schafft das neunköpfige Team täglich ein großes Stück Lebensqualität für die Bewohner.
„Heute würdigen wir diesen konsequenten, vor allem aber engagierten und leidenschaftlichen Weg zu mehr Esskultur im Alter – und damit zu einem großen Stück Lebensqualität.“
Claudia Kirchner, Laudatorin und Chefredakteurin GVMANAGER
GV-Team des Jahres 2026 war schon lange der Zeit voraus
Die Laudatio bei der Auszeichnung des GV-Teams des Jahres in Fürstenfeldbruck übernahm Claudia Kirchner, Chefredakteurin des GVMANAGER, selbst. „Denn: Manche Begegnungen bleiben lange im Gedächtnis“, so die Laudatorin, die den Preisträger bereits vor 18 Jahren zum ersten Mal besuchte. „Schon damals war das Küchenteam seiner Zeit weit voraus und stellte mein damaliges Bild einer eher rückständigen Gemeinschaftsgastronomie auf den Kopf.“
Fingerfood für Menschen mit Demenz, „Eat by Walking“, Wunschgerichte, ein Menüplan-Erzählcafé, wo die Senioren anhand ausgewählter Lebensmittel in ein Gespräch über ihre Kindheits- und Lieblingsgerichte verwickelt wurden, oder ein Nachtcafé für den späten Hunger gehörten bereits damals zum Angebot. Ebenso generationsübergreifende Backnachmittage mit Kindern, eine Schnibbelgruppe für Senioren mit noch immer flinken Fingern und sogar Kreationen aus der Molekularküche.
„Vor allem aber arbeitete die Küche eng mit der Pflege und den weiteren Bereichen der Senioreneinrichtung zusammen. Hier waren und sind die Senioren wirklich König“, erinnerte sich Claudia Kirchner in ihrer Laudatio.
Esskultur und Lebensqualität im Alter
Diesen besonderen Spirit habe sich das Küchenteam des Martineum bis heute bewahrt. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 15 Jahren. Gemeinsam mit neuen Teammitgliedern, wie den Koch-Auszubildenden, führt das Team den Anspruch fort immer noch einen Schritt weiterzugehen. „Heute würdigen wir diesen konsequenten, vor allem aber engagierten und leidenschaftlichen Weg zu mehr Esskultur im Alter – und damit zu einem großen Stück Lebensqualität“, betonte die Chefredakteurin.
Küchenpartys schaffen Bühne und zeigen Wertschätzung
Jüngster Clou sind die Küchenpartys des Teams. „Ebenso großartig, wie unkompliziert, finden sie genau dort statt, wo das Team jeden Tag mehr als 400 frische Mahlzeiten zubereitet“, so die Laudatorin. Für einen Abend wird die Küche zur Bühne. Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Freunde sind die Ehrengäste.
Dabei zeigt das Küchenteam, dass es nicht nur Gemeinschaftsverpflegung, sondern auch Haute Cuisine und Restaurantservice beherrscht. Fermentierter schwarzer Rettich, Süßholz-Jus oder confiertes Eigelb verfeinern die hochwertigen Drei-Gänge-Menüs.
Die Gäste können live in Töpfe und Kombidämpfer schauen. Sie erleben, wie die Speisen entstehen und kommen direkt mit den Kochprofis ins Gespräch. „Es wird gefragt, erklärt, gelacht, gerätselt – und natürlich gegessen“, beschrieb Claudia Kirchner die besondere Atmosphäre.
Auszubildende übernehmen Verantwortung
Auch die drei Auszubildenden des nur neun Personen starken Küchenteams gestalten die Veranstaltungen aktiv mit. Sie entwickeln eigene Ideen, präsentieren Gerichte, begleiten die Gäste und übernehmen Verantwortung.
„So wachsen sie nicht nur fachlich, sondern auch sozial und persönlich“, betonte Claudia Kirchner.
Dieses Zusammenspiel aus langjähriger Erfahrung und jungen Ideen ist eine der großen Stärken des Küchenteams. Es zeigt, wie kulinarisch anspruchsvolle Nachwuchsförderung auch im Care-Bereich ganz praktisch gelingen kann.
Fast 300 begeisterte Gäste
Das Konzept kommt an. Bei rund 20 Küchenpartys hat das Team bereits fast 300 Gäste glücklich gemacht. Aus ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind längst Stammgäste geworden. Viele erkundigen sich schon Wochen vorher nach dem nächsten Termin.
Auch die Angehörigen schätzen die Möglichkeit, gemeinsam mit den Bewohnern in einem besonderen Rahmen zu genießen. Zugleich sind die Küchenpartys ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung.
Martineum beweist Kreativität und Mut
„Das Projekt beweist: Es braucht keine großen Investitionen. Es braucht vor allem eine große Portion Leidenschaft, eine Prise Kreativität und den Mut, neue Wege zu gehen“, resümierte die Laudatorin.
Wie stark sich das gesamte Team engagiert, zeigt sich vor jeder Veranstaltung: Regelmäßig melden sich mehr freiwillige Helferinnen und Helfer, als tatsächlich gebraucht werden. „Das muss man erst einmal schaffen: eine zusätzliche Veranstaltung organisieren – und das Team duckt sich nicht weg, sondern fragt: ‚Darf ich mitmachen?‘“
Das Engagement des Teams geht weit über einen ausgewogenen Speiseplan hinaus. Es verbindet professionelles Küchenhandwerk mit Nähe, Aufmerksamkeit und Freude am gemeinsamen Genuss. Oder, wie es die eigene Philosophie auf den Punkt bringt: „Wir kochen nicht nur für Menschen – wir gestalten Lebensqualität.“
Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde das Küchenteam des Martineum in Essen-Steele als GV-Team des Jahres 2026 in der Kategorie Care ausgezeichnet.
Dankesworte von Martin Reinirkens
„Ich bin ein bisschen gerührt – und sehr, sehr stolz. Seniorenverpflegung ist ja meist nicht die beliebteste Zielgruppe von Köchen, aber wir als Team haben richtig Spaß zusammen in der Küche. Wir stecken viel Herzblut rein, und das spiegeln uns die Bewohner.“
Martin Reinirkens, Küchenleiter, Martineum
Stellvertretend für sein neunköpfiges Team, das parallel die Stellung im Seniorenzentrum hielt, nahm Küchenleiter Martin Reinirkens den sogenannten Branchenfelix entgegen. „Ich bin ein bisschen gerührt – und sehr, sehr stolz. Seniorenverpflegung ist ja meist nicht die beliebteste Zielgruppe von Köchen, aber wir als Team haben richtig Spaß zusammen in der Küche. Wir stecken viel Herzblut rein, und das spiegeln uns die Bewohner“, so der Küchenleiter, der noch einen Blick in die Zukunft wagte: „Jetzt könnte man sich eigentlich kurz zurücklehnen – machen wir aber nicht. Die nächste Idee wartet bereits. Wir wollen nicht nur zeigen, was auf dem Teller liegt – sondern auch, wer und was dahintersteht. Denn Innovation entsteht selten allein“, verriet er und verließ mit einem abschließenden Dank die Bühne.
Quelle: Redaktion GVMANAGER/ B&L MedienGesellschaft
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