Der Muttertag gilt in der Gastronomie als einer der wichtigsten Restauranttage des Jahres. Er ist geprägt von kurzfristigen Reservierungen, stark nachgefragten Brunch-Zeiten, vielfältigen Gruppengrößen und einem hohen Bedarf an besonderen Erlebnissen für die Gäste. Aus den Buchungstrends von OpenTable zum Muttertag 2025 sowie praxisorientierten Empfehlungen ergeben sich konkrete Ansatzpunkte, wie Restaurants ihre Strategie für den Muttertag 2026 ausrichten können, um Reservierungen zu steigern, Abläufe zu optimieren und zusätzliche Umsätze zu generieren.
Reservierungsverhalten und Last-Minute-Buchungen
Der Muttertag zählt zu den geschäftigsten Tagen des Jahres für Restaurants, und kurzfristige Buchungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Laut OpenTable-Daten wurden im vergangenen Jahr 22 Prozent der Reservierungen innerhalb von 24 Stunden vor dem Feiertag vorgenommen. Innerhalb von 90 Minuten vor der Reservierungszeit entfielen vier Prozent der Reservierungen auf besonders kurzfristige Buchungen, 18 Prozent wurden einen Tag vorher und 21 Prozent zwei Tage vorher getätigt.
Tipps zur Vorbereitung auf die Reservierungen
- Last-Minute-Reservierungsmöglichkeiten freischalten: Durch die kurzfristigen Planungen sind Gäste vor dem Feiertag verstärkt auf Last-Minute-Reservierungen angewiesen. Zudem ist es empfehlenswert, Verfügbarkeiten kontinuierlich aktuell zu halten. Zusätzlich wird angeraten, nähere am Feiertag gelegene Reservierungszeiten sukzessive freizugeben.
- Warteliste online anbieten: Dadurch können sich Gäste vorab eintragen. Dies soll die Sichtbarkeit des Restaurants unabhängig von der Verfügbarkeit erhöhen und gleichzeitig den Andrang am Empfang reduzieren.
- KI-Sprachassistenten einsetzen: Ein lebensechter Sprachassistent kann Anrufe beantworten und Reservierungen entgegennehmen. So kann sich das Servicepersonal am Muttertag selbst vorrangig um die vorhandenen Gäste kümmern.
Gruppen dominieren den Muttertag
Am Muttertag 2025 variierten die Gruppengrößen stark. Die meisten Gäste kamen in Gruppen von zwei bis vier Personen, auf die etwa 61 Prozent der Reservierungen entfielen. Größere Gruppen ab sechs Personen machten mit 26 Prozent den größten Teil der Reservierungen aus. Die Verteilung im Detail:
- Eine Person: unter 1 Prozent der Reservierungen
- Zwei Personen: 16 Prozent der Reservierungen
- Drei Personen: 18 Prozent der Reservierungen
- Vier Personen: 27 Prozent der Reservierungen
- Fünf Personen: 13 Prozent der Reservierungen
- Ab sechs Personen: 26 Prozent der Reservierungen.
Beim Blick auf die Tageszeiten dominierte der Brunch. Im letzten Jahr entfielen 28 Prozent aller Buchungen auf Reservierungen zwischen 11 und 13 Uhr. Zwischen 13 und 16 Uhr wurden 19 Prozent aller Reservierungen vorgenommen, da viele Familien den Anlass mit einem ausgedehnten Nachmittagsessen feierten. Ruhigere Zeitfenster wie der Zeitraum zwischen 16 und 18 Uhr machten 15 Prozent der Reservierungen aus.
Für die operative Planung wird empfohlen, Personal für beide Spitzenzeiten – Brunch und Abendessen – einzuplanen und auf Gerichte zu setzen, die in beiden Schichten funktionieren, etwa Räucherlachs, herzhafte Tartes oder Spargelgerichte. Zur Bewältigung der Spitzenzeiten wird eine Optimierung auf Mehrfachbelegung angeraten. Dazu gehört, die Aufenthaltsdauer, sofern es das Konzept zulässt, auf 1,5 bis 2 Stunden zu begrenzen und das Kassensystem zu integrieren, damit sich der Tischstatus automatisch aktualisiert.
Gefragte Experiences: Degustationsmenüs, Brunch und Afternoon Tea
Am Muttertag steht nicht nur die Auslastung im Vordergrund, sondern auch das besondere Erlebnis. Die beliebtesten über OpenTable gebuchten Experience-Kategorien waren: Degustationsmenü, Buffet, Brunch mit alkoholischen Getränken, Live-Unterhaltung und Afternoon Tea. Degustationsmenüs werden dabei als Favorit am Muttertag hervorgehoben. Diese mehrgängigen Menüs werden als ideale Möglichkeit beschrieben, Müttern ein besonderes Erlebnis zu bieten und Gäste anzuziehen, die etwas Hochwertiges und Unvergessliches suchen.
Afternoon Tea gehörte im letzten Jahr zu den meistgebuchten Experiences in Deutschland. Empfohlen wird, daraus ein vollständiges Event mit Gebäck, Scones und Teesandwiches zu machen, um der hohen Nachfrage zu entsprechen. Live-Unterhaltung mit Live-Musik, Jazz-Brunches oder thematischen Performances wird als Ansatz genannt, um für Festivalstimmung zu sorgen und das Restaurant an diesem Anlass hervorzuheben.
Acht Strategien für den Muttertag 2026
Ergänzend zu den Daten und Trends werden acht konkrete Strategien vorgestellt, um Reservierungen am Muttertag zu maximieren, unvergessliche Experiences zu schaffen und Rekordumsätze zu erzielen. Der Muttertag ist dabei eine wertvolle Gelegenheit, neue Gäste zu gewinnen, mit besonderen Restauranterlebnissen zu punkten und Mehreinnahmen zu generieren. Ziel der Maßnahmen ist es, sowohl die Auslastung zu steigern als auch den durchschnittlichen Umsatz pro Gast zu erhöhen und gleichzeitig einen reibungslosen Service sicherzustellen.
1. No-Shows mit Anzahlungen für Gruppen minimieren
Die Nachfrage zum Muttertag ist besonders hoch. Darum sind kurzfristige Stornierungen besonders ärgerlich. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken und Ausfälle zu vermeiden, sind Kreditkartenreservierungen oder Reservierungsanzahlungen bei größeren Gruppen. Dabei müssen die Richtlinien für Erstattungen und Änderungen klar und transparent kommuniziert werden.
2. Spontane Gäste per Online-Warteliste gewinnen
Nicht alle Gäste planen ihren Besuch, sondern versuchen, spontan einen Tisch zu bekommen. Über eine Online-Warteliste können stornierte Tische direkt wieder besetzt werden. Updates in Echtzeit können dabei wartende Gäste informieren. Zudem lassen sich durch eine Warteliste Mehrfachbelegungen effizienter gestalten.
3. Festpreismenüs servieren
Festpreismenüs können schnelle Abläufe in der Küche ermöglichen, die Lebensmittelverschwendung reduzieren und den durchschnittlichen Bestellwert steigern. Zudem kann es den Restaurantbesuch noch mehr zu einem Erlebnis machen. Empfehlenswert ist ein Drei- oder Vier-Gänge-Menü mit saisonalen und regionalen Zutaten. Das lässt sich mit Upselling kombinieren mittels exklusiven Extras wie verschiedenen Steak-Cuts oder passender Weinbegleitung. Mit veganen oder glutenfreien Varianten lässt sich zusätzlich eine breitere Auswahl an Gästen gewinnen.
4. Exklusive Cocktails und Mocktails mixen
Einzigartige Cocktails oder kreative Mocktails können die Erfahrung von Gästen mehr zu einem Erlebnis gestalten. Vor allem bei Anlässen wie dem Muttertag gönnen sich Gäste eher hochwertige Getränke. Ein Beispiel hierfür sind etwa Bellini mit unbegrenztem Nachschenken, ein Sekt-Probierset sowie Themencocktails wie „Mamarita“, „Mom Royal“ oder „Mama’s Mai Tai“. Auch alkoholfreie Varianten wie ein „Mom-hattan“ sollten berücksichtigt werden, da alkoholfreie Getränke immer stärker im Trend liegen.
5. Erlebnispakete schnüren
Erlebnispakete ohne großen Mehraufwand gelten als Möglichkeit, mit kleinen Extras einen großen Eindruck zu hinterlassen und höhere Ausgaben anzuregen. Partnerschaften mit lokalen Unternehmen können Mehrwerte erzeugen. Konkrete Beispiele sind Kooperationen mit einem Floristen für ein „Brunch + Blumenstrauß“-Paket oder ein „Dessert + Wein“-Paket mit einer lokalen Bäckerei oder Chocolaterie. Zudem wird die Zusammenstellung einer Muttertags-Geschenktüte zum Mitnehmen vorgeschlagen, etwa mit handgemachter Kerze, Schokolade oder personalisierter Nachricht.
6. Muttertag zur Muttertagswoche machen
Mit einer Ausweitung des Angebots auf eine ganze Woche lassen sich mehr Gäste ansprechen. Dies können Restaurants mit einem exklusiven Special unter der Woche verbinden, um Anreize für diejenigen zu schaffen, die den Trubel am eigentlichen Sonntag vermeiden wollen. Auch ein Brunch kann auf einen Wochenendbrunch an Freitag und Samstag erweitert werden.
7. Social Media als Umsatztreiber nutzen
Fear of Missing Out (FOMO) – also die Angst, etwas zu verpassen – kann auf Social Media ein starker Treiber sein. Je attraktiver das Angebot dargestellt wird, desto stärker soll der Wunsch der Gäste werden, dabei zu sein und rechtzeitig zu reservieren. Empfohlen wird, exklusive Videos und Fotos aus der Küche zu teilen und zu zeigen, wie das Küchenteam besondere Muttertagsgerichte zubereitet. Besondere Momente des Events können eingefangen und über Social-Media-Kanäle verbreitet werden. Ein Countdown zum Muttertag wird als Instrument genannt, um Gäste zu einer zeitnahen Reservierung zu motivieren.
8. Mit kinderfreundlichen Extras und Specials punkten
Für Familien, die den Muttertag mit kleinen Kindern feiern, wird eine kinderfreundliche Experience als Weg beschrieben, mehr Reservierungen von Gruppen zu erhalten. Vorgeschlagen werden ein kindgerechtes Brunch-Menü mit kleinen, lustig arrangierten Portionen sowie eine „Karte für Mama“-Bastelstation im Speisesaal, an der Kinder während der Wartezeit kreativ werden können.
Quelle: OpenTable