Die Studie MenuCH-Kids des Schweizer Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen gibt einen Überblick darüber, was, wie viel, wann und wo Kinder und Jugendliche in der Schweiz essen. Neben der Ernährung erfasst die Untersuchung auch Gesundheitsfaktoren, körperliche Aktivität und weitere Lebensgewohnheiten.
Wie ernähren sich Kinder und Jugendliche in der Schweiz?
An der Erhebung nahmen 1.852 zufällig ausgewählte Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren teil. Der Anteil der Mädchen lag bei 51 Prozent, der Anteil der Jungen bei 49 Prozent. Die Untersuchungen fanden in sechs Studienzentren in Bellinzona, Bern, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Zürich statt.
Für die Studie MenuCH-Kids wurden die Teilnehmer zweimal zu ihrem Lebensmittelverzehr während der jeweils vergangenen 24 Stunden befragt. Ergänzend kamen Fragebogen zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, körperliche Messungen sowie Blut- und Urinproben zum Einsatz. Die Datenerhebung erstreckte sich über ein vollständiges Jahr, um saisonale Unterschiede abzubilden.
Wenig Früchte und Gemüse, hoher Fleischkonsum
Nur 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, mindestens fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag zu essen. Der durchschnittliche Konsum lag sowohl bei Früchten als auch bei Gemüse bei rund 140 Gramm täglich. Stärkehaltige Vollkornprodukte wurden von acht Prozent jeden Tag gegessen, ungesalzene und ungesüsste Nüsse und Samen von zwei Prozent.
Der durchschnittliche Konsum von Milchprodukten betrug 205 Gramm pro Tag. Davon entfielen 136 Gramm auf Milch, 36 Gramm auf Käse und 33 Gramm auf Joghurt. Jungen verzehrten insgesamt mehr Milchprodukte als Mädchen.
Unverarbeitetes Fleisch aßen 85 Prozent der Teilnehmer mehr als einmal pro Woche, neun Prozent täglich. Bei verarbeitetem Fleisch lagen die Anteile bei 67 beziehungsweise vier Prozent. Im Durchschnitt wurden täglich 88 Gramm Fleisch verzehrt, davon 37 Gramm verarbeitetes Fleisch. Fisch und Hülsenfrüchte erreichten jeweils einen durchschnittlichen Konsum von zehn Gramm pro Tag.
Die Proteinaufnahme lag in allen untersuchten Alters- und Geschlechtsgruppen über den entsprechenden Referenzwerten. Während die empfohlenen Mengen zwischen 25 und 54 Gramm pro Tag lagen, wurden tatsächlich zwischen 58 und 96 Gramm aufgenommen. Die höchste Proteinzufuhr wiesen männliche Jugendliche auf.
Snacks und Süßgetränke im Alltag
Schokolade war der am häufigsten konsumierte Snack. 75 Prozent aßen sie mindestens wöchentlich, 12 Prozent täglich. Salzige Snacks, Süßigkeiten und Backwaren wurden jeweils von etwa der Hälfte der Teilnehmer wöchentlich konsumiert. Fastfood wie Hotdogs oder Pommes frites stand bei 21 Prozent mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan.
Der durchschnittliche Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel und Desserts lag bei rund 95 Gramm pro Tag. Hinzu kamen durchschnittlich 16 Gramm salzige Snacks. Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen trank wöchentlich Süßgetränke, drei Prozent täglich. Von insgesamt durchschnittlich 1,5 Litern Getränken pro Tag entfielen 1 Liter auf Wasser, 170 Milliliter auf Limonade und 75 Milliliter auf Fruchtsaft.
Mahlzeiten zu Hause und in der Schule
Rund 70 Prozent der Teilnehmer frühstückten täglich. Bei den 6- bis 9-Jährigen lag der Anteil bei 84 Prozent, während ein Viertel der Jugendlichen das Frühstück regelmäßig ausließ. Insgesamt nahmen 20 Prozent das Frühstück selten in Anwesenheit einer erwachsenen Person ein. Bei Jugendlichen betrug dieser Anteil 50 Prozent.
An Wochentagen aßen 60 Prozent zu Hause zu Mittag und 23 Prozent in der Schule. Neun Prozent brachten ihr Essen von zu Hause mit. Weitere sieben Prozent kauften auswärts etwas zum Mittagessen; bei älteren Jugendlichen stieg dieser Anteil auf 16 Prozent. Das Abendessen wurde am häufigsten gemeinsam mit der Familie eingenommen. 76 Prozent aßen täglich mit Erwachsenen zu Abend.
Zwölf Prozent mieden bestimmte Lebensmittel aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten, wobei rund 40 Prozent dieser Fälle ärztlich bestätigt waren. Vegetarisch ernährten sich 4,4 Prozent, vegan ein Prozent. Beide Ernährungsformen kamen bei Mädchen häufiger vor als bei Jungen.
Körpergewicht, Bewegung und Bildschirmzeit
Die körperlichen Messungen der Studie ergaben bei 76 Prozent ein gesundes Körpergewicht. Sieben Prozent waren übergewichtig, sechs Prozent adipös und elf Prozent untergewichtig. Bei den untersuchten Biomarkern zeigten zehn Prozent einen erhöhten Wert des glykierten Hämoglobins als Anzeichen für ein erhöhtes Diabetesrisiko. Einen erhöhten Gesamtcholesterinspiegel wiesen neun Prozent auf. Bei sieben Prozent zeigten sich Anzeichen für einen Eisenmangel, bei jeweils fünf Prozent ein Vitamin-B12- oder Vitamin-D-Mangel.
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die sich täglich mindestens eine Stunde körperlich bewegten, nahm mit dem Alter ab. Bei den 6- bis 9-Jährigen erfüllten 50 Prozent der Jungen und 42 Prozent der Mädchen diese Empfehlung. Unter den 14- bis 17-Jährigen waren es 23 Prozent der Jungen und 16 Prozent der Mädchen.
Die durchschnittliche Bildschirmzeit lag bei 3,1 Stunden pro Tag. Jugendliche verbrachten rund vier Stunden täglich vor dem Bildschirm, jüngere Kinder etwa zwei Stunden. Weniger als drei Prozent aßen immer und weniger als zehn Prozent regelmässig vor einem Bildschirm.
Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
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