Die Vereinigung der Münchner Wiesn Wirte begrüßt die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern und sieht darin die Grundlage dafür, dass das Oktoberfest in München heimatverbunden, traditionell und bayerisch bleiben kann. Aus Sicht der Wiesnwirte entspricht dies den Erwartungen der Millionen Besucher aus München, Bayern und der ganzen Welt, die eine authentische, weltoffene und völkerverbindende bayerische Lebensart schätzen. Einem möglichen Einspruch und einer Fortführung des Verfahrens vor dem Vergabesenat des Oberlandesgerichts München sieht die Vereinigung mit Spannung entgegen und hofft auf eine Entscheidung im Sinne bayerischer Tradition und Brauchtum.
Bewertung der Entscheidung der Vergabekammer Südbayern
Nach Darstellung der Vereinigung der Münchner Wiesn Wirte ermöglicht die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern, dass das Oktoberfest seinen bisherigen Charakter bewahren kann. Die Vereinigung betont, das Fest könne so bleiben, „heimatverbunden, traditionell und vor allen Dingen bayerisch“. Dies entspreche dem Bild, das Gäste aus dem In- und Ausland mit dem Oktoberfest verbinden. Zugleich wird darauf verwiesen, dass ein möglicher Einspruch gegen die Entscheidung dazu führen könnte, dass sich der Vergabesenat des Oberlandesgerichts München mit dem Fall befasst. Die Vereinigung verbindet damit die Hoffnung, dass die Richter eine Lösung im Sinne der bayerischen Tradition und des gewachsenen Brauchtums finden.
Befürchtungen bei europaweiter Ausschreibung des Oktoberfestes
Die Vereinigung der Münchner Wiesn Wirte sieht die Gefahr, dass eine europaweite Ausschreibung das Oktoberfest stärker in den Fokus multinationaler Konzerne rücken könnte. Diese hätten nach Auffassung der Vereinigung vor allem den finanziellen Aspekt im Blick. Peter Inselkammer, einer der beiden Sprecher der Vereinigung, warnt: „Durch eine grenzenlose Kommerzialisierung würde unser Oktoberfest sein unverwechselbares Gesicht verlieren und nicht mehr so sein wie früher.“
Sein Sprecherkollege Christian Schottenhamel betont: „Unsere Wiesn ist ein Stück Heimat und kulturelle Identität. Wir dürfen sie nicht den internationalen Multis opfern, die nur auf Gewinnmaximierung aus sind!“ Beide Sprecher formulieren eine gemeinsame Position: „Das Oktoberfest ist eine Bastion der bayerischen Lebensart, sie darf von der EU nicht geschliffen werden. Denn dann wird aus der Wiesn ein seelenloses Bierfest, das überall auf der Welt stattfinden kann.“
Rolle der Öffentlichkeit und der Bürgerinitiative „Rettet die Wiesn“
Die Vereinigung verweist auf eine klare Stimmungslage in der Öffentlichkeit. In Kommentaren setzten sich viele Menschen für die Bewahrung von Tradition und Brauchtum rund um das Oktoberfest ein. Als Ausdruck dieses Engagements wird eine von Oktoberfest-Gästen gegründete Bürgerinitiative mit dem Namen „Rettet die Wiesn“ genannt. Diese habe innerhalb kurzer Zeit über 4.000 Unterschriften in einer Petition gesammelt, damit das Oktoberfest seinen Charakter nicht verliert. Im Zentrum der Forderungen stehen die Beibehaltung regionaler Schmankerl und regionaler Bierspezialitäten.
Christian Schottenhamel unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung der lokalen Brauwirtschaft: „Wir sollten auch unsere Münchner Brauereien schützen. Ohne sie wäre das Oktoberfest nie so groß geworden, und um unser Bier beneidet uns doch die ganze Welt. Außerdem: Die Touristen kommen nicht auf die Wiesn, weil sie mehr Europa haben wollen, sondern weil sie das haben wollen, was wir haben. Bayerische Gemütlichkeit und bayerische Tradition.“
Streit um Gerichtsverfahren und Vergabepraxis
Zu den von einem Münchner Wirt angestrengten Gerichtsverfahren bezieht die Vereinigung der Münchner Wiesn Wirte ebenfalls deutlich Stellung. Die Vereinigung spricht von einer klaren und einheitlichen Meinung in ihren Reihen. Peter Inselkammer erklärt: „Das ist nicht bayerische Art, gleich vor Gericht zu ziehen, bloß weil man bei der Bewerbung nicht die nötige Punktzahl erhalten hat. Wir haben den Verdacht, dass sich hier ein Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit profilieren will und dabei riskiert, dass unser Oktoberfest, so wie wir es kennen und lieben, sterben wird.“
Der Vorwurf, die Verfahren seien intransparent, wird von der Vereinigung zurückgewiesen. Christian Schottenhamel stellt dazu fest: „Die Kriterien sind klar und für alle Bewerber einsehbar, und das wurde auch schon von diversen Gerichten bestätigt.“ Zugleich wird betont, dass der Status als Wiesn Wirt nicht selbstverständlich sei, sondern erarbeitet werden müsse. Inselkammer verweist auf eigene Erfahrungen: „Wir haben 18 Jahre warten müssen, bis wir den Zuschlag für unser Zelt bekommen haben.“
Quelle: Vereinigung der Münchner Wiesn Wirte