Das 120 Jahre alte Kloster auf dem Firmengelände des Bauunternehmens Josef Rädlinger, umringt vom Kloster- und Gemüsegarten, beheimatet das in 2019 neu eröffnete Betriebsrestaurant.
Quelle: Petra Kellner

Josef Rädlinger – Preisträger des Kantinentest 2023

Beim Kantinentest 2023 gehörte das Bauunternehmen Josef Rädlinger aus Cham in der Oberpfalz zu den diesjährigen Gewinnern: Zum einen belegt das Unternehmen mit 60-jähriger Firmengeschichte, das mittlerweile in dritter Generation besteht, in der Kategorie unter 400 Essen pro Tag Platz 1 in der Gesamtwertung sowie beim Faktor Gesundheit. Im Interview sprach Petra Rädlinger über den Stellenwert der Mitarbeiterverpflegung.

Erst Kloster, jetzt Kantine des Bauunternehmens Josef Rädlinger

Seit 2019 befindet sich auf dem Firmengelände von Josef Rädlinger in Cham/Oberpfalz ein Betriebsrestaurant – das Besondere dabei: ein 120 Jahre altes Kloster, das Petra Rädlingers Schwiegervater gehörte, beheimatet dieses. Das ehemalige Kloster sorgt für ein ganz besonderes Ambiente während der Mittagspause und lädt am – ebenfalls 2019 neugebauten – Headquarter des Bauunternehmens die rund 200 Verwaltungsmitarbeiter zum Verweilen ein.

„Hätten wir zuvor gewusst, welch renommierte Namen an dem Wettbewerb teilnehmen, hätten wir uns vermutlich gar nicht erst beworben.“

Petra Rädlinger
Petra Rädlinger vom Bauunternehmen Josef Rädlinger
(Quelle: Dominic Eisenhart/JR Unternehmensgruppe)

Frau Rädlinger, warum haben Sie sich für eine Teilnahme am Food & Health-Kantinentest 2023 entschieden?

Ein Bekannter hat uns auf den Kantinentest von Food & Health gebracht. Wir sind von unserem Konzept überzeugt und haben dieses daher gerne präsentiert. Wir sind aber ganz unbedarft an die Sache heran gegangen, wollten es aber trotzdem gescheit machen – wie alles, was wir machen und haben unser Bewerbungsvideo eingereicht. Dann haben wir den weiteren Bewerbungsprozess durchlaufen, wurden dabei auf Herz und Nieren geprüft und haben letztlich gewonnen. Das freut uns natürlich sehr.

Hätten wir zuvor gewusst, welch renommierte Namen an dem Wettbewerb teilnehmen, hätten wir uns vermutlich gar nicht erst beworben.

Wie sieht die Verpflegung bei Ihnen vor Ort aus?

Gekocht wird frisch vor Ort, an vier Tagen die Woche. Freitags bleibt das Betriebsrestaurant geschlossen, da der Arbeitstag – wie in der Baubranche üblich – mittags endet. Die Vier-Tage-Woche kommt auch unserem Küchenteam zugute, dem u. a. zwei junge Väter angehören.

Unser Küchenchef Franz Emberger, zuvor tätig im Restaurant eines Vier-Sterne-S-Hotels, war von unserem erdachten Konzept gleich begeistert und hat sein 3-köpfiges Team selbst zusammengestellt. Aktuell beschränkt sich das Angebot rein auf die Mittagsverpflegung – außer beim Catering für Seminare vor Ort.

Ein Mittagsmenü kostet 4,90 Euro und besteht aus jeweils einem Hauptgang, einer Suppe, Beilagensalat und einem Dessert. Das Mittagessen wird für die Mitarbeiter subventioniert – dieser Invest ist es uns wert, immerhin gehen unsere Mitarbeiter so gut gestärkt in den weiteren Arbeitstag. Zur Auswahl stehen als Hauptgänge ein Fleisch- oder Fischgericht, ein vegetarisches Menü sowie ein großer Salatteller mit verschiedenen Toppings wie Käse. Etwa 150 Essen gehen im Betriebsrestaurant täglich über den Tresen. Viele Mitarbeiter, insbesondere solche, die in Teilzeit arbeiten, nehmen auch gerne weitere Portionen mit nach Hause für das mittägliche Familienessen.

Gibt es Besonderheiten, die Ihre Mitarbeiterverpflegung prägen?

Wir haben einen eigenen Kräuter- sowie Obst- und Gemüsegarten auf 1.000 Quadratmetern Fläche angelegt, der von drei Gärtnerinnen und einer Bio-Gemüse-Meisterin gepflegt wird. Die Aspekte Bio und Nachhaltigkeit liegen uns dabei sehr am Herzen – der Transportweg bleibt hier natürlich gering. Im Sommer kommen wir zudem zu 100 Prozent mit dem eigenen Gemüse aus, z. B. bei Paprika- oder Zucchinigemüse. Je nach Verfügbarkeit entsteht dann der Speiseplan durch unser Küchenteam, der eine Woche zuvor zusammengestellt wird. Auch bei den übrigen Zutaten, z. B. Bio-Mehl und -Eier, setzen wir auf die regionale Herkunft: Rindfleisch stammt aus dem Nachbarort, Hirsch beziehen wir zudem von einem Jäger aus der Nachbarschaft.

Das Betriebsrestaurant suchen lediglich die Mitarbeiter aus dem Verwaltungsgebäude auf – wie steht es um die Mitarbeiter auf den Baustellen?

Eine weitere Besonderheit ist die Verpflegung unserer Mitarbeiter auf den Baustellen, die seit 2022 durch drei eigene Foodtrucks (Asiatisch, Italienisch/Mediterran und Grill) von Roka angefahren werden. So erhalten auch diese Mitarbeiter ein Mittagessen – allerdings nicht täglich. Dafür zahlen sie für ein Mittagessen aus der mobilen Küche nichts und können unbegrenzt weitere Portionen essen. Die Speisen werden in der Produktionsküche nur grob vorbereitet, z. B. gewaschen und geschnitten; erst auf den Baustellen selbst wird dann alles frisch gekocht und zubereitet. Unsere Verpflegung via Foodtruck hat sich auch schon herumgesprochen, sodass der eine oder andere Mitbewerber sich dies bei uns schonmal angeschaut hat. Das finden wir auch richtig gut – hoffentlich machen das viele nach, denn das hat positiven Einfluss auf das Image der Baubranche.

Gibt es konkrete Pläne, wie Sie das gastronomische Angebot in diesem Jahr vielleicht auch noch weiterentwickeln wollen?

Seit 2022 haben wir neben den Foodtrucks auch drei Bienenvölker angeschafft, die uns künftig Honig liefern. Gepflegt werden diese von einer Mitarbeiterin, die auch Imkerin ist.

Zudem haben wir schon überlegt, wie wir die Gartensaison künftig erweitern können. Der Plan ist, hierfür Gewächshäuser anzuschaffen, sodass unsere Gärtnerinnen dort auch in den kälteren Jahreszeiten Gemüse ertragreich anbauen können.

Wie wichtig ist neben der Verpflegung auch das Betriebsrestaurant selbst, dessen Gestaltung und Ambiente für eine gelungene Mittagspause?

Das Ambiente des Betriebsrestaurants ist aufgrund des Gebäudes ein ganz besonderes – hohe Decken, die Empore und die Fenster erinnern an seine ursprüngliche Verwendung. Wir haben hier versucht, moderne Elemente einzubringen, die Terrasse mit einem herrlichen Blick auf den Bayerischen Wald sorgt dank der Möbel für zusätzliche Farbtupfer.

Der ursprüngliche Nutzen als Kloster ist durch die Verwendung des Gebäudes als Betriebsrestaurant natürlich nicht mehr gegeben – hierfür haben wir im Klostergarten mit dem Labyrinth von Chartres eine sakrale Verbindung, als einen Ort zur Meditation, geschaffen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Einblick in das Betriebsrestaurant von Josef Rädlinger

Mit einem Klick auf das Bilderkarussell erhalten Sie einen Einblick in das Betriebsrestaurant des Bauunternehmens Josef Rädlinger in Cham in der Oberpfalz:

info

Kantinentest 2023

Die unabhängige Initiative Food & Health hat mit dem Kantinentest 2023 bereits zum fünften Mal die besten Betriebsrestaurants ausgezeichnet. Mehr als 150 Betriebsrestaurants gingen in diesem Jahr ins Rennen. Eine Übersicht zu den Top-Platzierungen erhalten Sie in unserem Beitrag zum Kantinentest 2023.

Quelle: B&L MedienGesellschaft

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