Die 7. Planer Convention des Netzwerk Culinaria bot auch interaktive Workshops.
Quelle: Netzwerk Culinaria

7. Planer Convention des Netzwerk Culinaria โ€“ von KI bis Best-Practice

รœber 220 Gรคste aus vier Nationen folgten Mitte September der Einladung des Netzwerk Culinaria zur 7. Planer Convention im Europa-Park Rust. Dabei fuhren die Veranstalter zu ihrem 20. Jubilรคum so viel geballtes Know-how auf wie noch nie: Zehn interaktive Workshops wechselten sich mit sieben Speakern auf der Bรผhne ab.

Entsprechend vielfรคltig war das Programm: Es reichte von KI und Automation bis hin zu 007-Waffen fรผr den Kundentalk und einer Weltpremiere. Auch besondere Best-Practice-Projekte aus dem GV-Bereich, darunter die Studierendenwerke Ost-Niedersachsen und Trier sowie das Studierendenwerk Gรถttingen und AXA in Kรถln, standen im Fokus.

Impressionen der Planer Convention des Netzwerk Culinaria

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Automation beim Spรผlen

Quelle: Netzwerk Culinaria

Zum Auftakt der Planer Convention ging es in die Spรผlkรผche. Hier macht sich Personalnot oft zuerst bemerkbar โ€“ kein Wunder: 3.000 bis 4.000 Teile an Schmutzgeschirr in drei Arbeitsstunden abrรคumen und in die Maschine eingeben, bei jedem Teil ungesundes Drehen oder Bรผcken โ€“ das geht ins Kreuz. Thomas Loos und Rainer Suhm von Meiko prรคsentierten, wie man heute mit pfiffigen Lรถsungen das Personal in Spรผlraumen entlasten kann und den Bereich zudem flexibler aufstellt. Die Offenburger forschen seit vielen Jahren daran, entwickelten gemeinsam mit Planern und Kunden ein neues Automatisierungsmodul: die M-iFlow IPB. Das Ergebnis einer Feldstudie mit den Studierendenwerken Ost-Niedersachsen und Trier: Mit dem Modul lassen sich 50 Prozent Personal bei der Geschirraufgabe einsparen. Mehr noch: Es entfallen alle unphysiologischen Bewegungen. Doch damit nicht genug. Das sportliche Ziel von Meiko: โ€žWir haben die 100 Prozent Automation im Blickโ€œ, verrรคt Thomas Loos.

Nachhaltige CO2-Kรคlteanlage in Gรถttingen

Bedarfsgerechte Kรคlte โ€“ ein Thema, das es in sich hat. Zumal es das einzige Gewerk ist, das teilweise 24/7 in den Betrieben durchlaufen muss. Andreas Glose von Cool Compact zeigte praxisnah, worauf es ankommt. Bei einem filmischen Besuch im Studierendenwerk Gรถttingen schaute er gemeinsam mit Campus-Gastrochef Guido Forthmann in den Rohbau der neuen Mensa. Die Kรคltetechnik โ€“ State of the Art, nachhaltig mit CO2-Kรคlteanlage. HeiรŸt: Da ist viel Druck im System, der Blick auf die schon installierte Anlage zeigt hohe Masse und Klasse, mit รผber 70 angeschlossenen Kaltstellen. In Gรถttingen lรคuft es derzeit rund, mit 3.500 Essen tรคglich geht es hier bergauf. Auch deshalb braucht es eine moderne Mensa, die den stetigen Anstieg flexibel managed โ€“ etwa mit 13 KI-Kassen oder mehreren Chillern, die eine zeitversetzte Produktion ermรถglichen. Die technisch-planerisch vernรผnftige Anbindung der Durchfahr-Schnellkรผhler an eine Kรผhlzelle wird รผbrigens gerade gemeinschaftlich im Netzwerk Culinaria ausgetรผftelt – Cool Compact und Viessmann Kรผhlsysteme bringen hier gemeinsames Know-How ein.

1a Logistik bei AXA in Kรถln

Thomas Hertach auf der Die 7. Planer Convention des Netzwerk Culinaria in Rust.
Thomas B. Hertach (Quelle: Netzwerk Culinaria)

Prozessketten bemerkt man nicht, wenn alles wie am Schnรผrchen lรคuft. Doch wird etwas zu teuer, zu eng, zu laut, zu warm, zu kalt oder zu schmerzhaft โ€“ spรคtestens dann sollte einer gerufen werden: Logistiktester Thomas B. Hertach von Hupfer. Mit seiner humorigen Filmfigur bewegte er sich in der neuen Videofolge hin zur Axa in Kรถln. Hier brauchte es verรคnderte Konzepte โ€“ neue Arbeitswelten bringen heute nur noch 1.500 und nicht mehr 3.000 Gรคste in die Kantine. Doch am zweiten Drehtag fand der Logistiktester fรผr den Check keine Kรผche mehr vor, nur noch Dunkelheit und Staub durch den Abriss – dazu Hertach: โ€žGhost Kitchen mal andersโ€œ. Neubau anstelle Sanierung: Vom Start weg konnte so ein neues Konzept mit 1a-Logistik fรผr die neue Gastronomie vom Axa Campus Kรถln angegangen werden. Ralf Knieps von der Axa und Thomas B. Hertach prรคsentierten beim Gang durch diverse gastronomische Locations bei Axa, wo heute die Effizienz durch Kleinigkeiten verbessert ist. Beispiele: In der Ausgabe gibt es dank Therma dry kein Vorheizen mehr, der Fuhrpark fรผr kalte und warme Speisen lรคsst sich deutlich reduzieren dank flexibler Transportsysteme wie Isobox mobil. Und bei den pfiffig-geplant und gut organisierten Abrรคumstationen hilft das Eurokisten-System.

Boomer vs. Gen Z โ€“ Generationen und ihre Eigenheiten

Oliver Spitzer auf der 7. Planer Convention des Netzwerk Culinaria in Rust.
Oliver Spitzer (Quelle: Netzwerk Culinaria)

Heute mal ein Gรผrkchen fรผr 19,90 Euro? Keynote-Speaker Oliver Spitzer wurde im Plenum nichts los. Doch als der Innovationsforscher die Werbung mit dem berรผhmtem Hollywood-Star fรผr gepressten Kaffee in Kapseln prรคsentierte, war die Botschaft klar: Nicht der Kilopreis entscheidet. Es sind die Emotionen. Sein Credo zog sich durch. Wir brauchen positive Vibes fรผr eine gute Zukunft, auch fรผr Innovationen. Und nicht den dรผsteren Blick, den derzeit nahezu jede Altersklasse innehat. In einem unterhaltsamen Galopp durch alle Generationen skizzierte der Geschรคftsfรผhrer eines Marktforschungsinstituts die vermeintlichen Eigenarten von Jung und Alt: Boomer bauen Insektenhotels, um auch ein bisschen nachhaltig zu sein, ziehen sich ansonsten trotzig zurรผck; die Fรผhrungskrรคfte aus der Gen X oder Y verzichten auf den Wissenstransfer der ร„lteren, denn die haben ja alles verbockt. Und die Gen Z geht vom Sabbatical direkt ins Homeoffice, um sich von dort aus mit reichlich Work-Life-Balance auf den Weltuntergang spรคtestens am Donnerstag vorzubereiten. โ€žDas sind Mindsets der Steinzeit, so kommen wir nicht weiterโ€œ, betonte Spitzer. Zurรผck zu den Emotionen: โ€žUmarmen wir uns โ€“ es ist die beste Lรถsung, es bringt uns die nรถtige Ruhe zurรผck.โ€œ Denn: Jeder werde gebraucht. Leadership, Orientierung geben, einen โ€žsicheren Spaceโ€œ bieten โ€“ alles das sei wichtig, um im Team generationsรผbergreifend die Zukunft zu gestalten.

Weltpremiere bei Netzwerk Culinaria-Mitglied: digital-manuelle ร„ra

Georg Weber referierte bei der Planer Convention des Netzwerk Culinaria
Georg WEber (Quelle: Netzwerk Culinaria)

Apropos Zukunft: Sie ist digital. Doch Kรถche lieben Knebel. MKN hat nicht nur diesen Widerspruch aufgelรถst, sondern noch viel mehr Neues aufgelegt. CEO Georg Weber von MKN prรคsentierte bei der 7. Planer Convention โ€žeine neue ร„raโ€œ: den Relaunch der modularen Herdanlage Optima, in der sich mehr als 250 Elektro- und Gasgerรคte frei kombinieren lassen. โ€žEs ist der grรถรŸte Aufwand, den wir je fรผr eine Verรคnderung vorgenommen habenโ€œ, verrรคt Weber. Die Reihe vieler neuer Features, teilweise selbst entwickelt und als Patent angemeldet, ist lang. Einige Beispiele: Die Steuerung ist nun vollends digital, intuitiv und gradgenau โ€“ via Knebel. Innovativ und ergonomisch: das Easy Handling-System, von den anwesenden Planern im Workshop vor Ort sofort getestet. Mit nur einem Finger lassen sich die Gerรคte wie Flexichef oder Fritteuse รถffnen und schlieรŸen. Der Hygiene-Standard der Innenrรคume ist nun durchgehend H2, der Gerรคteschutz gegen Strahlwasser wurde mit der Schutzklasse IPX6 nochmal erhรถht. Dito auch die Brandsicherheit des Gerรคtes mit der hรถchsten Unfallgefahr in der Kรผche, der Fritteuse: Das elektronische Sicherheitstool Fry Safe รผberwacht und steuert Temperaturen und Fettfรผllstand. Auch die Vernetzung bleibt wichtiges Thema: Alles lรคsst sich in die eigene MKN-Cloud einbinden bzw. mit WLAN connecten. Georg Weber resรผmiert: โ€žEs war eine Mammutaufgabe, รผber viele Jahre, aber wir sind stolz: Fast alles ist serienmรครŸig, zudem Made in Germany โ€“ was ja keine Selbstverstรคndlichkeit mehr ist.โ€œ

Von einem Geheimagenten รผber unterbewusste Kommunikation lernen

Leo Martin auf der Planer Convention
Quelle: Netzwerk Culinaria

Wenn ein ehemaliger Geheimagent die Bรผhne betritt, der รผber Jahre mit Schwerstkriminellen arbeitete, sie fรผr Undercover-Jobs gewann, ist man vorgewarnt: Ihm kann man nichts vormachen. In der Tat: Speaker Leo Martin verblรผffte mit seiner Menschenkenntnis. Vier mehr oder weniger freiwillige Probanden aus dem Plenum standen ihm mit versteinerter Miene gegenรผber โ€“ es half nichts. Der Ex-007 deutete Winzigkeiten in der Mimik und Gestik vรถllig korrekt, Winzigkeiten, die man als 08-15 auf der groรŸen Bรผhnen-Leinwand vergebens versuchte zu entdecken. Leo Martin trainiert heute nach seiner Karriere beim deutschen Geheimdienst Fรผhrungskrรคfte in den Geheimwaffen der Kommunikation. โ€žWir sind alle unbewusst auf Autopilot, auch unser Gegenรผberโ€œ, erlรคutert Martin. Dabei ist es wichtig zu verstehen: โ€žWie tickt unser Kunde? Wo steht er wirklich? Haben wir ihn รผberzeugt?โ€œ Oder anders: Kunden รผberzeugen sei wie bei einem Kriminalstรผck โ€“ zu Beginn hat man keine Ahnung, und dann tastet man sich vor. Alles das erfordere Kenntnisse, die sich erlernen lieรŸen.

KI โ€“ geht das wieder weg?

Klemens Skibicki
Klemens Skibicki (Quelle: Netzwerk Culinaria)

โ€žBitte einmal ein paar Digital-Tools fรผr uns.โ€œ Wer so etwas fรผr seinen Betrieb wรผnsche – keine Seltenheit โ€“ kaufe Klopapier wie in Corona-Zeiten. Motto: Irgendetwas muss man ja machen. Speaker Professor Klemens Skibicki lotste sein Publikum unterhaltsam durch die immer realer werdende Welt der KI. Schon heute seien viele Prozesse hรถchst kleinteilig organisiert, in Minischritte zerlegt, damit diese als einfache Tรคtigkeiten von der KI รผbernommen werden kรถnnen. Die Prognose des Digitalisierungsberaters: โ€žKรผnftig lassen wir nur noch top-bezahlte Arbeiten durch Menschen erledigen.โ€œ Service-Krรคfte servieren nicht mehr, sie รผbernehmen das Feelgood-Management โ€“ Smalltalk mit Kunden oder Tipps, eben Kundenbindung at its best. Zwar fehlten heute Rechner-Kapazitรคten, um alles das mit KI zu erledigen, was schon jetzt mรถglich wรคre. Doch es sei absehbar: โ€žWir alle werden bald tรคglich mit KI arbeiten โ€“ Vorkenntnisse sind nicht nรถtig.โ€œ

Lachverstรคndiger lockerte Planer Convention auf

Der Lachverstรคndige
Quelle: Netzwerk Culinaria

Das Best of der zwei dicht gepackten Tage lieferte รผbrigens nicht die KI. Sondern ein real-existierender Lachverstรคndiger: Dr. Oliver Tissot fasste mehrmals spontan-pointiert das gerade Erlebte zusammen, gab seinen richtig scharfen Senf zu allem, was sich im Plenum aufhielt (Planer), Gerรคusche machte (Techniken in den Workshops) oder referierte – jeder Speaker bekam sein Fett weg. Auch er ein Glรผcksgriff, das bewies die begeisterte Reaktion des Publikums. Fazit: Man darf sich schon heute auf eine Neuausgabe des Events freuen.

info

Wer ist nominiert als GV-Manager des Jahres 2024?

Mehr zu den Kandidaten Janina Briese, Nadine Lehrieder, Ewald Schรผle und Christian Wieser.

Quelle: cd/Netzwerk Culinaria

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