Tee ist in ein profilbildendes Genusssegment, das zunehmend vom Zusammenspiel aus Zeitgeist, Gesundheitsorientierung und gesetzlichen Rahmenbedingungen geprägt wird. Der neue Tee Report 2026 des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands zeigt anhand aktueller Marktdaten und Einschätzungen, dass Tee mit innovativen Konzepten neue Zielgruppen erreicht, gleichzeitig aber vor strukturellen Herausforderungen steht.
Wie viel Tee wird in Deutschland getrunken?
Tees wie Kräuter- und Früchtetees entwickeln sich zu einem Getränk für verschiedene Situationen und Bedürfnisse. Als Start in den Tag, als Pausengetränk sowie als Durstlöscher und alkoholfreie Alternative. Für viele Menschen sind Kräuter- und Früchtetees fester Bestandteil einer ausgewogenen, zunehmend pflanzlichen Ernährung. Dadurch entstehen stabile Konsumzahlen. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum lag 2025 bei insgesamt 66,1 Litern. Davon waren 26,9 Liter Schwarz- und Grüntee sowie 39,2 Liter Kräuter- und Früchtetee.

Insgesamt wurden 2025 in Deutschland über 46 Milliarden Tassen konsumiert. Das entspricht 87.592 Tassen Tee pro Minute. Davon waren 54.299 Tassen Kräuter- und Früchtetee und 33.293 Tassen Schwarz- und Grüntee.

Tee gilt in Deutschland als sicheres und naturbelassenes Lebensmittel. Damit das so bleibt, betreiben die Unternehmen einen erheblichen Aufwand. Steigende bürokratische Anforderungen verursachen hohe Kosten und können die Verfügbarkeit einzelner Sorten und pflanzlicher Rohstoffe weiter einschränken. Beim Kauf legen Konsumenten in Deutschland großen Wert auf Qualität und Herkunft, was sich unter anderem im erneut gestiegenen Bio-Anteil im Jahr 2025 widerspiegelt. Der ohnehin hohe Bio-Anteil bei Tee sowie Kräuter- und Früchtetees ist 2025 nochmals um 1,9 Prozentpunkte gestiegen und lag damit bei 19,6 Prozent. Im gesamten Lebensmittelmarkt betrug der Bio-Anteil lediglich rund 6,5 Prozent.
Welche Teesorten sind am beliebtesten?
Viefalt bleibt im deutschen Teekonsum ein wichtiger Faktor. Nach wie vor liegen hierzulande Kräuter- und Früchtetees in der Käufergunst vorn. Obwohl sie 2025 rund zwei Prozentpunkte am Gesamtabsatz verloren haben, nehmen sie immer noch zwei Drittel (67,4 Prozent) des Gesamtmarkts ein. Im Jahr 2025 wurden insgesamt über 38.500 Tonnen dieser Tees verkauft.
Deutliche Zuwächse verzeichneten Früchtetee-Mischungen, die um über fünf Prozentpunkte zulegten. Neue Kreationen im Bereich aromatisierter Mischungen steigerten den Absatz um 1,7 Prozentpunkte. Dadurch wuchs der Absatz der aromatisierten Mischungen auf 26 Prozent und der nicht aromatisierten Mischungen auf 24,5 Prozent des Gesamtmarkts.
Während der Absatz von Rooibos zurückging, legte Mate leicht zu. Die insgesamt verkaufte Menge an Schwarz- und Grüntee sank im Vergleich zum Vorjahr um weniger als ein Prozent, sodass Schwarz- und Grüntee einen Anteil von 32,6 Prozent am Gesamtmarkt einnimmt. Das Verhältnis von Schwarz- zu Grüntee lag bei 73 zu 27 Prozent.

Zu den beliebten Klassikern zählen weiterhin Monosorten wie Pfefferminze, Kamille und Fenchel sowie Mischungen wie Fenchel-Anis-Kümmel. Dabei nehmen Monosorten 25,1 Prozent der Kräuter- und Früchtetees ein, wobei Pfefferminze mit neun Prozent ganz vorne steht. Aromatisierte und nicht aromatisierte Mischungen halten sich hingegen die Waage mit 38,6 beziehungsweise 36,3 Prozent.

Die vielen Tee-Fachgeschäfte in Deutschland sind beliebte Anlaufpunkte für Konsumenten. Hier können sich Verbraucher persönlich beraten und inspirieren lassen. In der Regel werden in den Fachgeschäften höherpreisige Tees als loses Blatt verkauft. Trotz der allgemeinen inflationsbedingten Kaufzurückhaltung sanken die Verkäufe über diesen Absatzkanal 2025 lediglich um ein Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.
Bei der Frage nach losem Blatt oder Beutel sind deutliche Unterschiede je nach Art. Bei Kräuter- und Früchtetees gibt es dabei eine leichte Verschiebung hin zum losen Blatt. 2023 lag das Verhältnis noch bei zehn Prozent loses Blatt zu 90 Prozent Beuteltee. Nun ist das Verhältnis bei 17 zu 83 Prozent. Bei Schwarz- und Grüntees ist die Aufteilung sehr ausgewogen mit 48 Prozent losem Tee und 52 Prozent Beuteltee.


Tee wird in der Gastronomie gefragter
Die große Beliebtheit von Tee in Deutschland spiegelt sich auch in den vielfältigen Absatzkanälen wider. Im Jahr 2025 wurde ein großer Teil der Tees sowie Kräuter- und Früchtetees im Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Der Absatz bei Discountern stieg leicht an, während er in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken weitgehend stabil blieb. Hier werden in erster Linie Kräuter- und Früchtetees erworben. Onlineverkäufe und der Versandhandel mit Tee verzeichneten ein leichtes Plus von 0,4 Prozentpunkten. Auffällig ist zudem der Nachfrageanstieg in der Gastronomie um 1,3 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent.

Matcha beflügelt vor allem den Außer-Haus-Markt. Die neuen Variationen und Kreationen bieten Trend-Getränke und erschließt neue Zielgruppen. Doch nicht nur Matcha ist ein Treiber. Auch Cold Brew hat sich inzwischen zu einem kalorienarmen Durstlöscher etabliert. Die Getränke werden vor allem für gesundheitsbewussten Lifestyle genutzt. In diese Kerbe könnten künftig auch Functional Teas schlagen, die mit Beauty-, Gesundheits- und Fitness-Attributen punkten wollen.
Die deutschen Teehersteller gelten hier als besonders innovativ und nutzen die natürliche Vielfalt von Kräutern und Früchten, um immer wieder neue Kreationen auf den Markt zu bringen. Die Functional und Cold Brew Teas ergänzen das Sortiment, um gezielt auf unterschiedliche Verbraucherbedürfnisse einzugehen wie etwa schnelle und unkomplizierte Verfügbarkeit oder gesundheitliche Zusatznutzen.
Nach Matcha kommt Hojicha
Positiv für die Entwicklung des Teemarkts ist die ständige Möglichkeit zur Trendentwicklung. Eine lange Kulturgeschichte, vielfältige Ursprungsländer und verschiedene Verarbeitungsmethoden führen zu Innovationen und Wiederentdeckungen. Das wohl aktuellste und bekannteste Beispiel ist Matcha. Die intensiv-grüne Teespezialität gilt derzeit als absolutes In-Getränk. Deutschland ist innerhalb der EU zum Importland Nummer eins aufgestiegen.
Der gemahlene Grüntee wird besonders gerne in stylischen Varianten als Matcha Latte mit Milch oder pflanzlichen Milchalternativen getrunken oder als Aufguss auf Eiswürfeln zubereitet. Zudem wird Matchapulver gerne als farb- und geschmacksintensive Zutat für Speiseeis, Schokolade oder Desserts verwendet.
Die hohe Nachfrage spiegelt sich weltweit inzwischen auch in den Produktionszahlen wider. Diese sind von 2024 auf 2025 um über 71 Prozent gestiegen. Japan ist aktuell der größte Matcha-Produzent. Während Matcha derzeit in aller Munde ist, zeichnet sich mit Hojicha bereits ein neuer Trend ab. Den gerösteten Grüntee aus Japan charakterisiert ein mild-nussiges Aroma.
Tee als wichtiger Bestandteil für Ernährung und Lifestyle
Gleich nach Wasser ist Tee das meistkonsumierte Getränk der Welt. Allein diese Tatsache verdeutlicht, welchen Stellenwert Tee in der Ernährung der Menschheit einnimmt. Auch wenn er in Deutschland noch nicht eine so große Rolle wie etwa in vielen asiatischen Ländern im Alltag spielt, wächst seine Bedeutung auch hier stetig.
Als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung ist Tee inzwischen sehr beliebt und entspricht dem Zeitgeist auch als wichtige Komponente einer alkoholfreien Genusskultur. Mit ihren positiven Eigenschaften und ihrer natürlichen Geschmacksvielfalt motivieren Tees, Kräuter- und Früchtetees Menschen jeden Alters, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Mit der Kombination aus Fun & Function gelingt es Tees alle Trend-Felder zu bespielen. Für die einen ist Tee noch eine hippe Entdeckung, für die anderen schon längst willkommene Bereicherung eines gesundheitsorientierten Lifestyles. Im Rahmen des aktuellen Trends zu Fun ohne Alkohol kann Tee seine Stärken einmal mehr voll ausspielen. Vielfältig im Geschmack und schnell verfügbar, steigt er von der Alternative zum Trendgetränk auf und kommt im Mainstream an.
Abseits der neuen Trends und Entwicklungen zeigen die aktuellen Ergenisse, welche Sorten aus der Kategorie Schwarz- und Grüntee sowie die beliebtesten Kräuter- und Früchtetees sind.
Wo kommt der Tee her?
Zwar sind Absatzzahlen von Tee weiterhin stabil und es scheinen mit neuen Zielgruppen und Trendgetränken auch Wachstumsmöglichkeiten zu entstehen. Doch steht die Teebranche weiterhin vor Herausforderungen. Klimawandel und aktuelle politische Entwicklungen gehen auch hier nicht spurlos vorbei. Für eine Branche, die überwiegend kleinere und mittlere Unternehmen prägen, sind stabile Rahmenbedingungen essenziell. Hohe Energiekosten, fragile Lieferketten und wachsende Bürokratie stellen zunehmend Herausforderungen dar. Als kleine Akteure auf den Beschaffungsmärkten haben deutsche Unternehmen nur begrenzten Einfluss auf die Bedingungen in den Ursprungsländern.
Beim Import zeichnen sich vier Regionen als besonders relevant aus. Sri Lanka ist nun das wichtigste Herkunftsland für den deutschen Markt Etwas mehr als 11.300 Tonnen Tee gelangten aus dem Inselstaat nach Deutschland. Damit stiegen die Importe von 2024 auf 2025 deutlich um rund 1.855 Tonnen beziehungsweise knapp 19,5 Prozent. Der Gesamtanteil von Tee aus Sri Lanka am deutschen Markt lag bei etwas mehr als 21,7 Prozent.
China belegte 2025 Platz 2 in der Tee-Importstatistik. Aus dem Reich der Mitte wurden etwas mehr als 10.117 Tonnen Tee nach Deutschland importiert. Die Importe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 1.280 Tonnen beziehungsweise fast 14,5 Prozent. Der Anteil an der gesamten importierten Teemenge lag bei etwa 19,3 Prozent.

Indien fiel in der Importstatistik zurück: Nach Platz 1 im Jahr 2024 reichte eine Importmenge von etwas mehr als 9.540 Tonnen 2025 nur noch für Rang 3. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug rund 903 Tonnen beziehungsweise gut 8,6 Prozent. Der Anteil an der importierten Gesamtmenge sank um mehr als 3,5 Prozentpunkte. Anhaltende Dürreperioden in einigen indischen Anbaugebieten wirkten sich negativ auf die Erträge aus.
Afrikanische Erzeugerländer – unter anderem Kenia, Malawi, Mosambik, Uganda, Ruanda und Tansania – entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Akteur für den deutschen Markt. Insgesamt wurden von dort etwas mehr als 6.900 Tonnen Tee eingeführt. Damit stieg die Importmenge gegenüber dem Vorjahr um rund 1.600 Tonnen beziehungsweise etwa 30 Prozent. Der Anteil an der gesamten importierten Teemenge lag bei über 13 Prozent und erhöhte sich damit um etwas mehr als zwei Prozentpunkte.
Teeproduktion auf Rekordniveau
Tee wird in vielen Ländern der Welt produziert. An der Spitze stehen allerdings seit Jahren stets dieselben Nationen: China auf Platz 1, gefolgt von Indien, Kenia, der Türkei und Sri Lanka. Unter den führenden Teeproduzenten gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Während in China im Jahr 2025 über 3,9 Millionen Tonnen Tee produziert wurden, waren es in Indien mehr als 1,3 Millionen Tonnen und in Sri Lanka lediglich etwas über 264.000 Tonnen. Obwohl Kenia im vergangenen Jahr ein Produktionsminus von fast 49.500 Tonnen verzeichnete, behauptet das afrikanische Land weiterhin seinen dritten Platz mit 549.001 Tonnen im Ranking. Insgesamt wurden im Jahr 2025 weltweit rund 7,3 Millionen Tonnen Tee produziert – etwa 3 Prozent mehr als 2024. Ein Rekordhoch in der Teeproduktion.

Die erzeugte Teemenge sagt nicht zwingend etwas über die Exportstärke eines Erzeugerlandes aus. Ein gutes Beispiel ist China. Dort wurden 2025 zwar fast 54 Prozent der Weltproduktion erzeugt, der Anteil an den Weltexporten lag jedoch lediglich bei knapp 21 Prozent.
Ein völlig anderes Bild zeigt Kenia. Hier lag der Anteil an der Weltproduktion bei etwas mehr als 7,5 Prozent, der Anteil an den Weltexporten jedoch bei fast 29 Prozent. Damit liegt Kenia aufgrund eines deutlich geringeren Inlandsverbrauchs an der Spitze der Tee-Exportländer. Der Anteil aller afrikanischen Erzeugerländer an den Exporten lag bei etwas mehr als 37 Prozent, obwohl sie nur insgesamt zehn Prozent zur Weltproduktion beitrugen.
Sowohl China als auch Indien und Sri Lanka steigerten ihre Exporte im Jahr 2025 spürbar: China um fast zwölf Prozent, Indien um circa zehn Prozent und Sri Lanka um etwas mehr als vier Prozent. Die Welt-Tee-Exporte stiegen um 6,9 Prozent und lagen so hoch wie nie zuvor.
Nach Deutschland wurden 2025 Tee und Rohwaren aus 86 verschiedenen Ländern importiert. Die Importe der Teeunternehmen stiegen deutlich und erreichten innerhalb der letzten sieben Jahre einen Höchststand. Dies ist unter anderem eine Reaktion auf eventuell eintretende Lieferschwierigkeiten.

Teeprodukte aus deutscher Produktion werden wegen ihrer hohen Qualität weltweit geschätzt und gekauft. Von den 52.382,5 Tonnen importiertem Tee wurden 22.313,4 Tonnen wieder exportiert. Damit lag der Exportanteil bei 42,6 Prozent. Exportiert wurde in 94 verschiedene Länder, darunter 26 EU-Nachbarn, an die etwas mehr als 16.000 Tonnen Tee gingen. Auf Rang 1 der Exportländer für deutsche Teeprodukte lag 2025 Frankreich, das zum achten Mal in Folge Top-Exportmarkt für Teeprodukte aus Deutschland war. Nach Frankreich folgen Polen und als größtes Drittland die USA.
Bedeutung für die Gastronomie
Der Teemarkt steht zwar vor verschiedenen Herausforderungen, doch können neue Zielgruppen, Trendentwicklungen und Vermarktungsideen den Absatz stabil halten und sogar steigern. Für die Gastronomie können Teeangebote ein effizienter Hebel sein. Nicht nur weil trendige Matcha-Variationen mit ihrer leuchtend grünen Farbe einen starken Effekt auf Social Media haben, sondern weil Produkte wie Cold Brew Teas und Functional Teas immer mehr zur durststillenden Alternativen und Lifestyle-Produkten werden. So lassen sich im Außer-Haus-Markt Konsumalternativen schaffen und neue Zielgruppen gewinnen.
Lesen Sie hier den vollständigen Tee Report 2026.
Quelle: Deutscher Tee & Kräutertee Verband
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