Tiefkühlprodukte setzen ihren Wachstumskurs in Deutschland fort. Laut dem Deutschen Tiefkühlinstitut stieg der gesamte Absatz von Tiefkühlkost 2025 um 2,5 Prozent auf 4,238 Millionen Tonnen. Der Pro-Kopf-Verbrauch legte auf 51,6 Kilogramm zu, der Verzehr pro Haushalt erreichte 103,8 Kilogramm. Im Lebensmitteleinzelhandel und bei Heimdiensten nahm der Absatz ebenso zu wie im Außer-Haus-Markt, der allerdings unter einem anhaltend schwierigen Umfeld steht.
Entwicklung von Absatz, Pro-Kopf-Verbrauch und Haushaltsverzehr
Der Absatz von Tiefkühlkost 2025 wuchs in Deutschland um 2,5 Prozent auf eine Menge von 4,238 Millionen Tonnen, nach 4,137 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlkost stieg 2025 wieder auf einen Rekordwert von 51,6 Kilogramm, nach 50,8 Kilogramm im Jahr 2024. Der Verzehr pro Haushalt lag 2025 bei 103,8 Kilogramm, nach 101,9 Kilogramm im Jahr 2024, was einem Plus von 1,9 Kilogramm entspricht. Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) sind das erneut Rekordergebnisse für Tiefkühlkost in Deutschland.
Der für 2024 gemeldete Pro-Kopf-Verbrauch von ursprünglich 50,0 Kilogramm musste aufgrund überarbeiteter Angaben in der Bevölkerungsstatistik auf 50,8 Kilogramm korrigiert werden. Die Bevölkerungszahl in Deutschland betrug 2025 82,1 Millionen Einwohner. Auch die Angabe für den Verzehr pro Haushalt 2024 wurde an geänderte Haushaltsdaten angepasst und lag bei 101,9 Kilogramm statt der ursprünglich genannten 101,1 Kilogramm. Die Zahl der Haushalte in Deutschland lag 2025 bei 40,8 Millionen.
Tiefkühlprodukte sind in Deutschland fester Bestandteil des täglichen Lebensmitteleinkaufs. Laut TK-Trendbarometer, das Ende Januar 2026 vom Marktforschungsinstitut Innofact repräsentativ erhoben wurde, verwenden 62 Prozent der Befragten Tiefkühlprodukte mindestens mehrmals im Monat. Am häufigsten greifen Verwender zu Tiefkühlgemüse und -kräutern (76 Prozent), Tiefkühlfisch (62 Prozent) und tiefgekühlten Kartoffelprodukten (55 Prozent). 2025 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlprodukten in Deutschland laut dti-Absatzstatistik auf einen Rekordwert von 51,6 Kilogramm, „das sind pro Bauch 15 TK-Pizzen und 30 Fischstäbchen“. Das Deutsche Tiefkühlinstitut erklärt, dass Deutschland damit weltweit einer der führenden Tiefkühlkost-Absatzmärkte ist.
Tiefkühlkost im LEH und bei Heimdiensten
Im Absatzkanal Lebensmitteleinzelhandel/Heimdienste stieg der Tiefkühlabsatz 2025 um 2,7 Prozent auf 2,070 Millionen Tonnen, nach 2,017 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Tiefkühlprodukte zum Selber Kochen verzeichneten 2025 einen Zuwachs von 1,8 Prozent und blieben damit unter der Entwicklung in den Segmenten Frühstück und Dessert mit plus 4,9 Prozent sowie Fix und Fertig mit plus 2,9 Prozent.
Innerhalb der Kategorie „Selber Kochen“ lag die Tiefkühlwarengruppe Gemüse 2025 mit einem Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber 2024 im Minus. Hingegen legten Fisch mit 5 Prozent, Kartoffelprodukte mit 2,5 Prozent und Fleisch mit 1 Prozent zu. Bei Fleisch stammt das Wachstum laut dti ausschließlich aus dem Geflügel, das als preisgünstiges Protein im Trend liegt.
In der Warengruppe Fix und Fertig konnten insbesondere Fertiggerichte mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent gegenüber 2024 stark zulegen. Die pflanzenbasierten Alternativprodukte stagnierten 2025 auf Vorjahresniveau und haben es weiterhin schwer. Tiefkühlbackwaren zeigten nach dem Einbruch in 2024 ein starkes Plus von 3,9 Prozent. Dieses Wachstum wird vor allem von Tiefkühlbrot und -brötchen getragen, die mit 6,8 Prozent stark zulegten. Die kleine Warengruppe Tiefkühlobst war 2025 der Wachstumschampion und legte erneut um 12 Prozent zu.
Zur Marktentwicklung im LEH und bei Heimdiensten sagt dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner: „2025 konnte sich der Tiefkühlmarkt trotz weiter angespannter Wirtschafts- und Konsumlage erneut behaupten.“ Sie führt aus: „Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zeigen sich aber deutliche Konsumänderungen: Der Trend geht zum stärkeren Verzehr zu Hause. Diese Entwicklung begünstigt eher den Absatz im Lebensmittelhandel und bei den Heimdiensten und verlangsamt den Aufwärtstrend bei den Gastronomieabsätzen. Insgesamt nimmt die Bedeutung tiefkühlfrischer Lebensmittel in Deutschland weiter zu, als wichtige Unterstützung für den privaten Ernährungsalltag genauso wie bei der Bewältigung der großen Herausforderungen in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung.“
Eichner beschreibt zudem Einflüsse auf das Konsumverhalten: „Die Ausgabenzurückhaltung in der Gastronomie spiegelt sich in Mehrabsätzen im LEH/HD: Die Verpflegung zu Hause, insbesondere mit Fertiggerichten, hat weiter zugelegt. Einen positiven Einfluss hat auch der zunehmende Einsatz von Airfryern in den Privathaushalten, der vielen TK-Segmenten neue Potenziale ermöglicht: Bereits 41 Prozent der Menschen in Deutschland bereiten laut unserem TK-Trendbarometer vom Juni 2025 Tiefkühlprodukte mit dem Airfryer zu.“
Zudem führte Eichner aus: „Negativ wirkt sich dagegen das andauernde krisenhafte Weltgeschehen aus, das schwerwiegende Folgen für Lieferketten und Energiepreise hat und das Konsumklima in Deutschland stark beeinträchtigt. Die Sparneigung war mit 18,7 Prozent im Dezember 2025 laut YouGov so hoch wie zuletzt in der Finanzkrise 2008, die Kauf- und Ausgabenzurückhaltung der Haushalte ist im gesamten Konsumbereich spürbar.“
Ihr Fazit zum Absatzkanal LEH/HD lautet: „Trotz dieses belasteten Umfelds konnte sich der Absatz von TK im Bereich LEH/HD sehr gut behaupten. Auch 2025 konnten Tiefkühlprodukte so wieder eindrucksvoll ihre große Bedeutung für den Handel als wichtige Frische-, Convenience- und Bevorratungskategorie unterstreichen. Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen nach wie vor den wertvollen Beitrag von TK für eine genussvolle, unkomplizierte, gesunde und bezahlbare Ernährung.“
Außer-Haus-Markt: Wachstum bei Fix & Fertig
Im Außer-Haus-Markt wuchs der Absatz von Tiefkühlprodukten 2025 um 2,3 Prozent auf 2,168 Millionen Tonnen, nach 2,120 Millionen Tonnen im Vorjahr. Der Absatzkanal Außer-Haus-Markt kam damit auf einen Anteil von 51,2 Prozent am Gesamtabsatz und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau.
Ein besonders starkes Wachstum verzeichnete im Außer-Haus-Markt der Bereich Fix und Fertig mit 9 Prozent. Hervorzuheben ist das zweistellige Wachstum bei Snacks mit 14,7 Prozent. Tiefkühlpizza wuchs um 6,9 Prozent und die tiefgekühlten Alternativprodukte auf pflanzlicher Basis um 5,5 Prozent.
Bei den Tiefkühlprodukten zum Selber Kochen war die Entwicklung 2025 mit einem Absatzrückgang von 0,6 Prozent leicht negativ. Fleischprodukte gaben um 6,0 Prozent nach, ebenso Meeresfrüchte mit 7,5 Prozent und Fischgerichte mit 5,0 Prozent. Zuwächse gab es dagegen vor allem bei Fischstäbchen mit 17 Prozent, zudem bei Geflügel mit 9,5 Prozent und Wild mit 7,3 Prozent. Im Segment Frühstück und Dessert verzeichnete die Branche 2025 einen leichten Zuwachs von 1,6 Prozent. Die bedeutendste Teilwarengruppe Backwaren wuchs um 1,7 Prozent.
Zur Lage im Außer-Haus-Markt sagt Sabine Eichner: „Für die Gastronomie war auch 2025 ein schwieriges Jahr, in dem sie weiter unter starkem Kostendruck stand und sich an neue Alltagsmuster anpassen musste.“ Laut Eichner waren „starkes Preisbewusstsein, Trading-Down, mehr Bedeutung von To Go-Angeboten und Convenience-Produkten“ nach Angaben des Marktforschungsinstituts Circana die wichtigsten Treiber im zurückliegenden Jahr 2025.
Weiter führt sie aus: „Die Ausgabenzurückhaltung vieler Haushalte, fehlende Fachkräfte und Kostensteigerungen sorgen in allen Segmenten der Gastronomie für Anpassungsdruck. Besonders gefragt sind daher personalsparende und kalkulationssichere Lösungen für die Zubereitung von Gerichten und effizientere Prozesse. Tiefkühlprodukte können hier mit ihren zahlreichen Vorteilen bei Profi-Verwendern weiter punkten, wie die dti-Absatzstatistik und der anhaltende Erfolg von TK auch im Außer-Haus-Markt zeigen.“
Steigende Umsätze mit Tiefkühlkost
Der Tiefkühl-Gesamtumsatz stieg 2025 um 4,5 Prozent auf 23,612 Milliarden Euro, nach 22,601 Milliarden Euro im Jahr 2024. Als Gründe nennt das dti höhere Löhne sowie gestiegene Kosten bei Energie, Verpackungen und Rohstoffen. Der Tiefkühlumsatz im Absatzkanal Lebensmitteleinzelhandel/Heimdienste stieg um 4,7 Prozent auf 12,314 Milliarden Euro, nach 11,766 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der Umsatz mit Tiefkühlprodukten im Außer-Haus-Markt erreichte 2025 11,298 Milliarden Euro, nach 10,835 Milliarden Euro im Vorjahr, und erhöhte sich damit um 4,3 Prozent. Auch hier mussten Kostenanstiege an die Abnehmer weitergegeben werden.
Quelle: Deutsches Tiefkühlinstitut