BdS-Mittagsempfang
Quelle: BdS/Foto-Anger

BdS-Mittagsempfang thematisiert Reformen und verleiht seinen Branchenpreis

Beim BdS-Mittagsempfang in München sind rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Medien zusammengekommen. Im Zentrum standen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, klare politische Reformforderungen der Systemgastronomie sowie die Verleihung des Preises der Deutschen Systemgastronomie 2026.

Politischer Austausch beim BdS-Mittagsempfang

Beim traditionellen Mittagsempfang des Bundesverbands der Systemgastronomie in München standen die Verleihung des Preises der Deutschen Systemgastronomie und die Forderung nach politischen Reformen im Mittelpunkt, die der Systemgastronomie wieder mehr unternehmerischen Freiraum, Wachstum und Beschäftigung ermöglichen sollen. Politische Impulse setzten die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, MdL (CSU), sowie Stefan Schmidt, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), tourismuspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Beide stellten sich im Anschluss an ihre Grußworte den Fragen des BdS.

BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Politik und Unternehmen, insbesondere in fragilen politischen und wirtschaftlichen Zeiten. Er sagte: „Wir wollen nicht jammern, sondern miteinander reden, konstruktive Vorschläge machen und in die Zukunft blicken.”

Forderungen der Systemgastronomie an die Politik

BdS-Präsident Matthias Kutzer warb trotz hoher Kosten, Arbeitskräftemangel und schwieriger Investitionsbedingungen für mehr Zuversicht und politischen Gestaltungswillen. Die Unternehmen der Systemgastronomie seien bereit, weiter zu investieren und Verantwortung zu übernehmen. Dafür brauche es jedoch konkrete Reformen. Kutzer erklärte: „Zukunft entsteht nicht im Meckermodus. Zukunft entsteht, wenn Menschen anpacken.“ Dringenden Handlungsbedarf sieht der BdS-Präsident beim Bürokratieabbau. Bevor neue Vorgaben geschaffen würden, müsse konsequent geprüft werden, welche bestehenden Pflichten entfallen können.

Auch in der Arbeitsmarktpolitik fordert der BdS mehr Flexibilität. Minijobs müssten als wichtige Beschäftigungsform erhalten bleiben und die angekündigte Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit endlich umgesetzt werden – ohne Tarifvorbehalt. Kutzers Botschaft lautet: „Arbeit muss attraktiv sein. Arbeit muss flexibel möglich sein. Und Arbeit darf nicht unnötig teuer und kompliziert gemacht werden.“

Gastronomie als Wirtschafts- und Lebensqualitätsfaktor

Die Bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Gastronomie für Bayern. Sie sei weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor, stehe für Gastfreundschaft, Begegnung und Lebensqualität und mache Städte und Gemeinden lebendig. Kaniber sagte: „Wer mit seiner Leistung Arbeitsplätze schafft, Steuern erwirtschaftet und Wertschöpfung im Land hält, verdient die volle Unterstützung der Politik. Deshalb setzen wir in Bayern alles daran, die Betriebe zu entlasten und ihnen den Rücken zu stärken: mit weniger Bürokratie, verlässlichen Regeln und mehr unternehmerischem Freiraum. Leistung muss sich lohnen – und wer etwas aufbauen will, muss vorankommen können.“

Auch der Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt stellte die Rolle der Branche heraus: „Die Gastronomie ist ein wichtiger Teil unserer Innenstädte, Orte der Begegnung auf dem Land und ein Stück Lebensqualität. Damit die Branche auch in Zukunft erfolgreich bleibt, braucht es gute Arbeitsbedingungen für zufriedenes Personal genauso wie gute Rahmenbedingungen für die Unternehmen.“

Wer gewann den Preis der Deutschen Systemgastronomie 2026?

Ein Höhepunkt des BdS-Mittagsempfangs war die Verleihung des Preises der Deutschen Systemgastronomie 2026. BdS-Vizepräsident und Laudator Ingo Gugisch würdigte mit 60 seconds to napoli, Goldies und Mmaah! drei Finalisten, die mit starken Ideen, Unternehmergeist und innovativen Konzepten die Systemgastronomie mitgestalten. „Schon die Nominierung ist eine Auszeichnung für das, was diese Unternehmen leisten und welche Impulse sie unserer Branche geben“, so Gugisch.

Mmaah!
Quelle: BdS/Nadine Ingold

Mmaah! hat den Preis der Deutschen Systemgastronomie 2026 gewonnen und die Jury überzeugt. Das von Sebastian und Andreas Lechle entwickelte Konzept hat koreanische Küche erfolgreich in der deutschen Systemgastronomie etabliert und seine Wachstums- und Franchisestrategie in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Bereits 2025 gehörte Mmaah! zu den Finalisten, 2026 nahm das Unternehmen nun den Preis der Deutschen Systemgastronomie mit nach Hause.

Ehrenpreis für Ingrid Hartges

Ingred Hartges
Quelle: BdS/Nadine Ingold

Mit dem Ehrenpreis der Deutschen Systemgastronomie 2026 zeichnete der BdS Ingrid Hartges aus. 36 Jahre lang prägte sie den Dehoga Bundesverband, davon 20 Jahre als Hauptgeschäftsführerin, und vertrat die Interessen des Gastgewerbes mit hoher Fachkompetenz, politischem Gespür und außergewöhnlicher Beharrlichkeit. Besonders hervorgehoben wurden ihr langjähriger Einsatz für die steuerliche Gleichbehandlung von Speisen sowie ihr Beitrag zu einer engen, neuen Zusammenarbeit zwischen BdS und Dehoga. Aus dem gemeinsamen politischen Einsatz sei eine starke Stimme für das gesamte Gastgewerbe entstanden.

Quelle: Bundesverband der Systemgastronomie

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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