Bio-Angebote auf der Wiesn gewinnen an Bedeutung. Der Speisekartencheck der Fairen Wiesn weist für 2026 einen Bio-Anteil von 13,7 Prozent bei den erfassten Gerichten aus, bei denen mindestens die Hauptzutat in Bio-Qualität vorliegt. Vier Festzelte erreichen einen Bio-Anteil von mehr als 50 Prozent. Das Projekt „Mehr Bio auf der Wiesn“ begleitet den Ausbau der Wertschöpfungsketten, während die Faire Wiesn mit einem neuen Speisekartencheck die Entwicklung transparent macht.
Speisekartencheck der Fairen Wiesn 2026
Der Speisekartencheck der Fairen Wiesn zeigt, dass 13,7 Prozent der erfassten Gerichte auf dem Oktoberfest inzwischen mindestens ihre Hauptzutat in Bio-Qualität haben. Vier Festzelte kommen auf einen Bio-Anteil von mehr als 50 Prozent. Der Bio-Anteil auf den Speisekarten der Wiesnzelte steigt 2026 damit deutlich auf 13,7 Prozent. Der Speisekartencheck der Fairen Wiesn macht sichtbar, wo Bio, vegetarische und vegane Gerichte zu finden sind.
Die Faire Wiesn hat die Speisekarten von 34 Wiesnzelten ausgewertet. Eine interaktive Übersicht zeigt die Bio-Angebote auf der Wiesn sowie vegetarische und vegane Angebote. Das Projekt „Faire Wiesn“, an dem auch der Münchner Ernährungsrat beteiligt ist, dokumentiert die Entwicklung des Bio-Angebots auf dem Oktoberfest.
Projekt „Mehr Bio auf der Wiesn“ und Aufbau von Lieferketten
Zwischen einem Biohof in Bayern und einem Teller im Festzelt müssen laut Münchner Ernährungsrat Mengen, Lieferwege und die Zusammenarbeit von Produzenten, Handel und Wirten zusammenpassen. Hier setzt das Projekt „Mehr Bio auf der Wiesn“ an. Wertschöpfungskettenmanagerin Johanna Zierl bringt die Beteiligten zusammen und unterstützt beim Aufbau von Lieferbeziehungen.
Der Münchner Ernährungsrat ist Partner der Fairen Wiesn. Die Faire Wiesn beobachtet nach Angaben des Münchner Ernährungsrats genau, wie weit die Zelte beim Bio-Anteil sind, und macht dies mit dem neuen Speisekartencheck sichtbar.
Quartiersküchen und Praxisbeispiele für gutes Essen vor Ort
Der Münchner Ernährungsrat verweist auf die Bedeutung funktionierender Strukturen für gutes Essen vor Ort – im Festzelt ebenso wie in Quartiersküchen. In Quartiersküchen geht es darum, wie gutes Essen lokal organisiert werden kann und um Menschen, die selbst aktiv werden.
Quartiersküchen in München bieten offene, gemeinschaftliche Kochangebote in verschiedenen Stadtteilen an. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem „Fruchtiger Herbst“ in Moosach, „Herbstküche“ in Bogenhausen, „Alles Kürbis oder was?“ in Trudering, „Tofu selber machen“ in Haidhausen, „Gesunde Küche“ im Prinz-Eugen-Park, „Bunte Herbstküche“ im Domagkpark, „Kürbis in allen Farben“ in Pasing und „Goldener Herbst“ in Laim. Zudem lädt der Münchner Ernährungsrat mit einem Quartiersküchentreff Verantwortliche und Interessierte zum Erfahrungsaustausch und zur Planung neuer Standorte ein. Ein Infotreffen „Neue Quartiersküchen für München“ richtet sich an Träger, Einrichtungen und Engagierte, die offene, gemeinschaftliche Kochangebote ermöglichen, mitgestalten oder anleiten möchten.
Küche der Zukunft und Bildungsangebote zu nachhaltiger Ernährung
Im Programm „Küche der Zukunft“ setzt der Münchner Ernährungsrat auf praxisnahe Bildungsangebote. Themen sind etwa „Nachhaltige Snacks“, „Superfood Hülsenfrüchte“ und „Bühnenfrei: Wintergemüse“. Ein weiterer Kurs „Kreativ kochen – Alles verwerten, clever sparen“ zeigt, wie Lebensmittel ganzheitlich genutzt und Reste sinnvoll verwertet werden können, etwa durch Fonds aus Gemüseresten, neue Ideen für Altbrot oder kreative Rezepte aus vorhandenen Lebensmitteln. Ergänzend geht es um Lagerung, Mindesthaltbarkeit, Foodsharing und Rettertaschen.
Der Münchner Ernährungsrat verweist zudem auf einen Kochkurs „Tolle Knolle“ sowie auf verschiedene Veranstaltungen in Kooperation mit oder aus dem Umfeld von Netzwerkpartnern wie BUND Naturschutz, Naturland, Oberland Bioweiderind, BioRegio-Management der Landeshauptstadt München, Genussgemeinschaft Städter und Bauern oder Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Themen reichen von klimafreundlichem Essen über Fermentation in der Außer-Haus-Verpflegung bis hin zu regionalen Wertschöpfungsketten und dem Umgang mit dem ganzen Tier.
Mehrweg, Verpackung und PFAS als Teile der Ernährungswende
Der Münchner Ernährungsrat hebt hervor, dass eine Ernährungswende auch Verpackungen und Abfallvermeidung berücksichtigen muss. Die erste Münchner Mehrwegkonferenz bringt Akteure aus Gastronomie, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema PFAS in Lebensmitteln. PFAS ist eine langlebige Chemikalien, die sich in Umwelt und Nahrungsketten verbreiten und auch über Lebensmittel aufgenommen werden. Laut Münchner Ernährungsrat haben Verpackungen, Landwirtschaft und Ernährung mit diesem Thema zu tun, und das Problem dürfe nicht allein bei Verbraucherinnen und Verbrauchern verortet werden.
Quelle: Münchner Ernährungsrat
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