Der FCSI Deutschland-Österreich hat seine Jahreshauptversammlung und Convention unter dem Motto „The Next Economy & Next Hospitality“ in Hamburg durchgeführt. Drei Tage lang trafen sich rund 130 Planer, Berater und Partner aus Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung, um über die Zukunft der Hospitality-Branche zu diskutieren, ein neues Führungsteam zu wählen und Impulse für die weitere Verbandsarbeit zu setzen.
Convention in Hamburg: Fokus auf die Zukunft der Hospitality
Die Convention des FCSI Deutschland-Österreich fand vom 12. bis 14. Oktober in Hamburg statt und gilt als zentrales Jahrestreffen des Planer- und Beraterverbands. Unter dem Leitmotiv „The Next Economy & Next Hospitality“ standen die Fragen im Mittelpunkt, welche Weichen heute gestellt werden müssen, damit die (Gast-)Welt der Zukunft für Unternehmen, Menschen und den Planeten funktioniert. Während der Veranstaltung im Schmidtchen-Theater sowie weiteren Locations in der Stadt wurden gesellschaftliche und technologische Veränderungen beleuchtet, die Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung in den kommenden Jahren prägen werden. Die Convention verband ein dichtes Konferenzprogramm mit Abendveranstaltungen, einer Hafenrundfahrt und einer Trendtour durch die Hamburger Gastronomie- und Hospitality-Szene, die zusätzliche Einblicke in neue Projekte bot.
Innovation Circle: Kooperation, Ausbildung und neue Denkweisen
Zentraler Programmpunkt war erneut der Innovation Circle als kompaktes Konferenzformat, in dem Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen einen vielschichtigen Blick in die Zukunft der Branche warfen. In Hamburg präsentierten der Hotelier und Unternehmer Marco Nussbaum, Kulinarikexperte Heiko Antoniewicz und Zukunftsstrategin Nina Weiss ihre Perspektiven auf der Bühne des Schmidtchen-Theaters.
Marco Nussbaum zeigte, wie in seinen Hiamo-Hotels moderne Technologien eingesetzt werden, um mit einem digital-effizienten Maschinenraum im Hintergrund ein menschliches Gasterlebnis zu ermöglichen. Heiko Antoniewicz sprach sich dafür aus, die Ausbildung im Gastgewerbe stärker an die Anforderungen einer immer komplexeren Hospitality-Realität anzupassen. Nina Weiss empfahl, systemischer und langfristiger zu denken und sich dafür von der Natur inspirieren zu lassen. Ihr Fazit lautete: „Kooperation ist der Schlüssel. Wir brauchen nicht entweder oder, sondern sowohl als auch!“
In der anschließenden Diskussionsrunde ging es um die verbindende Kraft von Essen in Zeiten gesellschaftlicher Disruption und Spaltung. „Essen ist für mich immer die Basis von Wohlfühlen. Es bringt die Menschen in Austausch“, sagte Heiko Antoniewicz. „Und das wird sich auch in einer wie auch immer gearteten Zukunft nicht ändern.“ Marco Nussbaum verwies auf das Sterben klassischer Wirtshäuser: „Das ist eine Katastrophe! Wir verlieren das Wohnzimmer unserer Gesellschaft.“ Nina Weiss hob die zunehmende Einsamkeit hervor und betonte die Bedeutung sogenannter „Dritter Orte“: Orte, an denen Menschen sich treffen können. Wertschöpfung dürfe sich nach ihrer Einschätzung nicht mehr nur auf der ökonomischen Ebene abspielen. „Wir müssen es zukünftig auch belohnen, wenn jemand einen Wert für die Gesellschaft oder die Natur schafft.“
„Coole“ Dienstleistung, Coopetition und neue Anforderungen der Gen Z
Marco Nussbaum forderte, Dienstleistung wieder „cool“ zu machen und dabei die Bedürfnisse der Generation Z stärker zu berücksichtigen. In seinen Betrieben würden beispielsweise Meditationskurse für Mitarbeitende angeboten, damit „die Kids auch mal runterfahren“. Diese Investition bedeute jedoch auch, mit etwas weniger Profit zu leben, wenn im Gegenzug ein gesellschaftlicher Impact erzielt werde. Zugleich plädierte Nussbaum für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Branche. Man spreche gerne von „Coopetition“, also einer Mischung aus Kooperation und Wettbewerb, bei der nicht nur über Erfolge, sondern „ganz besonders auch darüber sprechen sollte, was noch nicht funktioniert“.
Nina Weiss stellte fest, dass für einen solchen Ansatz häufig noch geeignete Ökosysteme und die Bereitschaft fehlten, Wissen zu teilen. Heiko Antoniewicz verwies in diesem Zusammenhang auf andere Branchen und insbesondere die Wissenschaft, in denen es selbstverständlich sei, offen über Ergebnisse zu sprechen, um Wissen zu teilen. Innerhalb der Gastwelt nannte er die Bar-Branche mit ihren innovativen und kollaborativen Ansätzen als Vorreiter und Inspirationsquelle für die Kulinarik von morgen.
Lebensqualität, Nachwuchs und Attraktivität der Branche
Auf die Frage nach ihren Wünschen für die Zukunft der Branche zitierte Nina Weiss den Architekten David Chipperfield: „The aim is to improve the quality of life“. Sie betonte, die Hospitality müsse Teil der Anstrengungen sein, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen: „Das müssen wir immer mitdenken.“ Marco Nussbaum wünschte sich, dass diese Bemühungen nicht immer wieder an behördlichen Vorgaben scheitern, sondern dass jungen Menschen, die etwas Eigenes aufbauen wollen, mit den entsprechenden Plattformen zur Seite gestanden wird. „Denn die Möglichkeiten in der Hospitality sind unendlich. Und das müssen wir richtig kommunizieren!“
Heiko Antoniewicz unterstrich die Bedeutung einer stärkeren Ausrichtung auf junge Menschen: „Es geht darum, dass wir alle zusammen die Branche für junge Leute wieder attraktiver machen und sie emotional abholen: Das ist die Aufgabe der Ausbilder der Verbände ebenso wie der Technikhersteller.“
Neuer Vorstand und erweiterter Beirat
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung in der Elbkuppel des Hotels Hafen Hamburg wurde die Führung des FCSI Deutschland-Österreich neu aufgestellt. Der bisherige Vizepräsident Michael Neuner wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Den Posten des Stellvertreters übernimmt Alexander Hofer, während Ruven Eichert seine Rolle als Schatzmeister fortführt.
Die Vorstandsarbeit wird von einem erweiterten Beirat unterstützt. Neu berufen wurden Marcus Seidl (Netzwerke & Verbände), Oliver Schanz (Wissen & Bildung), Markus Tust (Technologie & Innovation), Christian Schleupner (Professionals), Marlene Sommer (Emerging Professionals in Consulting EPIC), Christian Meissner (Marketing), Annika Stoldt (Presse) sowie Dietmar Krämer und Ludwig Spiegel (Fördermitglieder). Der langjährige Präsident Frank Wagner, inzwischen Präsident des FCSI Worldwide, bleibt dem FCSI Deutschland-Österreich als „Past President“ eng verbunden.
Networking, Programmhighlights und Ausblick auf 2027
Neben den fachlichen Inhalten setzte die FCSI Convention auf vielfältige Möglichkeiten zum Networking in unterschiedlichen Hamburger Locations. Der Auftakt war die Jahreshauptversammlung in der Elbkuppel des Hotels Hafen Hamburg. Ein typisch Hamburger Abend in der Elbschmiede Altona mit Shanty-Chor sorgte für maritimes Flair, während ein Networking-Lunch an Bord der MS Hammonia den Austausch auf dem Wasser ermöglichte. Eine festliche Dinnerparty im Restaurant Elemente im Westfield Hamburg-Überseequartier sowie die abschließende Trendtour durch die Stadt boten weitere Gelegenheiten, Kontakte zu vertiefen und neue Konzepte kennenzulernen.
Für die kommenden Jahre hat sich der Verband unter anderem die Weiterentwicklung der Beiratsfunktionen und des EPIC-Programms als Recruitment-Modell und Garant für die Zukunft des FCSI Deutschland-Österreich vorgenommen. Präsident Michael Neuner blickt optimistisch nach vorn: „Wir sind überzeugt von der Vergangenheit und neugierig auf die Zukunft – deshalb können und wollen wir noch besser werden: als starker Partner für die Hospitality, gerade auch in Zeiten ungewisser Wirtschaftslage.“
Quelle: FCSI Deutschland-Österreich