Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch ist in Deutschland 2025 nach vorläufigen Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) auf 54,9 Kilogramm gestiegen und lag damit 1,4 Kilogramm über dem Vorjahreswert. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war ein Allzeithoch beim Geflügelfleisch, dessen Verzehr je Person knapp 15 Kilogramm erreichte.
Entwicklung des Fleischverzehrs und Rolle des Geflügelfleischs
Seit drei Jahren steigt die Menge an Fleisch und Wurst, die in Deutschland verzehrt wird, wieder an, ohne jedoch das Verzehrniveau früherer Jahre – etwa 2011 mit 63,8 Kilogramm pro Person – zu erreichen. Eine Ausnahme bildet Geflügelfleisch: Laut der BZL-Versorgungsbilanz 2025 erhöhte sich der Verzehr um ein weiteres Kilogramm auf 14,7 Kilogramm pro Person. Dies entsprach knapp 27 Prozent des gesamten Fleischverzehrs. Als Hauptursache wird der gestiegene Verzehr von Hühnerfleisch genannt. BZL-Leiter Josef Goos erläutert: „Neben der zunehmenden Beliebtheit von Geflügelfleisch dürfte der geringere Verbraucherpreisanstieg im Vergleich mit den anderen Fleischsorten 2025 zum höheren Absatz beigetragen haben.“

Schweine-, Rind- und Kalbfleisch im Vergleich
Trotz der Zuwächse beim Geflügel wurde 2025 weiterhin am meisten Schweinefleisch verzehrt. Mit durchschnittlich 28,3 Kilogramm pro Person machte diese Fleischsorte knapp 52 Prozent des gesamten Fleischverzehrs aus. Bei Rind- und Kalbfleisch stieg der Verzehr trotz gestiegener Verbraucherpreise um gut 200 Gramm auf 9,7 Kilogramm pro Person. Insgesamt entfällt auf den Verzehr rund 72 Prozent des gesamten Fleischverbrauchs. In die Versorgungsbilanz Fleisch fließen alle Teile des Schlachtkörpers ein, also auch Knochen, Blut und weitere Bestandteile, die nicht verzehrt werden.
Fleischerzeugung in Deutschland
Dem steigenden Fleischverbrauch stand 2025 eine etwas geringere Fleischerzeugung gegenüber. Die Fleischproduktion im Inland sank um 0,3 Prozent auf insgesamt 7,3 Millionen Tonnen. Wesentlichen Anteil daran hatten geringere Rinderschlachtungen, wodurch die Nettoerzeugung von Rind- und Kalbfleisch im Vergleich zu 2024 um sechs Prozent zurückging. Die Produktion von Geflügelfleisch wurde unter anderem durch die Vogelgrippe beeinträchtigt und blieb mit 1,5 Millionen Tonnen knapp unter dem Vorjahresniveau. Bei Schweinefleisch wurde hingegen ein Plus von 1,1 Prozent verzeichnet. Die Schweinehalter bauten ihre Bestände im Unterschied zu früheren Jahren nicht weiter ab, zudem erhöhte sich das Schlachtgewicht pro Tier.
Importe, Fleischverbrauch und Selbstversorgung
Um den höheren Fleischverbrauch abzudecken, stieg die Einfuhr von Fleisch einschließlich fleischhaltiger Produkte und Innereien 2025 um fast elf Prozent auf rund 3,6 Millionen Tonnen. Besonders beim knapp verfügbaren Rindfleisch, aber auch bei Geflügel- und Schaffleisch, wurde mehr importiert. Die Ausfuhr von Fleisch übertraf die Einfuhr weiterhin, wuchs im Vergleich zu 2024 jedoch nur um gut ein Prozent. Der gesamte Fleischverbrauch, der neben dem menschlichen Verzehr auch Verluste, industrielle Verwendung, die Herstellung von Heimtiernahrung sowie Ein- und Ausfuhren umfasst, erhöhte sich nach vorläufigen Angaben um 4,5 Prozent auf 6,37 Millionen Tonnen.

Bei minimal gesunkener Eigenerzeugung verringerte sich der Selbstversorgungsgrad auf Basis des Verbrauchs um 4,5 Punkte auf 114,6 Prozent. Bei Rindfleisch wurde erstmals die Marke von 100 Prozent unterschritten. Geflügelfleisch erreichte einen Selbstversorgungsgrad von 91,3 Prozent. Am höchsten lag die Selbstversorgung bei Schweinefleisch mit knapp 139 Prozent. Nach Branchenschätzungen beträgt der Selbstversorgungsgrad bei begehrten Teilstücken wie Filets, Schinken oder Kotelett allerdings nur rund 80 Prozent. „Die Daten zeigen, dass in Deutschland zwar mehr Schweinefleisch produziert als verbraucht wird, aber aufgrund der Beliebtheit von Teilstücken Importe eine wichtige Rolle spielen“, fasst Josef Goos zusammen.
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung