Vegane Mensa-Angebote gewinnen in der Hochschulgastronomie weiter an Bedeutung. Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland hat zum zehnten Mal Bistros, Mensen und Cafeterien zu verschiedenen Aspekten rund um vegane Ernährung befragt und im Mensa-Ranking 2026 die vegan-freundlichsten Mensen Deutschlands ausgezeichnet.
Zwei Mensen konnten die maximalen 100 Punkte erzielen.
Erstmals nahmen dabei alle 57 Studierendenwerke an der Befragung teil, 2025 waren es nur 29.
Neu in 2026 ist zudem ein Punktesystem mit Gold-, Silber- und Bronze-Status statt der bisherigen bis zu fünf grünen Blätter.
„PETAs Ranking der vegan-freundlichsten Mensen Deutschlands 2026 zeigt eindrucksvoll, wie dynamisch sich das pflanzliche Angebot an Hochschulen weiterentwickelt. Immer mehr Mensen beweisen, dass vegane Gerichte nicht nur nachhaltig und tierfreundlich, sondern auch kreativ, vielfältig und alltagstauglich sein können.“
Tobias Schalyo, Senior Corporate Engagement Manager bei Peta Deutschland e. V.
Peta Mensa-Ranking 2026 mit neuem Punktesystem
Für das aktuelle Mensa-Ranking 2026 von Peta Deutschland wurden die teilnehmenden Einrichtungen erstmals mit einem Punktesystem von 0 bis 100 Punkten bewertet und anschließend mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet.
- Bronze erhielten Einrichtungen, die 50 bis 64 Punkte erreichten,
- Silber wurde für 65 bis 79 Punkte vergeben,
- Gold für 80 bis 100 Punkte.
Das Bewertungssystem wurde nach Angaben der Organisation überarbeitet, um Teilnahmehürden für Hochschulen und Studierendenwerke zu senken und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu verbessern
Um die vegan-freundlichsten Mensen zu ermitteln, hat Peta sowohl den Dachverband des Deutschen Studentenwerks als auch alle 57 deutschen Studierendenwerke kontaktiert.
Auf Grundlage eines Fragebogens entstand ein umfassender Überblick über das vegane Angebot in den gastronomischen Einrichtungen.
Im Fokus der Bewertung standen vier Faktoren:
- Umfang des veganen Speisenangebots mit maximal 45 Punkten,
- Preisgestaltung mit maximal 15 Punkten,
- Zugänglichkeit und Kennzeichnung mit maximal 20 Punkten sowie
- Strategie und Ausbaupläne mit maximal 20 Punkten.
Die Bewertung erfolgte auf Basis der Rückmeldungen der teilnehmenden 57 Studierendenwerke. Da das gastronomische Angebot innerhalb eines Studierendenwerks von Mensa zu Mensa variiert, zeichnet das Peta-Ranking zeichnet das PETA-Ranking nicht das gesamte Studierendenwerk aus, sondern ausschließlich diejenige Mensa, die dort als vegan-freundlichste gilt.
Spitzenreiter und Gold-Status für vegan-freundliche Mensen in Berlin und Bochum
Da das gastronomische Angebot innerhalb eines Studierendenwerks von Mensa zu Mensa variiert, zeichnet das Peta-Ranking zeichnet das PETA-Ranking nicht das gesamte Studierendenwerk aus, sondern ausschließlich diejenige Mensa, die dort als vegan-freundlichste gilt.
Zweimal volle Punktzahl für Veggie 2.0 und Rote Bete
Im Mensa-Ranking 2026 wurden zwei rein vegane Mensen mit 100 Punkten ausgezeichnet. Die Mensa der TU Berlin Veggie 2.0, die damit den Titel als Spitzenreiter in 2025 erfolgreich verteidigt hat, sowie die Mensa Rote Bete in Bochum.


Blick in die Berliner TU Mensa Veggie 2.0 (l.) und die Bochumer Mensa Rote Bete (r.) die beim Peta Mensa-Ranking 2026 als Einzige die volle Punktzahl von 100 Punkten erhielten.
Mensen mit Gold-Status haben im Punktesystem zwischen 80 und 100 Punkten erhalten. Sie zeichnen sich durch ein umfangreiches und gut sichtbares veganes Angebot aus und verfügen über eine klare Zukunftsstrategie, die den weiteren Ausbau pflanzlicher Optionen fest einplant. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Einrichtungen konnte den Gold-Status erreichen.
Siebenmal Platz 1 bis 3 vergeben
Das Feld an der Spitze ist dicht besetzt, mehrere Einrichtungen teilen sich die Plätze 1 bis 3.
In der Spitzengruppe des Rankings führen gleich zwei Einrichtungen: Platz 1 belegen das Studierendenwerk Berlin mit der Mensa TU Veggie 2.0 sowie das Akademische Förderungswerk Bochum mit der Mensa Rote Bete.
Auf Platz 2 folgen das Studierendenwerk Dortmund mit der Hauptmensa und das Studierendenwerk Bonn mit der Mensa Campo.
Platz 3 teilen sich das Studierendenwerk Kassel mit der Zentralmensa, das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau mit Mensa und Cafeteria StraNa sowie das Studierendenwerk München Oberbayern mit der Mensa Leopoldstraße.
- Platz 1: StudierendenWERK Berlin – Mensa TU Veggie 2.0
- Platz 1: Akademisches Förderungswerk Bochum – Mensa Rote Bete
- Platz 2: Studierendenwerk Dortmund – Hauptmensa
- Platz 2: Studierendenwerk Bonn – Mensa CAMPO
- Platz 3: Studierendenwerk Kassel – Zentralmensa
- Platz 3: Studentenwerk Chemnitz-Zwickau – Mensa & Cafeteria StraNa
- Platz 3: Studierendenwerk München Oberbayern – Mensa Leopoldstraße
Gold für insgesamt 34 Einrichtungen
Innerhalb des Gold-Clusters liegen auch die weiteren Platzierten eng beieinander. So haben vier Einrichtungen 88 bzw. 89 Punkte erzielt und gleich neun Einrichtungen liegen mit 87 Punkten gleichauf. Am Punkteminimum für Gold mit 80 Punkten liegen das Studierendenwerk Wuppertal mit der Hauptmensa ME02 und das Kölner Studierendenwerk mit der Mensa Südstadt. Zwischen 81 und 85 Punkte erzielten weitere 12 Betriebe. Damit gab es in Summe für 34 Einrichtungen Gold.
Mensen mit 88 bis 89 Punkten:
Studierendenwerk Würzburg – Mensa am Studentenhaus (89 Punkte)
Studierendenwerk Würzburg – Mensa Austraße Bamberg (89 Punkte)
Studentenwerk Leipzig – Mensa am Medizincampus (89 Punkte)
Studierendenwerk OstNiedersachsen – Mensa Lüneburg (88 Punkte)
Mensen mit 87 Punkten:
Studierendenwerk Siegen – Mensa AR & US (87 Punkte)
Studierendenwerk Gießen – Mensa Fulda (87 Punkte)
Studierendenwerk Gießen – Cafeteria am Kunstweg (87 Punkte)
Studierendenwerk Gießen – Mensa OBS (87 Punkte)
Studierendenwerk West:Brandenburg – Alle Mensen (87 Punkte)
Studierendenwerk Hamburg – Mensa Blattwerk (87 Punkte)
Studierendenwerk Rostock-Wismar – Mensa Süd (87 Punkte)
Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz – Mensen Regensburg, Deggendorf, Landshut, Passau, Straubing & Pfarrkirchen (87 Punkte)
Studierendenwerk Bielefeld – Cafeteria Lampingstraße (87 Punkte)
Mensen mit 85 bis 86 Punkten:
Studierendenwerk Essen-Duisburg – Mensen Essen & Duisburg (86 Punkte)
Studierendenwerk Heidelberg – Mensa Bildungscampus Heilbronn (86 Punkte)
Studierendenwerk Kaiserslautern – Mensa an der RPTU (85 Punkte)
Studierendenwerk Trier – Mensa Schneidershof & Tarforst (85 Punkte)
Studierendenwerk Mainz – Mensa Bambus (85 Punkte)
Mensen mit 80 bis 84 Punkten:
Studierendenwerk Halle – Mensa Neuwerk (84 Punkte)
Studierendenwerk Greifswald – Mensa am Berthold-Beitz-Platz (84 Punkte)
Studierendenwerk Ulm – Mensa Uni Ulm (83 Punkte)
Studierendenwerk Mainz – Zentralmensa (82 Punkte)
Studierendenwerk Augsburg – Mensa an der Universität Augsburg (82 Punkte)
Studierendenwerk Siegen – Mensa AR (81 Punkte)
Studierendenwerk Freiburg – Mensa Flugplatz (81 Punkte)
Studierendenwerk Wuppertal – Hauptmensa ME02 (80 Punkte)
Kölner Studierendenwerk – Mensa Südstadt (80 Punkte)
Silber- und Bronze-Status für Mensen mit Ausbaupotenzial
Mensen mit Silberstatus liegen im Punktesystem zwischen 65 und 79 Punkten. Laut Peta bieten sie bereits ein gutes pflanzliches Angebot, das deutlich zeigt, „wohin die Reise geht“. Diese Mensen hätten eine klare Entwicklungsrichtung eingeschlagen und arbeiteten sichtbar daran, ihr veganes Angebot weiter auszubauen.
Mensen mit 79 bis 75 Punkten:
Studierendenwerk Würzburg – Mensa Am Hubland Campus Süd (79 Punkte)
Studierendenwerk Vorderpfalz – Mensa Landau (78 Punkte)
Studierendenwerk Siegen – Mensa UR (78 Punkte)
Studierendenwerk Paderborn – Mensa Academica und Forum (77 Punkte)
Studierendenwerk OstNiedersachsen – Mensa 2 der TU Braunschweig (77 Punkte)
Studierendenwerk OstNiedersachsen – Mensa Hildesheim (76 Punkte)
Studierendenwerk Münster – Mensa Bispinghof (76 Punkte)
Studierendenwerk Frankfurt am Main – Cafeteria Hoagascht (75 Punkte)
Studierendenwerk Marburg – Mensa Erlenring und Lahnberge (75 Punkte)
Mensen mit 74 bis 65 Punkten:
Studierendenwerk Heidelberg – Mensa in der Alten PH (74 Punkte)
Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg – Mensa Langemarckplatz (73 Punkte)
Seezeit Bodensee – Mensa Gießberg (72 Punkte)
Studierendenwerk Stuttgart – Mensa ABK (72 Punkte)
Studierendenwerk Hannover – Hauptmensa (70 Punkte)
Studierendenwerk Darmstadt – alle Mensen (69 Punkte)
Studierendenwerk Dresden – Mensa Zeltschlösschen & Neue Mensa (68 Punkte)
Studierendenwerk Oldenburg – Mensa Uhlhornsweg (65 Punkte)
Studierendenwerk Schleswig-Holstein – Mensa Kesselhaus (65 Punkte)
Nur drei Mensen im Bronze-Cluster
Mensen im Bronze-Cluster erreichen im Punktesystem zwischen 60 und 64 Punkten. Peta beschreibt, dass sie bereits erste vegane Optionen anbieten und damit wichtige Schritte in Richtung pflanzenfreundlicher Hochschulgastronomie machen. Gleichzeitig bestehe „noch deutliches Potenzial“, das Angebot auszubauen, sichtbarer zu machen und langfristige Strategien zu entwickeln. Zu den Mensen mit 60 bis 64 Punkten zählen:
- die Mensa Campus des Studierendenwerks Saarland,
- die Mensa Unicampus des Studierendenwerks Magdeburg sowie
- die Mensa Eberswalde Stadtcampus des Studierendenwerks Ost:Brandenburg.
Wachsende Nachfrage nach veganer Verpflegung in Hochschulmensen
Die Peta-Auszeichnung „Vegan-freundlichste Mensa“ soll gastronomische Einrichtungen positiv hervorheben, die bereits ein besonders veganes Speisenangebot bieten. Zugleich sollen nicht nur Hochschulmensen, sondern auch andere gastronomische Betriebe durch das Ranking zu einem breiteren veganen Angebot motiviert und inspiriert werden. Laut Peta zeigt die Umfrage „unverkennbar ein wachsendes Interesse am Thema vegane Verpflegung“.
Fast alle Studierendenwerke hätten mittlerweile an speziellen Schulungen teilgenommen; jährliche Fortbildungen und Auffrischungen, auch durch interne Fachangestellte, werden als vorteilhaft beschrieben. Fast alle teilnehmenden Einrichtungen bieten demnach zumindest in einer Mensa täglich mindestens ein veganes Gericht an. Immer mehr Studierendenwerke werben für vegane Gerichte im Rahmen von Aktionswochen zu Gesundheit oder Umweltschutz. Auch vegane Vor- und Nachspeisen halten verstärkt Einzug in die Mensen und werden nach Angaben der Organisation teilweise von den Studierendenwerken selbst kreiert.
Rund um die Mensa spielt die vegane Ernährung eine immer größere Rolle. Einige Studierendenwerke bieten Kochkurse und Kochwettbewerbe an, um mit den Studierenden in Kontakt zu kommen und ihnen die vegane Ernährung näherzubringen. Je leichter es für Studierende ist, vegan zu essen, desto wahrscheinlicher wird das vegane Angebot nach Darstellung der Organisation angenommen. Eine 2023 veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass bei veganen Gerichten als Standardoption in Hochschulmensen und tierischen Produkten nur auf Nachfrage die vegane Mahlzeit zu knapp 82 Prozent gewählt wurde.
Tobias Schalyo, Senior Corporate Engagement Manager bei Peta Deutschland e. V., ordnet die Ergebnisse des Mensa-Rankings 2026 ein: „PETAs Ranking der vegan-freundlichsten Mensen Deutschlands 2026 zeigt eindrucksvoll, wie dynamisch sich das pflanzliche Angebot an Hochschulen weiterentwickelt. Immer mehr Mensen beweisen, dass vegane Gerichte nicht nur nachhaltig und tierfreundlich, sondern auch kreativ, vielfältig und alltagstauglich sein können. Studierende wünschen sich ein modernes, verantwortungsbewusstes Verpflegungsangebot – und viele Hochschulen gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran. Gleichzeitig macht das Ranking deutlich, dass noch großes Potenzial besteht, vegane Optionen flächendeckend auszubauen und pflanzliche Ernährung selbstverständlich zugänglich zu machen.“
Quelle: Peta Deutschland
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