Hotel Sustainability Award 2026
Quelle: Messe Bozen

Hotel Sustainability Award 2026: von Kreislaufwirtschaft zu Gastfreundschaft

Die Messe Bozen hat die Gewinner des Hotel Sustainability Award 2026 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 20. Oktober zum Auftakt der 50. Ausgabe der Fachmesse Hotel statt. Zu den fünf Kategoriesiegern gehören Il Borro in der Toskana, das Hotel Plunhof im Ridnauntal, ein Bio-Kaffee von Altromercato – Mandacarù, Hotelpantoffeln aus Apfeltrester des Unternehmens Prima und die Solarbäckerei Profanter Natur-Backstube.

Der zum achten Mal vergebene Preis würdigt ökologische und soziale Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette von Gastlichkeit, Design und Gastronomie. Die ausgezeichneten Ansätze reichen vom Erhalt historischer Bausubstanz und der Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen über Abfallvermeidung und soziale Inklusion bis zur Nutzung von Nebenprodukten als Ausgangsmaterial für neue Produkte.

Fünf Kategorien und 75 eingereichte Projekte

Insgesamt lagen der Jury 75 Projekte zur Bewertung vor. Drei Kategorien richten sich an Aussteller: Sustainable Food & Drink, Circular Product Design und Sustainable Technology. Für Tourismus- und Beherbergungsbetriebe sind die Kategorien Sustainable Tourism Pioneers 360° und Better Together vorgesehen.

Den Juryvorsitz übernahm 2026 Sonja Abrate, Leiterin des Ökoinstituts Südtirol. Zum Gremium gehörten außerdem Silke Raffeiner, Beraterin für Ernährung, Umwelt und Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Südtirol, Michael Riedl, stellvertretender Leiter von Fraunhofer Italia, und Aart van Bezooijen, Professor für Material Driven Design an der Freien Universität Bozen. Hinzu kamen Hannes Waldmüller, Nachhaltigkeitscoach für Tourismusdestinationen bei IDM Südtirol, sowie Anna Atz, Nachhaltigkeitsberaterin beim HGV. Damit waren Fachperspektiven aus Umwelt, Wissenschaft, Hochschule und Tourismus vertreten.

Il Borro gewinnt mit der Restaurierung eines mittelalterlichen Dorfes

In der Kategorie Sustainable Tourism Pioneers 360° ging der erste Platz an Il Borro in der Toskana. Damit gewann in dieser Kategorie erstmals ein Betrieb außerhalb Südtirols. Ausschlaggebend für die Jury war die Restaurierung eines mittelalterlichen Dorfes. Sie würdigte den Beitrag zum Erhalt des historischen Erbes und zur Aufwertung der Region.

Quelle: Messe Bozen

In die Bewertung flossen auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Einbindung lokaler Unternehmen ein. Der ausgezeichnete Ansatz verbindet damit die Bewahrung historischer Bausubstanz mit wirtschaftlichen Impulsen für das Umfeld. Den zweiten Platz belegte Camping & Restaurant Moosbauer. Auf Rang drei folgte Theiner’s Garten, das als erstes Demeter-zertifiziertes Hotel Italiens gilt.

Plunhof verbindet Kreislaufwirtschaft und soziale Inklusion

Der Sieger in der Kategorie Better Together ist das Hotel Plunhof im Ridnauntal. Die Jury zeichnete ein Kreislaufwirtschaftsprojekt aus, das Abfallvermeidung, Ressourcennutzung und soziale Inklusion miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen damit sowohl der Umgang mit Materialien als auch die gesellschaftliche Dimension nachhaltiger Betriebsführung.

Platz zwei erhielt der Bergler Acker in Tiers am Rosengarten. Dabei handelt es sich um einen Gemeinschaftsgarten mit einer Fläche von rund 450 Quadratmetern. Auf dem dritten Rang platzierte sich FinKa by VISO in Mals im Vinschgau.

Bio-Kaffee, Südtiroler Pilze und regionale Lieferketten

In der Ausstellerkategorie Sustainable Food & Drink gewann Caffè Espresso Bio Cremoso von Altromercato – Mandacarù. Das Projekt verbindet die Unterstützung lokaler Landwirtschaftsgemeinschaften mit biologischem Anbau und ökologischer Transparenz.

Quelle: Messe Bozen

Den zweiten Platz belegten die Bio-Pilze aus Südtirol des Unternehmens KIRNIG, die von Wörndle Interservice vertrieben werden. Rang drei ging an Regio Select von Gastrofresh. Die Marke steht für regionale Produkte, nachvollziehbare Herkunft und kurze Lieferketten. Die drei Platzierungen greifen damit unterschiedliche Aspekte der Lebensmittelbeschaffung für Hotellerie und Gastronomie auf.

Hotelpantoffeln aus einem Nebenprodukt der Saftherstellung

Den ersten Platz in der Kategorie Circular Product Design erhielt AP•PEEL des Unternehmens Prima. Für den Hotelpantoffel wird Apfeltrester verwendet, der als Nebenprodukt bei der Saft- und Mostherstellung anfällt. Das Produkt ist als kompostierbarer Pantoffel konzipiert. Die Auszeichnung gilt damit einem Ansatz, der einen vorhandenen Reststoff für einen neuen Verwendungszweck erschließt.

Quelle: Messe Bozen

Auf Rang zwei folgte die wiederverwendbare Kiste KØLD des Unternehmens KOLD. Den dritten Platz belegten die Fitnessgeräte WATERROWER | NOHRD, die von Waterrower Italia vertrieben werden.

Solarbäckerei gewinnt in der Technologiekategorie

In der Kategorie Sustainable Technology setzte sich die Solarbäckerei Profanter Natur-Backstube durch. Der Betrieb stellt Brot aus biologischen Rohstoffen lokaler und regionaler Herkunft her und liefert seine Erzeugnisse mit Elektrofahrzeugen aus. Auf dem zweiten Platz lag Creatus.Cloud des gleichnamigen Unternehmens. Rang drei ging an Sphera von Aura System.

Quelle: Messe Bozen

Die Messe Bozen verbindet den Hotel Sustainability Award 2026 mit Unterstützung, die den prämierten Projekten mehr Sichtbarkeit verschaffen und ihre Weiterentwicklung fördern soll. Über die einzelnen Auszeichnungen hinaus verfolgt der Wettbewerb das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und die Verbreitung ökologischer und sozialer Praktiken in der Branche zu unterstützen.

Quelle: Messe Bozen

beenhere

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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