Kaffeeforschung
Quelle: Mario Rodriguez/UC Davis

Kaffeeforschung wird von der SCA mit einer Million Dollar gefördert

Die Specialty Coffee Association (SCA) und die University of California, Davis haben ein dauerhaft finanziertes Forschungsstipendium für Kaffeewissenschaft eingerichtet. Die SCA stellt dafür eine Million US-Dollar bereit. Mit den Erträgen des Stiftungsfonds sollen Absolventen unterstützt werden, die am UC Davis Coffee Center zu wissenschaftlichen Fragestellungen rund um Kaffee arbeiten.

Das „Specialty Coffee Association Endowed Fellowship in Coffee Science“ ist als langfristige Investition in die akademische Kaffeeforschung angelegt. Neben der Finanzierung einzelner Forschungsprojekte soll es dazu beitragen, eine neue Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auszubilden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf internationalen Bewerberinnen und Bewerbern sowie auf Forschenden, die Erfahrungen und Perspektiven aus Kaffeeanbauregionen mitbringen.

Jährlich rund 40.000 US-Dollar für die Forschung

Die UC Davis übernimmt die Verwaltung und Anlage des Fonds. Das Kapital von einer Million US-Dollar soll langfristig erhalten und vermehrt werden. Nach der derzeitigen Planung werden jährlich etwa vier Prozent des Fondsvermögens für die Forschungsarbeit eines SCA Fellows ausgeschüttet. Das entspricht aktuell rund 40.000 US-Dollar pro Jahr. Darüber hinaus erwirtschaftete Erträge sollen wieder in den Fonds fließen.

Durch dieses Modell soll das Fellowship nicht nur zeitlich begrenzt einzelne Studierende fördern, sondern dauerhaft Mittel für die wissenschaftliche Arbeit bereitstellen. Die konkrete jährliche Förderung hängt dabei von der Entwicklung und den Erträgen des verwalteten Fonds ab.

Internationale Perspektiven im Mittelpunkt

Mit dem Fellowship wollen die SCA und die UC Davis insbesondere den Zugang internationaler Absolventen zur Kaffeeforschung erweitern. Forschende aus Anbauländern sollen ihre Kenntnisse über Produktionsbedingungen, Verarbeitung, Umweltfaktoren und regionale Herausforderungen in die wissenschaftliche Arbeit am Coffee Center einbringen können.

„Die Zukunft des Kaffees hängt davon ab, in die Menschen zu investieren, die sei prägen werden. Durch unsere langdauernde Partnerschaft mit der UC Davis werden wir sehen, was möglich ist, wenn Bildung, Forschung und Industrie zusammenkommen. Das Fellowship wird die nächste Generation von Kaffeewissenschaftlern unterstützen und wir hoffen, dass es die Türen vor allem für talentierte Studierende aus Kaffeeanbaugebieten öffnen wird, deren Perspektiven und Führung essenziell für die Nachhaltigkeit und Resilienz unseres Sektors sind. Ihre Arbeit und das Wissen, das sie nach Hause tragen, schaffen einen Einfluss, der weit über einzelne Studierende oder Forschungsprojekte hinausgeht“, sagt Yannis Apostolopoulos, CEO of the Specialty Coffee Association.

Forschung von Landwirtschaft bis Sensorik

Absolventen übernehmen am UC Davis Coffee Center eine zentrale Rolle in interdisziplinären Forschungsprojekten. Zu den behandelten Fachgebieten zählen Agrar- und Umweltwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Chemie und Sensorik. Weitere Arbeitsfelder sind das Rösten, die Zubereitung sowie die Verarbeitung des Kaffees nach der Ernte.

Damit deckt die Einrichtung einen großen Teil der Wertschöpfungs- und Verarbeitungskette ab. Naturwissenschaftliche und technische Untersuchungen können beispielsweise die Eigenschaften des Rohkaffees, die Auswirkungen einzelner Verarbeitungsschritte oder die physikalischen und chemischen Vorgänge beim Rösten und Brühen betreffen. Sensorische Forschung untersucht ergänzend, wie sich diese Faktoren auf die Wahrnehmung des fertigen Getränks auswirken.

Das Coffee Center gehört zum College of Engineering der UC Davis und wird dort als interdisziplinäres Kompetenzzentrum geführt. Nach Angaben der Universität handelt es sich um die erste akademische Forschungs- und Lehreinrichtung in den Vereinigten Staaten, die vollständig der wissenschaftlichen Untersuchung von Kaffee gewidmet ist.

„Wir sehr extrem dankbar für die Großzügigkeit und Vision der SCA. Eine langjährige Mission des UC Davis Coffee Center war es, eine starke akademische Talente-Pipeline zu etablieren und zu fördern, um die Kaffeeindustrie zu unterstützen. Dieses neu dotierte Fellowship bringt die Mission drastisch voran, indem Absolventen direkt unterstützt werden und Perspektiven und Erfahrungen aus der ganzen Welt in die Kaffeeforschung an der UC Davis gebracht werden“, sagt William Ristenpart, Gründungsdirektor des UC Davis Coffee Center und Child-Whitaker Endowed Professor of Chemical Engineering.

Kooperation besteht seit mehreren Jahren

Das neue Fellowship baut auf einer bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen der SCA und dem UC Davis Coffee Center auf. Im Jahr 2017 beteiligten sich beide Partner am ersten größeren Forschungsprojekt des Zentrums. Gegenstand waren grundlegende wissenschaftliche Fragen zur Kaffeezubereitung.

Die nun eingerichtete Förderung soll diese Kooperation verstetigen. Beide Partner verbinden damit den Anspruch, unabhängige und methodisch fundierte Forschung zu unterstützen, deren Ergebnisse für unterschiedliche Bereiche der internationalen Kaffeewirtschaft relevant sind.

Wissenstransfer in die Kaffeebranche

Neben der unmittelbaren Finanzierung von Forschungsarbeiten soll das Fellowship die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis stärken. Geförderte Forschende sollen ihre Ergebnisse über Veranstaltungen und Publikationen der SCA vorstellen können. Dadurch sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht ausschließlich innerhalb der Universität verbreitet werden, sondern auch Fachleute, Unternehmen und Gemeinschaften in verschiedenen Teilen der Kaffeewelt erreichen.

Für die Branche kann dieser Austausch insbesondere dort relevant sein, wo wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Verfahren oder Entscheidungen übersetzt werden müssen. Dies betrifft sowohl die landwirtschaftliche Erzeugung und die Nachernteverarbeitung als auch Röstung, Zubereitung, Qualitätsbewertung und Sensorik.

SCA und UC Davis verfolgen mit dem Programm einen globalen und interdisziplinären Ansatz. Durch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Einbindung internationaler Perspektiven sollen Forschung und Innovationen entstehen, die zur langfristigen Widerstandsfähigkeit des Kaffeesektors beitragen und den von Kaffee abhängigen Menschen und Gemeinschaften zugutekommen können.

Quelle: Specialty Coffee Association

beenhere

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Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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