Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) baut mit der „Aktion Streuobst Schule“ Streuobstwiesen als grüne Klassenzimmer aus. Kinder und Jugendliche ernten Äpfel, probieren verschiedene Sorten und pressen frischen Saft, um praxisnah mehr über Lebensmittel, Ernährung und ökologische Zusammenhänge zu lernen. Mit Beginn des neuen Schuljahres und der laufenden Obsternte startet die Aktion in ihre jährliche Hochsaison.
Praxisorientiertes Lernen auf der Streuobstwiese
Rund 280 bei der LfL gelistete Streuobstwiesenführende begleiten im Rahmen der „Aktion Streuobst Schule“ Schulklassen auf die Flächen und vermitteln ihr Wissen und ihre Begeisterung für Streuobst. Die Inhalte richten sich nach der Jahreszeit. Während der Erntezeit steht der Apfel im Mittelpunkt: Die Kinder ernten die Früchte, waschen und zerkleinern sie und pressen daraus ihren eigenen Saft. Verschiedene Sorten werden verkostet und verglichen. Dabei erfahren sie unter anderem, dass aus einem Kilogramm Äpfeln rund 700 Milliliter Saft gewonnen werden können und dass manche Sorten ihren typischen Geschmack erst nach mehreren Wochen oder Monaten Lagerung entwickeln.
Im Frühjahr rücken Obstbaumblüte und Bestäubung in den Fokus. Tiere wie Bienen und Käuze sowie die Pflanzen unter den Bäumen werden genauer betrachtet. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Streuobstwiese als wertvollen Lebensraum kennen, in dem bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten vorkommen können.
Alltagskompetenzen von der Ernte bis zur Verarbeitung
Die „Aktion Streuobst Schule“ richtet sich auch an ältere Schülerinnen und Schüler, die auf der Streuobstwiese praktisch lernen können. Themen sind unter anderem Baumschnitt, wirtschaftliche Fragestellungen zu Kalkulation und Vermarktung sowie die Nutzung der Flächen als Wiese oder Weide. Im Hauswirtschaftsunterricht lassen sich die geernteten Früchte anschließend beispielsweise zu Kuchen oder Marmelade verarbeiten.
Im vergangenen Jahr konnten rund 12.500 Kinder und Jugendliche in Bayern durch die „Aktion Streuobst Schule“ Streuobst praktisch erleben. Interessierte Lehrkräfte wenden sich direkt an die bei der LfL gelisteten Streuobstwiesenführenden und vereinbaren eine Aktion für ihre Schulklasse. Für jede Schulklassenführung wird ein Zuschuss gewährt, kostenlose Unterrichtsmaterialien ergänzen das Angebot.
Einstiegsseminare und Materialien rund um Streuobst
Wer selbst als Streuobstwiesenführerin oder Streuobstwiesenführer aktiv werden möchte, kann an einem jährlich angebotenen Einstiegsseminar der LfL teilnehmen. Darüber hinaus stellt die „Aktion Streuobst“ kostenlose Werbe- und Informationsmaterialien für Veranstaltungen rund um das Thema Streuobst zur Verfügung. Damit werden beispielsweise Menschen aus der Landwirtschaft, Landschaftspflegeverbände sowie Obst- und Gartenbauvereine dabei unterstützt, Kinder, Familien und Erwachsene über Pflanzung, Pflege und Nutzung von Streuobstbäumen sowie die Bedeutung von Streuobstwiesen zu informieren.